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Woher kommt eigentlich meine Uhr und wie wurde diese produziert? Während sich beim Thema Nahrung, Kleidung oder Kosmetik heutzutage bereits viele Menschen die Frage nach Herkunft und Herstellung stellen, ist das Thema Nachhaltigkeit in der Welt der Uhren bisher noch nicht so stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch auch in der Uhrenbranche spielt das Thema Umwelt eine immer bedeutendere Rolle. Zahlreiche Unternehmen der Luxusuhrenindustrie setzen bereits auf eine nachhaltige Uhrenproduktion und engagieren sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.



Wie nachhaltig ist die Produktion von Luxusuhren?


Viele wissen nicht, dass die Gewinnung hochwertiger Rohstoffe wie Gold sehr umweltschädigend sein kann. Auch Diamanten stammen leider oft aus Minen, die Gebrauch von Kinderarbeit machen. Dieses Thema ist zentral für die gemeinnützige Organisation Responsible Jewellery Council (RJC). Durch die Überprüfung und Förderung ethisch, sozial und ökologisch verantwortungsvoller Verfahren in der gesamten Lieferkette sollen allgemeine, nachhaltigkeitsorientierte Standards in der Uhren- und Schmuckproduktion gesichert werden. Diese gelten für Juwelierwaren aus Diamanten, Gold, Platin und weiteren Edelmetallen – angefangen beim Abbau bis hin zum Verkauf im Einzelhandel. Die Achtung der Menschenrechte, so RJC, stehe hierbei stets im Vordergrund. Seit einigen Jahren ist die Organisation sogar Vollmitglied der ISEAL Alliance, dem weltweiten Verband für Nachhaltigkeitsstandards.


WWF bewertet die Richemont Gruppe positiv

Auch der Luxusuhren- und Schmuckhersteller Cartier setzt auf eine nachhaltige Produktion und den Bezug von fair erwirtschafteten Ressourcen wie Gold oder Edelsteine. Hierfür übernahm Cartier sogar entsprechende Grundsätze in die Unternehmensphilosophie. Im Übrigen ergab eine Studie des WWF in der Schweiz, dass die gesamte Richemont Gruppe, der Unternehmen wie Piaget, IWC, Cartier, Vacheron Constantin und Jaeger-LeCoultre angehören, im Vergleich zu den meisten anderen Schweizer Herstellern von Luxusuhren besser abschnitt. An dieser Stelle muss man allerdings erwähnen, dass einige der größten Hersteller für die Studie keinen Einblick in die Geschäftsbücher gewährten. Dementsprechend können die Daten der meisten Unternehmen nicht gewertet werden.


Fair produzierte Ressourcen bei Chopard

Diesen Standards hat sich auch die renommierte Luxusmarke Chopard verschrieben. Bereits in der 2013 erschienenen Haute Joaillerie „Green Carpet Collection“ wurden ausschließlich fair produziertes Gold sowie zertifizierte Diamanten und Smaragde verwendet. 2018 kamen dann die sensationellen News: Chopard wird in Zukunft ausschließlich Gold mit dem Gütesiegel „Fairmined“ verwenden. Für die gesamte Produktion des Schmuck- und Uhrenhauses wird also entweder Gold aus kleinen Minen verwendet, die den Fairtrade-Standards von der Swiss Better Gold Association (SGBA) entsprechen, oder aber von der RJC zertifiziertes Edelmetall genutzt.


Mother-of-Pearl Zifferblatt einer Chopard Imperiale 388532-6001 Uhr
CHOPARD IMPERIALE 388532-6001


Oris engagiert sich für den Schutz der Meere

Einen weiteren Beitrag zum Umweltschutz leistete 2019 auch der Hersteller Oris mit der seiner Clean Ocean Limited Edition. Diese auf 200 Stück limitierte Auflage ist ein Set aus drei Taucheruhren in einer aus recycelten PET-Flaschen bestehenden Box. Bei den Uhren handelt es sich um die Oris Aquis Clean Ocean Limited Edition, die Oris Great Barrier Reef III und die ausschließlich in diesem Set erhältliche Oris Aquis Blue Whale Limited Edition. Alle drei Uhren sind aus Edelstahl und besitzen eine blaue Lünette und ein blaues Zifferblatt. Zudem haben die Great Barrier Reef und die Aquis Clean Ocean Limited Edition einen Gehäuseboden aus recycelten PET-Flaschen. Aufgrund der Beschaffenheit des Materials handelt es sich bei jedem der Gehäuseböden, wie auch bei jeder der Boxen, um absolute Unikate mit hohem Sammlerwert, denn diese Sets sind inzwischen sehr begehrt. Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist der Umstand, dass ein Teil des Verkaufserlöses in Höhe von 9.600 CHF (ca. 9.000 €) pro Set an Non-Profit Organisationen gespendet wird, welche sich dem Schutz der Meere verschrieben haben.



Grüne Revolution in der Uhrenbranche


Inzwischen gibt es auch Anbieter, die ausschließlich nachhaltige Uhren im Sortiment haben. So beispielsweise die Firma Panda. Nach der Bambus-Sonnenbrille bietet das Unternehmen nun auch die Bambus-Uhr an: zu 100% aus nachhaltigem Anbau, ausgestattet mit Schweizer Uhrwerk und bis zu 30 Meter wasserdicht.


Omega spendet für Naturschutzprojekte

Wer der Öko-Uhr die klassische Luxusuhr vorzieht, aber trotzdem gerne etwas für die Umwelt tun möchte, sollte sich vielleicht eine Seamaster Planet Ocean 600M GoodPlanet von Omega zulegen. Die edle Armbanduhr ist das Produkt einer Kooperation des renommierten Uhrenhauses mit der GoodPlanet Foundation. Der Erlös aus dem Verkauf fließt direkt in die „Time for the Planet“-Naturschutzprojekte in Indonesien. Diese beinhalten vor allem den Schutz von Mangroven und Seegras, was auch lokalen Gemeinschaften zugute kommt, die von den natürlichen Bedingungen ihrer Umgebung abhängig sind.


Omega Seamaster Diver 300 M 212.30.41.20.03.001 Taucheruhr mit blauem Zifferblatt unter Wasser
OMEGA SEAMASTER DIVER 300 M 212.30.41.20.03.001


Lederarmbänder aus artgerechter Tierhaltung

Darüber hinaus widmen sich auch immer mehr Menschen dem Thema Tierhaltung. Wer auch beim Zeitmesser am Handgelenk sicher sein möchte, dass damit keine Massentierhaltung unterstützt wird, kann zum Beispiel auf Uhren der Marke Styrman & Crew zurückgreifen: Das Leder der Uhren stammt nicht nur aus artgerechter Bio-Haltung, es ist außerdem mit natürlichen Rohstoffen und ohne Verwendung giftiger Chemikalien gegerbt. Wer noch einen Schritt weitergehen und komplett auf tierische Produkte verzichten möchte, wird sicher im Sortiment von AB AETERNO fündig. Dieser Hersteller produziert komplett vegan und maximal umweltfreundlich. Unabhängig davon gehört standardmäßig zum Sortiment vieler Uhrenhersteller eine große Auswahl an Uhrenarmbändern aus nicht-tierischen Materialien wie Edelstahl, Nylon oder beispielsweise Keramik.


Digitalisierung bei Breitling: Papier und Verpackungen ade!

Auch Breitling setzt sich künftig mehr für den Umweltschutz ein und führt zum Ende des Jahres 2020 digitale Uhrenpässe ein. Ein Testlauf fand bereits bei einer limitierten Breitling Top Time Serie statt und zeigte, dass die Technologie Ende des Jahres in Serie gehen kann. Mit den neuen digitalen Uhrenpässen sollen Uhrenbesitzer leichter den Status ihrer Uhr abfragen und bei einem Verkauf deren Echtheit verifizieren können. Bald werden also sowohl die teilweise bereits digitalen Garantiekarten mit Display als auch die Echtheitszertifikate in Papierform im Hause Breitling durch eine ressourcenschonende Alternative ersetzt. Darüber hinaus sollen die aufwendigen Breitling Uhrenboxen laut Breitling CEO Georges Kern schon bald kleineren Etuis weichen. Man verkaufe Uhren und keine Boxen, hieß es sinngemäß Anfang April des Jahres 2020 in einem Instagram Live-Interview. Des Weiteren betonte Kern, dass die Gesellschaft entspannter in Bezug auf Luxusgüter geworden sei und die Umwelt nicht darunter leiden dürfe. Ob Breitling seine Uhren also zukünftig direkt in Reise-Etuis aus recycelten Materialien verkauft und lediglich auf die große Schatulle drumherum verzichtet oder stattdessen auf gänzlich neue Verpackungen setzt, wird sich zeigen. Dass man allerdings in der Lage ist, erstklassige Luxusgüter aus recycelten Materialien herzustellen, beweist Breitling bereits seit Längerem durch seine Kooperation mit OUTERKNOWN, einem Unternehmen, welches unter anderem Armbänder für Breitling Superocean Modelle aus Meeresabfällen fertigt.


Breitling Colt Chronograph II A7338710.G742.157A Edelstahl-Uhr für Herren mit silbernem Zifferblatt
BREITLING COLT CHRONOGRAPH II A7338710.G742.157A



Nachhaltigkeit setzt sich in der Uhrenbranche durch


Es sei auch erwähnt, dass alle Schweizer Uhrenmarken grundsätzlich in der Schweiz produzieren, was hohe Qualitätsstandards und faire Arbeitsbedingungen sichert. Auch Uhrenhäuser wie Nomos aus Glashütte haben sich diesem Trend angeschlossen und setzen auf eine lokale Uhrenfertigung, die in diesem Fall ausschließlich in Deutschland stattfindet. Da Uhren eine langfristige und wertbeständige Investition sind, lohnt es sich, vor dem Kauf einer Uhr die Produktionsbedingungen der Hersteller zu überprüfen. Nachhaltigkeit und Ethik sollten bei der Auswahl der Uhr immer mit in Betracht gezogen werden und gehören bei vielen Uhrenherstellern inzwischen zum Standard.