Win a Rolex at Watchmaster.com

Breitling lanciert mit der Premier Serie eine neue Kollektion, deren Modelle sich durch ein zurückhaltenderes Design auszeichnen. Der neue Look verdeutlicht auch die Neuausrichtung des Unternehmens unter CEO Georges Kern – ein viel diskutiertes Thema in der Uhrenwelt, das den Eindruck entstehen lässt, dass viele den neuen Weg des Unternehmens nicht mitgehen wollen.



Neue Breitling Kollektion und neue Werte?


Es heißt, dass man das altbekannte Design und eben jene Attribute vermisse, die Breitling Uhren einst populär machten. Viele der Kritiker befürchten, dass das Image der Marke verwässert. Ist diese Kritik berechtigt? Oder erkennt Kern die Zeichen der Zeit und forciert eine Überholung tradierter Vorstellungen, um den Anschluss an die neuen Kundenansprüche nicht zu verlieren?


Breitling Navitimer 01 B01 Chronograph AB0121211B1P1 Uhr mit schwarzem Lederarmband auf schwarzem Stoff
BREITLING NAVITIMER 01 B01 CHRONOGRAPH 43AB0121211B1P1


Die Breitling Premier Kollektion im Detail

Werfen wir zunächst einen Blick auf die neue Premier Kollektion, die den Stein ins Rollen brachte. Die neuartige Ausrichtung der Premier Serie ist streng genommen gar nicht so neu. Sie bezieht sich vielmehr auf ihre Anfänge in den 40er Jahren. Anders als bei den Fliegeruhren, wie zum Beispiel die Navitimer, oder den Taucheruhren der Superocean Familie war die Ausrichtung der nicht aufs Militär ausgelegt, sondern für den zivilen Gebrauch gedacht. Das Unternehmen bezeichnet die Modelle der neuen Premier Kollektion als Uhren mit „urbaner Eleganz“. Insgesamt gibt es zehn neue Modelle, die sich wiederum auf die Sparten Chronograph 42, Chronograph 42 Norton und Chronograph 42 Bentley Centenary verteilen. Die neuen Chronographen sind in Zusammenarbeit mit Bentley entstanden und allesamt Limited Editions.

Den Bentley Modellen ist das ausgefallene Zifferblatt aus Ulmenwurzelholz gemein, das auch in den Armaturenbrettern der legendären Rennwagen von Bentley verwendet wurde. Zwei Hilfszifferblätter zeigen die kleine Minute und die Stunde an. Auf 6 Uhr befindet sich außerdem eine Datumsanzeige. Auf der schwarzen Innenlünette befindet sich eine Tachymeterskala, während der Schriftzug „Bentley“ auf der linken Flanke des Gehäuses eingraviert ist. Das hauseigene Manufakturkaliber 01 sorgt für einen leistungsstarken und zuverlässigen Antrieb, den man auf der Rückseite durch den gläsernen Gehäuseboden beobachten kann. Erhältlich sind die Modelle in Stahl- und Rotgold-Ausführung mit Stahl- oder Kalbslederarmband. Preislich bewegen sich die Uhren zwischen 9.350 € (Ref. AB01181A1Q1X2, Stahl-Braun) und 26.350 € (Ref. RB01181A1Q1X1, Rotgold-Braun).


Breitling Premier B01 Chronograph 42 Norton AB0118A21B1X1 Uhr mit braunem Kalbslederarmband und Stahlgehäuse
BREITLING PREMIER B01 CHRONOGRAPH 42 NORTON (Photo: Breitling)


Etwas einfacher, aber nicht weniger elegant kommt die Premier B01 Chronograph 42 daher. Auch sie wird vom Kaliber 01 angetrieben und hat eine außerordentliche Gangreserve von 70 Stunden. Das Zifferblatt ist anthrazit gehalten, von dem sich die schwarzen Nebenzifferblätter elegant abheben. Das 42 mm große Gehäuse kann mit einem Armband aus Stahl, Nubuck- oder Krokodilleder kombiniert werden. Je nachdem, für welche Ausführung man sich entscheidet, kostet die Uhr zwischen 7.470 € und 7.700 €.

Im Jahr 2018 kündigte Breitling seine Zusammenarbeit mit dem englischen Motorradhersteller Norton an. Mit der Premier B01 Chronograph 42 Norton (Ref. AB0118A21B1X1) trägt diese Partnerschaft nun erste Früchte. Anders als bei den Bentley und Chronograph Modellen befinden sich arabische Ziffern auf dem Blatt, die wie die Zeiger mit Gold umrandet sind. Die Innenlünette ist weiß und ist mit einer Tachymeterskala versehen. Das Armband aus Rohleder ist ein spannender Kontrast zum edlen Gehäuse der Uhr. Breitling ruft 7.800 € für diese Uhr auf. Auf dem Gehäuseboden befindet sich wie bei den Bentley Modellen der „Norton“-Schriftzug und eines ihrer ikonischen Motorräder.

An diesem Detail wiederum entzündet sich bei einigen Uhrenliebhabern der Unmut über die Neuveröffentlichungen. Man unterstellt dem Unternehmen eine gewisse Ideenlosigkeit in der Kreation wirklich neuer Modelle. Durch den Vertrieb als Limited Editions solle dies verhüllt und obendrein noch monetarisiert werden.



Georges Kern bringt frischen Wind zu Breitling


Als der 1965 in Düsseldorf geborene Georges Kern im Jahr 2017 als Anteilseigner und CEO von Breitling vorgestellt wurde, war das eine mittelgroße Überraschung, da Kern zuvor bei Richemont für alle spezialisierten Uhrenmarken des Luxuskonzerns verantwortlich war.

Doch der Betriebswirt suchte nach einer neuen Herausforderung und fand sie in dem Umstand, dass er sich bei Breitling auch erstmals unternehmerisch betätigen konnte. Oft gehen solche Wechsel in den Chefetagen der Konzerne auch mit offensichtlichen Veränderungen einher. Das Logo von Breitling wurde verändert, was für Kritik sorgte. Doch wie Kern richtig anmerkte, orientiert sich das neue Design am ursprünglichen Logo des Uhrenherstellers.

Der neue CEO hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Absatzmärkte zu erschließen und richtet seinen Blick aufgrund seiner Erfahrungen bei IWC auf den chinesischen Markt. Dort zieht man elegante, modische Uhren den sportlichen Modellen vor. Aber auch in Europa hat sich das Bild vom Breitling Träger geändert. Statussymbole, die als solche auch hervorstechen, sind nicht mehr das Konzept, mit dem man den Großteil der männlichen Kundschaft überzeugt. Stattdessen ist Understatement angesagt und die Überlegungen von Kern scheinen diesbezüglich in die richtige Richtung zu gehen. Denn neben Kritikern gibt es auch eine Vielzahl von Uhrenliebhabern, die von der neuen Optik der Breitling Premier angetan sind - eben weil sie zurückhaltender sind.

Da an der herausragenden Qualität der Uhren weiterhin kein Zweifel besteht, lassen sich vielleicht auch Fans der Marke, die sich aufgrund des Wandels etwas vor den Kopf gestoßen fühlen, wieder besänftigen. Wir sind überzeugt, dass sich Breitling auf einem interessanten Weg in die Zukunft befindet.