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Das Schöne am Uhrensammeln ist die Vielfältigkeit dieser Leidenschaft. Man kann sein Hauptaugenmerk auf so viele einzelne Faktoren legen, die bei einer Uhr zusammenspielen. Ergreift mich das Design einer Uhr? Oder die Geschichte ihrer Marke? Sind es Idole, zu denen ich aufsehe, die das gleiche Modell trugen? Oder bin ich ein Fan der technischen Seite? Für eben jene, die sich für die technischen Aspekte interessieren und mehr über den Antrieb der Uhren wissen möchten, haben wir eine Liste mit den leistungsstärksten Uhrwerken zusammengestellt. Natürlich gibt es Kaliber, etwa bei Konzeptuhren wie der Cartier ID Two, die über phänomenale Werte wie eine Gangreserve von 31 Tagen verfügen. Jedoch legen wir den Fokus an dieser Stelle auf Kaliber, die sich über ihren langen Produktionszeitraum hin bewährt haben oder durch eine hohe Alltagstauglichkeit punkten.



Leistungsstarke Kaliber und ihre Geschichten


Ein Motor für die Krone: Das Rolex 3135 Kaliber

Fast synonym wird Rolex in Verbindung mit Robustheit und Ganggenauigkeit gebraucht. Das Kaliber 3135 der Schweizer Uhrenmanufaktur hat einen großen Anteil an diesem Ruf und sicherlich auch einen Platz unter den größten Errungenschaften von Rolex verdient. Bereits seit 1988 verbaut die Schweizer Marke mit der Krone dieses leistungsstarke Uhrwerk, welches zu den wichtigsten Kalibern von Rolex zählt, und hat es seither nur durch einige wenige Modifikationen weiterentwickelt.


Rolex Kaliber 3135 einer Submariner 116610LV Uhr mit dunkelgrauem Hintergrund
Kaliber 3135 | ROLEX SUBMARINER 116610LV


Anders als viele Uhrwerke von Mitbewerbern verwendet Rolex in seinem Schwungkörper keine beweglichen Teile wie etwa Kugellager. Der Rotor ist in 31 synthetischen Rubinen eingelagert. Dadurch gibt es nur geringe Verschleißerscheinungen. Eine weitere Eigenschaft des Kalibers ist die von Rolex erstmals im Jahr 2005 vorgestellte blaue Parachrom-Spirale. Durch ihre Legierung hält der Oszillator, auch Taktgeber der Uhr, Temperaturschwankungen und Stöße um ein Vielfaches besser aus als zuvor. Die Gangreserve erreicht mit 48 Stunden zwar keine Spitzenwerte, ist jedoch mehr als ausreichend. Die Gangabweichung von ca. 2 Sekunden pro Tag gehört dagegen mit zu den besten Werten bei mechanischen Alltagsuhren. Erreicht wird dies durch die 28.880 Halbschwingungen pro Stunde. 


Das vielseitige ETA Valjoux 7750

Die Geschichte des ETA Valjoux 7750 beginnt in den 1970er Jahren. Um der stetig steigenden Nachfragen nach Chronographen gerecht zu werden, entwickelte der Konstrukteur Edmond Capt für Valjoux ein Kaliber mit Stoppfunktion und Automatikaufzug. Es gelang ihm, die Mechanik des Vorgänger-Uhrwerks 7730 zu vereinfachen, indem er das klassische Schaltrad durch eine Nockenschaltung ersetzte, mit der sich die Start- und Stopp-Funktionen besser auf die innere Mechanik der Uhr übertragen lassen.

Seither wird das Uhrwerk in nahezu unverändertem Zustand produziert. Durch Aufbauten und Spezifikationen wurde und wird es für viele verschiedene Uhrenmodelle verwendet. Zwei Beispiele dafür sind die IWC Portugieser und die Navitimer von Breitling. Während in den Referenzen mit Hand- und Pellaton-Aufzug Manufakturkaliber zum Einsatz kommen, findet sich bei den einfachen Automatikmodellen ein stark modifiziertes 7750er Kaliber. Bei Breitlings Navitimer wurden bis 2010 Versionen des ETA Valjoux verbaut. Seitdem verwendet das Unternehmen sein selbstentwickeltes Manufakturkaliber B01 und hat die Serie dementsprechend in Navitimer 01 umbenannt. Da die Durchmesser der beiden Kaliber identisch sind, können Uhrenmodelle mit dem ETA Valjoux 7750 jedoch problemlos das neue Kaliber von Breitling verbaut bekommen.


Das Lemania 5100 und sein berühmter Verwandter

Das Lemania 5100 wurde wie das Valjoux 7750 in den 70er Jahren entwickelt. Die beiden Kaliber lieferten sich auch lange Zeit einen Wettstreit darüber, welches das leistungsfähigere Werk sei. Mit der Einstellung der Produktion von Lemania 5100 Werken scheint dieses Ringen zwar beendet, ist aber längst nicht entschieden.

Das 5100er Werk hatte es lange Zeit unter Uhrenexperten nicht leicht. Sein eher schlichtes Erscheinungsbild und die Verwendung von Nylon- und Kunststoffteilen brachten dem Uhrwerk manch kritischen Kommentar ein. Jedoch hatte man sich absichtlich für diese Komponenten entschieden, um den Verschleiß so gering wie möglich zu halten und den Gang zur Revision eher später als früher nötig zu machen. Abgesehen von ästhetischen Gesichtspunkten handelt es sich bei dem Lemania 5100 jedoch um ein leistungsstarkes und hervorragend konzipiertes Uhrwerk, das in vielen Uhrenmodellen von Omega, Sinn, Fortis und Porsche Design zur Verwendung kam. Seit der Einstellung der Produktion entwickeln sich Lemania 5100 Werke zu begehrten Sammlerstücken.

Zu erwähnen sei auch das Lemania 2310, auf welchem das Omega 321 basierte. Dieses wurde in der Omega Speedmaster Professional verbaut. Als die NASA auf der Suche nach einem geeigneten Uhrenmodell für Weltraumflüge war, hielt nur die Omega Speedmaster den hohen Ansprüchen der Raumfahrtbehörde stand. Das erste Mal flog eine Speedmaster 1962 im Rahmen der Mercury-Atlas-8 Mission ins Weltall. Sechs Jahre später war es eine Omega Speedmaster der Referenz 105.012, die am Handgelenk von Buzz Aldrin mit auf die Mondoberfläche genommen wurde.


Das El Primero und wie es Geschichte schrieb

Wie der Name bereits sagt, handelt es sich beim El Primero Werk um das erste – und zwar eines der ersten Automatikwerke der Welt. Ende der 60er Jahre gab es zwischen den Kooperationen Breitling, Heuer-Leonidas, Hamilton/Büren und Dubois Dépraz sowie Zenith/Movado einen Wettstreit, wer das erste automatische Chronographenwerk herstellen würde. Am 10. Januar 1969 stellte Zenith/Movado das El Primero vor und gewann damit nicht nur diesen Wettlauf, sondern präsentierte auch gleichzeitig das Uhrwerk mit den meisten Halbschwingungen pro Stunde, nämlich 36.000. Viele Hersteller statteten daraufhin ihre Uhren mit diesem Werk aus, unter anderem Rolex seine Cosmograph Daytona.


Blaues Zifferblatt einer Zenith El Primero Stratos 03.2067.40551.M2060 Uhr
ZENITH EL PRIMERO STRATOS 03.2067.40551.M2060



Zahlen lügen nicht: Fakten zu den Kalibern


Um den Überblick zu behalten, haben wir die vorgestellten Kaliber in einer Tabelle zusammengefasst. So haben Sie auf einen Blick die technischen Aspekte sowie Modelle, in denen die Werke verbaut sind.

Kaliber Halbschwingungen Gangreserve Verbaute Steine Produktions-
zeitraum
Modelle
Rolex 3135 28.800 A/h 50 Stunden 31 Seit 1988 Rolex Datejust,
Rolex Submariner Date,
Rolex Yacht-Master
Valjoux 7750 28.800 A/h 44 Stunden 25 Seit 1973 TAG Heuer Formula 1,
Breitling Chronomat Evolution
Lemania 5100 28.800 A/h 48 Stunden 17 1978 bis 2002 SINN Spacelab 140/142
El Primero 36.000 A/h 55 Stunden 25 Seit 1969 Zenith El Primero,
Rolex Cosmograph Daytona