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Spricht man von Luxus und Luxusgütern, so ist oft die Begrenzung der Menge ein entscheidender Faktor. In unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft gilt auch Zeit als Luxusgut und wir wissen, dass insbesondere diese sehr begrenzt ist. Deshalb begann die Menschheit bereits 3.000 v. Chr. mit der Messung dieses wertvollen Guts. Heute, über 5.000 Jahre später, hat sich in Bezug auf die Zeitmessung vieles getan, weshalb wir einige Personen vorstellen möchten, die neben Rolex Marketing-Genie Hans Wilsdorf und Design-Legende Gérald Genta ebenfalls einen erheblichen Beitrag in der Geschichte der Uhrenindustrie geleistet haben. Dies sind die zehn bedeutendsten Uhrmacher und ihre Erfindungen.



Die Top 10 der einflussreichsten Uhrmacher


1. Die Erfinder unseres Zeitsystems

Wie eingangs bereits erwähnt, maß die Menschheit bereits vor über 5.000 Jahren die Zeit – damals jedoch noch sehr ungenau mit Hilfe von Sonnenuhren. Diese sogenannten Schattenstäbe gehen bis auf die alten Sumerer und Ägypter zurück.

Ein Jahrtausend später waren es schließlich die Babylonier, die das Sexagesimalsystem erfanden, auch bekannt als Hexagesimal- oder Sechziger-System. Dieses System beschränkt alles auf einen Stellenwert bis 60. Bei der Zahl 60 dürfte dem ein oder anderen bereits ein Licht aufgehen: Dieses Zahlensystem konnte sich im Laufe der Zeit gegen mittelalterliche Systeme europäischer Gelehrter durchsetzen und hat sich so bis heute in der Zeitmessung gehalten. Demnach hat eine Minute 60 Sekunden. Damit zählen die Babylonier für uns definitiv zu den wichtigsten Uhr- oder vielmehr Zeitmachern unserer Geschichte.


2. Die erste wetterunabhängige Uhr von Amenemhet

Der erste namentlich bekannte Uhrmacher der Welt, ein altägyptischer Fürst namens Amenemhet, lebte etwa 1555 bis 1505 v. Chr. und fertigte zu Ehren seines Pharaos eine Uhr, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Diese bahnbrechende Erfindung war in der Lage, die Nacht in zwölf Stunden einzuteilen und die nach Jahreszeiten variierende Dauer der dunklen Nachtstunden dabei zu berücksichtigen.

Dieser Geniestreich gelang jedoch nicht aufgrund von aufwändigen Zahnrad-Konstellationen, sondern war lediglich zwei Krügen zu verdanken. Aus dem höher gestellten Krug floss Wasser durch ein kleines, in einem speziellen Winkel gebohrtes Loch in einen tiefer positionierten Krug. Diese Konstruktion wurde als Wasseruhr bekannt, welche Amenemhet auf seiner eigenen Grabinschrift wie folgt beschreiben ließ: „Ich … fertigte seiner Majestät Amenophis I. eine Wasseruhr, die zu jeder Jahreszeit richtig war. Sommer und Winter zeigte sie die Stunde an ihrer Stelle. Nie wurde ähnliches seit der Urzeit hergestellt.“ Als Erfinder der Wasseruhr darf Amenemhet unter den einflussreichsten Uhrmachern unserer Meinung nach nicht fehlen.


3. Al-Dschazarī und seine komplizierte Elefantenuhr

Unser dritter Uhrmacher ist kein Geringerer als der Erfinder und Entwickler des ersten kunstfertigen Automaten: Al-Dschazarī. Er war einer der größten islamischen Ingenieure und Autoren des 12. und 13. Jahrhunderts. Neben Türschlössern und anderen mechanischen Apparaturen, lieferte er Prinzen und Königen seinerzeit bereits Entwürfe für Uhren.

Die Elefantenuhr des al-Dschazarī war einer seiner Entwürfe und wurde in neuerer Zeit mit Hilfe seiner Aufzeichnungen nachgebaut. Was viele wohl überraschen mag: Sie funktionierte. Die Elefantenuhr beeindruckt vor allem aufgrund der unsagbar komplizierten und kunstfertigen Art ihrer mechanischen Konstruktion. So funktioniert sie: Im Bauch des Elefanten befindet sich ein verborgener Wassertank, der eine Schüssel langsam mit Wasser füllt. Dabei zieht die Schüssel an einem Seil, welches wiederum die Figur eines Schreibers auf dem Rücken des Elefanten dreht. Die Feder des Schreibers zeigt dabei die Minuten an. Nach einer halben Stunde ist die Schüssel so weit abgesunken, dass eine sich in einem Korb auf dem Baldachin, unter dem der Schreiber sitzt, befindliche Kugel löst und ein Zahnrad dreht. Dieses Zahnrad sorgt für das Drehen einer Scheibe, die einen mechanischen Falken pfeifen lässt und in halbstündigen Schritten die Stunde anzeigt. Die Kugel fällt daraufhin in das Maul einer Schlange, welche mit der Kugel im Maul nach unten schwingt. Dabei zieht die Schlange die Schüssel an einem Draht wieder aus dem Wassertank und legt die Kugel in einem Korb ab. Diese schlägt dann auf eine Zimbel, lässt einen Ton erklingen und der Prozess beginnt von vorne. Das alles wiederholt sich so lange automatisch, bis der Korb mit Kugeln auf dem Baldachin geleert ist. Diesen muss man zweimal täglich erneut mit Kugeln befüllen, um kontinuierlich die Zeit angezeigt zu bekommen.

Für diesen verrückten und gleichzeitig so raffinierten Mechanismus hat sich Al-Dschazarī ebenfalls einen Platz unter den bedeutendsten Uhrmachern mehr als verdient.


4. Pouzait und die Springende Sekunde

Jean-Moïse Pouzait war Direktor der ersten Uhrmacherschule in Genf und kreierte im Jahr 1777 einen Mechanismus für den Antrieb des Sekundenzeigers, der unabhängig vom Gehwerk der Uhr war und demnach gesondert gestoppt werden konnte. Somit gilt Pouzait als Schöpfer der Springenden Sekunde (französisch: Seconde morte), die die klassische Tick-Tack-Bewegung des Sekundenzeigers bezeichnet.

Heute ist die Springende Sekunde der Standard bei vielen Uhren und kaum noch wegzudenken. Somit ist Pouzait mit seiner Erfindung würdig, um zu den einflussreichsten Uhrmachern aller Zeiten zu zählen.


5. Der Wirbelwind der Uhrenindustrie

Abraham-Louis Breguet, Gründer der noch heute bestehenden Uhrenmanufaktur Breguet, war nicht nur passionierter Uhrmacher, sondern lieferte dank seines scharfen Verstandes für Mathematik und Physik etliche Meilensteine in der Geschichte der Uhrenindustrie.


Roségoldene Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Tourbillon Q1322410 Herrenuhr mit schwarzem Lederarmband
JAEGER-LECOULTRE MASTER ULTRA THIN TOURBILLON Q1322410


Neben der ersten automatischen Uhr mit Schwungmasse und doppeltem Federhaus ist Breguet auch das Tourbillon (deutsch: Wirbelwind) zu verdanken, das er im Jahr 1795 präsentierte. Dieses machte die Ganggenauigkeit von Taschen- und Armbanduhren unabhängig von der Schwerkraft. Auf das Konto Breguets gehen auch die freie Hemmung, die Breguet-Spirale und die nach ihm benannten Uhrzeiger, die heute sogar das Logo der Uhrenmanufaktur zieren. Die Breguet-Zeiger aus gebläutem Stahl sind in ihrer Form unverkennbar und ein Erkennungsmerkmal der Manufaktur. Eine seiner wohl größten Errungenschaften ist die Erfindung der ersten Armbanduhr. Diese fertigte der Schweizer im Jahr 1810 für Caroline Murat, der jüngsten Schwester des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Fertiggestellt wurde die Uhr allerdings erst zwei Jahre später.

Breguet war ein wahrer Pionier der Uhrenbranche mit dem Erfindergeist eines Daniel Düsentriebs und zweifelsohne einer der bedeutendsten Uhrmacher, den die Welt je gesehen hat.


6. Der Begründer der deutschen Feinuhrmacherei

Wenn ein Mann im Alleingang eine ganze Region zum Hotspot der Uhrenindustrie macht und nebenbei noch als Uhrmacher, Unternehmer, Bürgermeister einer Kleinstadt und Abgeordneter eines Bundeslandes arbeitet, dann ist das mehr als bewundernswert. Ferdinand Adolph Lange, Gründer der Uhrenmanufaktur A. Lange und Söhne, war nicht nur ein äußerst begabter Uhrmacher, sondern verstand es auch, die Uhrenproduktion durch Arbeitsteilung effektiver zu gestalten. Seine Firma gründete er 1845 mit einem Darlehen der Königlich Sächsischen Regierung und wählte als Standort den kleinen, wirtschaftlich schwachen Ort Glashütte.


Gelbgoldene A. Lange & Söhne 1 Time Zone 116.021 mit braunem Lederarmband
A. LANGE & SÖHNE 1 TIME ZONE 116.021


Obwohl Lange zu Beginn weder über ausgebildetes Personal noch die nötige Infrastruktur verfügte, schreckte er nicht davor zurück, seine Uhrenmanufaktur zu gründen und verhalf dem kleinen Ort im Erzgebirge durch zahlreiche neue Arbeitsplätze zu wirtschaftlichem Aufschwung. Darüber hinaus bestärkte er seine Mitarbeiter immer wieder darin, den Weg der Selbstständigkeit zu gehen und eigene Firmen zu gründen. Damit gilt Lange mitunter als Grund für den Erfolg der Glashütter Uhrenindustrie und den Wohlstand der Region.

Mit seinem unternehmerischen Mut und seinem Engagement schuf A. Lange die Basis für die florierende Glashütter Uhrenindustrie. Er gilt als Begründer der deutschen Feinuhrmacherei und gehört somit zu den prägendsten Uhrmachern der Geschichte. Bis heute gehört A. Lange und Söhne zu den erfolgreichsten Luxusuhrenmanufakturen weltweit.


7. Von einer Freundschaft zur ersten Herrenarmbanduhr

In ihren Anfängen galten Armbanduhren fast ausschließlich als modisches Accessoire für Damen. Bei den Männern waren Zeitmesser noch in Form von Taschenuhren üblich, die sie zumeist an einer Kette befestigt in ihrer Jacken- oder Westentasche trugen.

Dies sollte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ändern, als sich der brasilianische Pilot Alberto Santos Dumont eine Uhr wünschte, von der man die Uhrzeit auch während des Fluges im Cockpit bequem ablesen kann, ohne die Hände vom Steuerknüppel nehmen zu müssen. Mit seinem Anliegen wandte er sich an seinen Freund, den französischen Schmuck- und Uhrenhersteller Louis Cartier. Dieser willigte ein und entwarf für Santos Dumont 1904 die weltweit erste Herrenarmbanduhr mit Lederarmband. Das ursprünglich als Einzelanfertigung geplante Projekt erfreute sich schnell einer so großen Beliebtheit, dass es nicht lange dauern sollte, bis Armbanduhren für Herren zu einem willkommenen Accessoire avancierten.

Das nach dem Piloten benannte Uhrenmodell Santos ist bis heute, über 100 Jahre später, noch wichtiger Bestandteil im Sortiment von Cartier. Damit gilt Louis Cartier als der Urvater der Herrenarmbanduhr und lieferte einen entscheidenden Beitrag in der Uhrengeschichte.


Cartier Santos Galbee W20011C4 187901 aus Edelstahl und Gelbgold mit weißem Zifferblatt
CARTIER SANTOS GALBEE W20011C4 187901


8. Harwoods Selbstläufer

Während die ersten Armbanduhren der Geschichte noch mit Handaufzug liefen, entwarf der 29-jährige Brite John Harwood im Jahr 1922 die erste automatische Armbanduhr mit Pendelschwungmasse. Zwei Jahre später wurde ihm in der Schweiz das Patent für seine Erfindung ausgestellt.

Die ersten Automatik-Armbanduhren wurden daraufhin in Zusammenarbeit mit Blancpain und Fortis gefertigt. Fortis war es auch, das als erstes Unternehmen automatische Armbanduhren in Massenproduktion herstellen konnte. Mit seiner Erfindung änderte Harwood wortwörtlich den Lauf der Zeit und hat sich seinen Platz auf dem Olymp der einflussreichsten Uhrmacher wahrlich verdient.


9. Fortschritt und Niedergang in einem: Die Quarzuhr

Quarzuhren bescherten der Uhrenindustrie aufgrund ihrer günstigen Produktionskosten und der hohen Ganggenauigkeit in den 80er Jahren große Probleme. Die sogenannte Quarzkrise trieb viele Manufakturen an den Rand des finanziellen Ruins oder sogar gänzlich ins Aus.

Ein Teil der Schuld für diese Krise ist wohl auch Udo Adelsberger und Adolf Scheibe zuzuschreiben. Die beiden Deutschen entwickelten 1932 an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (PTR) verschiedene Quarzuhren, mit Hilfe derer sie die Unregelmäßigkeit der Erdrotationsgeschwindigkeit nachweisen konnten. Damit war erstmals eine von Menschenhand gefertigte Uhr präziser als die Erdrotation, welche bis dato als Referenz zur Zeitmessung genutzt wurde. Adelsberger und Scheibe erschufen damit jene Hydra, welche den Herstellern mechanischer Uhren während der Quarzkrise zu schaffen machen sollte. Nichtsdestotrotz setzten die beiden mit der Erfindung der Quarzuhr einen wichtigen Meilenstein in der Uhrengeschichte, der an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll.


Breitling Colt Quartz A53350 Quarzuhr mit blauem Zifferblatt und blauem Lederarmband
BREITLING COLT QUARTZ A53350


10. Eine neue Art der Zeitmessung: Die Atomuhr

Im Jahr 1944 erhielt der US-Amerikaner Isidor isaac Rabi den Physik-Nobelpreis für sein Magnetresonanzverfahren zur Untersuchung der magnetischen Eigenschaften des Atomkerns, welches die Grundlagen für die Entwicklung der Atomuhr bildete.

Rabi hat zwar recht wenig mit dem Handwerk der Uhrmacherei zu tun, jedoch ist die durch ihn entwickelte Atomuhr die präziseste Möglichkeit der Zeitmessung. Sie hat eine Abweichung von lediglich ein paar Sekunden nach einigen tausend Jahren und gilt bis heute als Standard, um andere Uhren nach ihrer Zeit zu stellen. Damit ist Rabi zwar kein Uhrmacher im eigentlichen Sinn, aber ähnlich wie die Babylonier vor Jahrtausenden hat auch er die gesamte Art und Weise der Zeitmessung revolutioniert. Deshalb sollte auch seine Errungenschaft auf keinen Fall fehlen.