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Wie dem geneigten Uhrenfreund sicher bewusst ist, ist jeder Zeitmesser das Ergebnis zahlloser Einzelteile, die in vielen Schritten von FeinmechanikerInnen zusammengesetzt wurden. Nur, wenn alle Komponenten perfekt zusammenpassen, entstehen außergewöhnliche Uhren der Extraklasse. Genauso verhält es sich auch mit dem Zusammenspiel von Armband und Gehäuse. Dieser Artikel führt Sie in die Welt der Armbänder von Gay Frères ein. Ein Unternehmen, das im 20. Jahrhundert Zulieferer aller großen Uhrenmarken war, nun aber scheinbar verschwunden ist. Doch ist dem tatsächlich so?
 
 

Wie Gay Frères die Uhrenwelt eroberte


Von Kettenmachern zu Luxusarmband-Herstellern

Gay Frères wurde im Jahr 1835 von Jean-Pierre Gay und Gaspard Tissot gegründet. Zu Beginn stellte das Unternehmen Schmuck und Ketten für Taschenuhren her. Zwar reicht die Geschichte der Armbanduhren einige Zeit zurück, doch zu diesem Zeitpunkt traten diese noch nicht auf. Aus der einstigen Tätigkeit entwickelte sich die anfängliche Bezeichnung des Unternehmens als “Chainiste”, was soviel wie “Kettenmacher” bedeutet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich dann allerdings die Armbanduhr durch und die Unternehmen, die die Ketten hergestellt hatten, mussten sich umorientieren, wenn sie nicht in der Belanglosigkeit verschwinden wollten. Bei Gay Frères gelang die Umstellung hervorragend und bald schon konnte das Unternehmen Rolex als Kunden gewinnen. Diese Geschäftsbeziehung sollte sich als schicksalshaft für die Manufaktur herausstellen, denn die Besonderheit der Gay Frères Armbänder erkannten schnell auch viele andere Uhrenhersteller. Zu dieser Zeit war es noch nicht üblich, dass Uhrenhersteller auch die Armbänder zu ihren Uhren lieferten. Vielmehr waren die Armbänder – meist sehr kostspielige – Extras.
 

Ab den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts belieferte Gay Frères fast alle großen Uhrenmarken, darunter Vacheron Constantin, Patek Philippe, Audemars Piguet und Zenith. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Firma durch ihre kongenialen Armbänder für die Uhrenklassiker Royal Oak von Audemars Piguet und der El Primero von Zenith. Die großen Uhrenmanufakturen schätzten Gay Frères unter anderem auch für seine Expertise in der Verarbeitung von Stahl. Die 70er Jahre markierten den Höhepunkt des Unternehmens, das sich weiterhin in Familienhand befand und über 500 Mitarbeiter an ihrem Firmenstandort in Genf beschäftigte.

 

Audemars Piguet Royal Oak Armband mit schwarzem HintergrundAUDEMARS PIGUET ROYAL OAK 15400ST.OO.1220ST.02

 

Rolex’ Investition in die Zukunft


Die große Veränderung fand im Jahr 1998 statt, als Rolex Gay Frères aufkaufte. Von Experten wird dieser Schritt als eine der wichtigsten vertikalen Integrationen in der Geschichte von Rolex gewertet. Das von Hans Wilsdorf gegründete Unternehmen verfolgte damit den Plan, über jeden Schritt in der Fertigung der eigenen Uhren bestimmen und so höchste Qualität aus einer Hand gewährleisten zu können.
 

War dies das Ende der Eigenständigkeit von Gay Frères? Mitnichten. 2010 wurde das Unternehmen von der französischen Responsible Jewellery Council zu einem zertifizierten Mitglied erhoben. Die RJC setzt sich für eine Förderung und Verarbeitung von Edelsteinen und Gold ein, die weder Menschenrechte noch die Umwelt verletzen. Dies ist besonders heutzutage für viele potenzielle Neukunden eine wichtige Frage, die sich vor dem Kauf einer Uhr stellt. Einmal mehr beweisen Gay Frères und Rolex, dass man seinem Anspruch nach zukunftsgerichteten Produktionsweisen und Produkten treu geblieben ist.
 
 

Populäre Armband-Designs von Gay Frères


Wer über die Investition in eine Vintage-Uhr nachdenkt, der ist nicht nur am Aussehen des Zifferblattes oder dem Zustand des Gehäuses interessiert. Sammler von Vintage-Uhren wollen ein stimmiges Gesamtpaket kaufen. Wenn sich an einem Vintge-Uhrenmodell ein originales Armband von Gay Frères befindet, deutet das daraufhin, dass Zeitmesser und Armband wohl aus derselben Zeit stammen. Der Armbandhersteller wurde besonders durch drei seiner Designs bekannt.
 

Das Oyster-Armband

So sicher, wie eine Auster ihre kostbare Perle umschließt, sollte das Oyster-Armband auch die Perle, besser gesagt Krone unter den Uhren, ans Handgelenk ihres Trägers binden. So lautet zumindest eine blumige Erklärung, wie man zu dem Namen “Oyster” kam. Das Armband ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Rolex und Gay Frères in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Es ist einer der Gründe, warum die Rolex Oyster als außerordentlich robuster und vielseitig einsetzbarer Zeitmesser gilt. Das Oyster-Armband besteht aus drei Gliedern, die versetzt miteinander verhakt sind. Das mittlere Glied ist dabei größer als die beiden äußeren. Abgerundet wird es durch die Faltschließe, die ein schnelles Ab- und Anlegen ermöglicht. Einmal geschlossen, liegt das Armband sicher am Handgelenk und kann sich nicht von selbst lösen.

 

Rolex Air-King 116900 Armband mit schwarzem HintergrundROLEX AIR-KING 116900

 

Das Beads of Rice-Armband

Wie Reiskörner ordnen sich die einzelnen Glieder bei diesem Armband an. Dieses Design wurde in den 40er Jahren vorgestellt und gehört zu einem der populärsten Designs von Gay Frères. Die feinen Kleinteile lassen das Armband schmaler und eleganter wirken. Dies machte es besonders für Firmen wie Longines und Patek Philippe attraktiv, die ihre Dresswatches damit schmückten. Insbesondere Uhrenklassikern verleiht dieses Armband einen Vintage-Charme, der den Wert Ihrer gebrauchten Luxusuhr sogar noch steigern kann. Im Watchmaster Onlineshop finden Sie eine Chopard Happy Sport (Ref. 278236-3005) mit diesem populären Armband.

 

Chopard Happy Sport Armband mit schwarzem HintergrundCHOPARD HAPPY SPORT 278236-3005

 

Das Bonklip-Armband

Bonklip ist der Name eines weiteren wichtigen Herstellers von Uhrenarmbändern. Jedoch wurder der Name auch auf das Design der Armbänder übertragen. Das Bonklip-Armband wird auch Bamboo– beziehungsweise Bambus-Armband genannt. Es besteht aus vielen einzelnen Gliedern, die durch Bänder zusammengehalten werden. Zwischen den einzelnen Gliedern besteht Platz, in den man die Schließe des Armbandes einhaken kann. Dadurch lässt sich die Größe bequem an die unterschiedlichsten Handgelenke anpassen, ohne die Uhr ausziehen zu müssen. Diese Technik fand anfangs besonders bei Piloten der Royal Air Force großen Anklang, für die das Bonklip-Armband ursprünglich entwickelt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schließen der Armbänder immer weiter entwickelt. Durch die Faltschließe ließen sich die Armbänder nun an die Größe des Handgelenks anpassen und waren außerdem sicherer, da sie sich nicht versehentlich lösen lassen. Das ikonische Design der einzelnen Glieder wurde jedoch gern beibehalten, so etwa bei Vintage-Modellen von Breitling aus den 1990er Jahren, wie der Breitling Antares 81970 und der Breitling Chronomat B13050.1.

 

Breitling Chronomat B13050.1 Armband mit schwarzem HintergrundBREITLING CHRONOMAT B13050.1