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Auch Japan zählt heute zu den Größen in der Uhrenindustrie. Während viele Hersteller im Zuge der Quarzkrise in den 70er und 80er Jahren mächtig ins Schwanken gerieten, brachte Japan einige namhafte Uhrenmarken hervor, die bis heute in aller Welt bekannt sind. Was viele nicht wissen: Neben den günstigen, in Massenproduktion hergestellten Modellen punktet das Land der aufgehenden Sonne auch mit hochwertigen mechanischen Uhren, von denen auch einige im Luxussegment angesiedelt sind. Da oft nur die großen Schweizer Uhrenmarken thematisiert werden, möchten wir an dieser Stelle den Fokus auf den asiatischen Raum legen und die bedeutendsten japanischen Uhrenhersteller und einige ihrer bekanntesten Serien vorstellen.



Citizen


1930 wurde Citizen von japanischen und schweizerischen Investoren gegründet und übernahm das 1918 etablierte Shokosha Watch Research Institute. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde Schweizer Ingenieurkunst nach Japan überführt, wo man 1936 die Tanashi Fabrik eröffnete und auf Massenproduktion umstellte. Heute wird bei diesen vollautomatischen Produktionsprozessen pro Sekunde ein Quarzwerk hergestellt. Die High-End-Modelle werden bei Citizen jedoch von Hand durch sogenannte Meister und Super-Meister zusammengebaut, finissiert und reguliert. Man blickt dabei inzwischen auf eine lange Tradition zurück. 1956 konnte mit der Parashock die erste eigens in Japan hergestellte Uhr präsentiert werden. Es folgten schnell weitere Modelle und ein verstärkter Fokus auf die Entwicklung von Quarzwerken, die während der Quarzkrise besonders gefragt waren und den Markt beherrschten. Und auch im Bereich der Solartechnologie hob sich Citizen mit seinen Eco-Drive Uhren von der Konkurrenz ab. Um sich weltweit einen Namen zu machen, erweiterte das Unternehmen in den kommenden Jahren mit Bulova (2008) und der Frederique Constant Group (2016) sein Portfolio. Seit 2019 ist die Citizen Watch Co. Ltd Teil der Citizen Holdings mit Hauptsitz in Tokio, die neben Uhren unter anderem auch Büro- und Präzisionsmaschinen herstellt. Ein großer Coup gelang Citizen 2018 durch die Partnerschaft mit Disney. Aus dieser gehen Kollektionen hervor, die thematisch an Marvel, Disney und Star Wars anknüpfen.


Die drei wichtigsten Citizen Kollektionen


  • Mit seinen Eco-Drive One Uhren setzt Citizen auf umweltfreundliche Energie. Die Batterie lädt sich bei diesen Modellen mit Sonnenenergie auf. Das ultraflache Design mit einem Werk, das nur 1 mm in der Dicke misst, lässt die Uhr problemlos unter jedes Anzughemd gleiten.

  • Eine Spezialität aller japanischen Uhrenhersteller sind GPS-Uhren, die Zeit- und Datumsanpassung automatisch über Satelliten vornehmen. Citizens Satellite Wave verbindet sich dafür mit dem Michibiki-Satellitensystem und berechnet innerhalb von einer halben Minute die Position seines Trägers.

  • Die Promaster setzt bereits seit 1989 Funktion über alles. Sportlich nicht nur in ihrer Leistung, sondern auch in der Designvielfalt der Zifferblätter, hat ich die Promaster schnell zu einer Funktionsuhr für Amateure und Profis zugleich entwickelt.



Seiko Prospex SBEX001 Titan-Uhr mit schwarzem Zifferblatt und Automatikwerk
SEIKO PROSPEX SBEX001



Casio


Die Ursprünge von Casio sind eher bescheiden. Nachdem das Unternehmen 1946 von Tadao Kashio gegründet wurde, produzierte man anfangs vor allem Mikroteile und Taschenrechner. Tadaos jüngerer Bruder Toshio kündigte seine Stelle als Techniker im Ministerium für Kommunikation und brachte sein technisches Wissen nun in die Firma ein. Den Uhrenmarkt erschlossen sie im Oktober 1974 mit dem Casiotron, der neben der Zeit auch die Monatstage anzeigen konnte. 1983 debütierte mit der DW-5000C die erste G-Shock Uhr, welche Casios Bekanntheit weiter steigerte. Für dieses Modell warb Casio, indem man einen Eishockey-Spieler die Uhr als Puck benutzen ließ. Trotz der obligatorischen „Nicht nachmachen“-Warnung im Spot wurde das Szenario von einem TV-Sender nachgestellt – und die Casio G-Shock DW-5000C bestand den Test mit Erfolg. Die G-Shock entwickelte sich schnell zu einem Bestseller und verankerte Casio auch in der Popkultur. Ob Keanu Reeves (Speed) oder Tom Cruise (Mission Impossible I bis III) – in den Actionfilmen der 90er war es beinahe unmöglich, die G-Shock nicht in der Hauptrolle zu sehen. Auch in den folgenden Jahrzehnten arbeitete Casio weiter daran, Uhren im Alltag des Trägers zu verankern. Ob MP3-Player oder Kameras – alles fand seinen Platz in dem robusten Gehäuse einer Casio.


Die drei wichtigsten Casio Kollektionen


  • Das Flaggschiff von Casio ist zweifelsohne die G-Shock, die auch gröberen Stößen problemlos standhält. Die Stoppuhr, Countdown-Funktion und 200 Meter Wasserdichte machen die Casio G-Shock zu einer echten Allzweckwaffe, weswegen sie nicht nur als täglicher Begleiter, sondern auch als Militäruhr begeistert.

  • Für Abenteurer und Outdoor-Fans entwickelte Casio die Pro Trek, die mit Google’s Wear OS arbeitet und über GPS oder Standorterinnerung verfügen. Auch die patentierte Casio-Technologie „Triple Sensor“ mit Thermometer, Barometer und Digitalkompass ist mit an Bord.

  • Mit der Edifice stellt Ihnen Casio treue Alltagshelfer zur Seite, die die Weltzeit angeben können und über verschiedene Alarme verfügen. Manche Modelle sind auch mit einer Bluetooth-Funktion ausgestattet und können daher mit Smartphones gekoppelt werden. Die Anzeige erfolgt bei der Edifice Kollektion sowohl digital als auch in einer analog-digitalen Mischform, die auch als Ana-Digi bekannt ist.



Seiko


1881 schloss Kintaro Hattori zum ersten Mal seinen kleinen Uhren- und Juwelenladen im Ginza-Distrikt von Tokio auf. 1892 lancierte er seine erste Uhrenmarke mit dem Namen Seikosha und konnte 1913 mit der Laurel schließlich die erste japanische Armbanduhr präsentieren und leistete damit einen entscheidenden Beitrag in der Entwicklung der japanischen Uhrenindustrie. 1924 folgte die erste Uhr, die Hattori unter dem Namen Seiko veröffentlichte. Internationale Aufmerksamkeit brachte die Entwicklung der 1969 lancierten Seiko Astron, die weltweit erste Quarzuhr. Mit seiner Marvel Kollektion veröffentlichte das Unternehmen in den 50er Jahren auch das erste komplett eigens produzierte mechanische Werk und debütierte im selben Jahr mit der Seiko 5 Sport SpeedTimer auch den ersten automatischen Chronographen – noch vor TAG Heuers Monaco, Zentihs El Primero und Breitlings Chrono-Matic. Der Anspruch, wie eine Manufaktur die Uhren selbst herzustellen, blieb über die Jahre erhalten und mündete schließlich in der Grand Seiko Kollektion – japanische High-End Luxusuhren, die neue Maßstäbe in Sachen Präzision setzten. Auch die Evolution der Quarzuhr ging weiter von Seiko aus. So war die erste Quarzuhr, die Quarz mit Mechanik vereinte, die Seiko Spring Drive Spacewalk, und die erste Quarzuhr mit GPS-Abgleich sollte den Namen Seiko Astron GPS Solar tragen. Dieser Wettbewerbsgeist zeigt sich auch bei den zahlreichen Sport-Events, die der japanische Hersteller Seiko sponsert.


Schwarze Seiko Astron GPS Solar SAST100G Titan-Uhr mit Quarzwerk
SEIKO ASTRON GPS SOLAR SAST100G


Die wichtigsten Seiko Kollektionen


  • Die Grand Seiko ist Aushängeschild für die Verdienste des Unternehmens in der Haute Horlogerie. Hier verbanden sich in den 60er Jahren Taro Tanakas vier goldene Design-Regeln mit dem technischen Spirit von Seiko. Das Unternehmen ist eine Tochterfirma von Seiko und wird als eigene Marke geführt.

  • Mit der Astron GPS Solar stieß Seiko 2012 den Trend der GPS-Uhren los, dem alle anderen japanischen Marken zu folgen begannen. Mit nur einem komfortablen Knopfdruck stellt sich die Uhr automatisch auf eine neue Zeitzone ein. Das Beste dabei ist, dass die Uhren durch Solarenergie angetrieben werden.

  • Wie jede ernstzunehmende Marke hat Seiko mit der Prospex auch eine hervorragende Taucheruhr in seinem Katalog. Auch hier leistete der Seiko erneut historische Pionierarbeit, als das Unternehmen 1965 die erste japanische Taucheruhr lancierte.

  • Mit der Sportura Kinetic Kollektion wagt Seiko den Schritt in die Zukunft. Sportlich futuristische Designs und hochpräzise Kaliber sorgen für einzigartige Chronographen. Wer also auf der Suche nach einer verlässlichen und obendrein individuellen Sportuhr ist, der sollte diese Serie keinesfalls außer Acht lassen.



Orient Watch


Die Ursprünge der Orient Watch Company gehen bis auf das Jahr 1901 zurück, als Shogoro Yoshida ein Uhrengeschäft im Ueno-Distrikt von Tokio eröffnete. Ab 1934 begann Yoshida, in der eigenen Fabrik Armbanduhren zu produzieren, musste aber nach dem Zweiten Weltkrieg umstrukturieren. 1951 wurde die Orient Star veröffentlicht und das Unternehmen expandierte in den kommenden Jahren nach China und Übersee. In den 60er Jahren folgte die Orient Tri-Star, eine High-End Automatikuhr, die bis heute im Katalog von Orient einen Platz hat. Eines der bekanntesten Modelle ist die Orient Multi Year Calendar aus dem Jahr 1976, bei der eine fixierte Tages-Skala mit den rotierenden Wochentagen gleichgesetzt wird. 1991 folgte mit der Mon Bijou die erste skelettierte Uhr und stellte die Weichen für Orients Eintritt in die Welt der hochklassigeren Luxusuhren. Dafür gründete man 2003 das Orient Technical Center (OTC), welches 2004 bereits das hochpräzise Kaliber 88700 präsentierte. 2001 wurde Seiko Epson einer der Hauptaktionäre und übernahm Orient schließlich im Jahr 2009. Seit 2019 ist Orient Watch daher Teil von Seiko Epson, arbeitet allerdings weiterhin als unabhängige Marke.


Die drei wichtigsten Orient Kollektionen

Im Katalog von Orient finden sich zwei Hauptreihen, die Orient und die Luxusvariante Orient Star, die in drei verschiedenen Serien angeboten werden. Der Unterschied zwischen Orient und Orient Star liegt dabei in der Verarbeitung und den verwendeten Kalibern.

  • Mit den Classic Modellen entwirft Orient zeitlose Dresswatches mit einem charmant zurückhaltenden Design und überwiegend mechanischen Werken.

  • Unter dem Namen Contemporary verbergen sich skelettierte Zifferblätter und teilweise tonneauförmigen Gehäuse, die äußerst elegant anmuten.

  • Die Sport Serie behält die natürliche Eleganz einer Orient Uhr, setzt aber auf eine aggressivere Formsprache und etwas mehr Komplikationen.



Schwarzes Zifferblatt einer Seiko Sportura Kinetic SLQ021J1 Herrenuhr aus Stahl
SEIKO SPORTURA KINETIC SLQ021J1