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Smartwatch, Connected Watch – Was ist das, was kann das, was soll das?


Es ist noch gar nicht lange her, dass Apple mit einer Neuheit den Uhrenmarkt aus dem Gleichgewicht brachte: 2015 präsentierte das amerikanische Unternehmen die erste Apple Watch. Natürlich gab es schnell eine große Anzahl Alternativen, von denen die meisten jedoch so billig aussahen, wie sie waren. Oder sie waren gut verarbeitet, hatten jedoch mit einer Armbanduhr nichts mehr zu tun, mehr mit einem Computer. So auch die Apple Watch, sie ist eher als Erweiterung des iPhone zu verstehen.

Seitens der Luxusuhrenhersteller wurde dem Sektor Smartuhren anfangs keine Beachtung geschenkt. Mit traditionellen Werten oder Uhrmacherkunst habe das nichts zu tun. Doch mittlerweile mussten sich auch namhafte Hersteller eingestehen, dass sie sich vor dem vorherrschenden Trend der Digitalisierung nicht verschließen können. Einfach nur eine Kopie des Verkaufsschlagers Apple Watch zu lancieren, genügte den Ansprüchen großer Manufakturen jedoch auch nicht, ein eigener Weg und Design wurde benötigt.

So kam es zur Entwicklung originärer Zeitmesser mit smarter Technologie, welche in der Lage sind, eine Verbindung zum eigenen Smartphone herzustellen. Käufer von Smartuhren eines Luxusuhrenherstellers halten nun beides in den Händen: Eine Uhr und ein technisches Gerät.

Wir stellen Ihnen nachstehend fünf bekannte Hersteller und ihre Smartwatches vor, um Ihnen die Faszination Smartuhren etwas näher zu bringen.


Definition Smartwatch


Eine Smartwatch ist mehr als nur eine Armbanduhr. Eigentlich sind es kaum noch Uhren, sondern vielmehr eine Erweiterung unseres Smartphone-Displays. Die intelligenten Computer fürs Handgelenk stehen im ständigen Austausch mit dem Handy, benachrichtigen über Anrufe oder E-Mails, navigieren oder ermöglichen die Auswahl der abgespielten Musik. Zusätzlich lässt sich mit der Smartwatch die eigene Fitness überwachen, Funktionen, die sonst ein Fitnesstracker übernommen hätte, werden in der Smartwatch ebenso wie Social Media Aktivitäten vereint. Ein herkömmliches Zifferblatt existiert nicht, höchstens wird eines auf das Display der Smartwatch projiziert.


  • TAG Heuer Connected Modular

Tatsächlich war TAG Heuer der erste Schweizer Hersteller, der eine Smartwatch in seine Produktpalette aufnahm. Noch im selben Jahr wie Apple lancierte das Unternehmen die TAG Heuer Connected, im Jahr 2017 folgte die Connected Modular 45 und im Januar 2018 die kleinere Variante Connected Modular 41. Sie alle arbeiten mit dem bei Smartwatches beliebten Betriebssystem Wear OS.

Mit der Connected Kollektion kam TAG Heuer einem idealen Kompromiss zwischen mechanischer Luxusuhr und Smartwatch bislang am nächsten. Das Gehäuse und das Armband sind qualitativ mit anderen TAG Heuer Modellen vergleichbar, das Smartwatch Modul kann im Funktionsumfang absolut mithalten. Als Spezialist für Chronographen haben wir von TAG Heuer aber auch nichts anderes erwartet als eine Bandbreite von Zeitmessungsoptionen wie Stoppuhr, Timer oder Alarm.

Besonders erwähnenswert ist die Lösung des Unternehmens, um eine Smartwatch mit der traditionsreichen Uhrmacherei zu verbinden. Denn gegen Aufpreis ist zusätzlich zur Smartwatch ein mechanisches Modul erhältlich, welches der Kunde dann nach Belieben oder Anlass selbstständig wechseln kann.

Doch nicht nur das, eine große Auswahl bietet TAG Heuer auch bei den Materialien, Armbändern, Schließen, Bandanstößen, Lünette und Gehäusemittelteil. So kann man sich seine individuelle Connected zusammenstellen, dank eines flexiblen Wechselsystems sämtliche Teile auch selbst austauschen – und den individuellen Preis in die Höhe treiben. Denn dieser richtet sich letztlich nach den ausgewählten Konfigurationen. Der Grundpreis einer TAG Heuer Connected liegt bei ca. 1.100 €, nach oben gibt es, wie so oft, kein Limit.


Zwei TAG Heuer Connected Modular 45 Uhren beieinander liegend auf spiegelnder, schwarzer Fläche


  • Hublot Big Bang Referee 2018 FIFA World Cup Russia

Auch in der Fußballwelt tat sich so Einiges in den letzten Jahren, zur WM 2018 in Russland wird die Torlinientechnik eingesetzt. Dazu äußerte die FIFA einen Wunsch, und zwar eine Uhr, speziell für Schiedsrichter. Diese wurde dann von Hublot geliefert, die Big Bang Referee 2018 FIFA World Cup Russia unterstützte die Unparteiischen dank der Vernetzung mit Videoassistenz und Torlinientechnik.

Doch auch Fans blieb der Zugriff nicht verwehrt: Für sie entwickelte Hublot eine abgeänderte Software. Die Uhr kündigte jedes Spiel 15 Minuten vor Beginn an, informierte über Spielerwechsel, gefallene Tore und gelbe oder rote Karten. Das Zifferblatt ließ sich individuell festlegen, je nachdem, welche teilnehmende Nation man favorisierte. Auch Armbänder waren, den Flaggen der Nationen nachempfunden, individuell erhältlich.


Außerdem informiert die Uhr über eingehende Benachrichtigungen des gekoppelten Smartphones. Sie arbeitet mit dem Betriebssystem Wear OS, weist aber sonst alle Merkmale einer klassischen Hublot Big Bang auf: Ein komplexes Gehäuse aus Titan sowie die stilisierten sechs Schrauben in H-Form auf der Lünette. Das alternativ wählbare “analoge” Zifferblatt entspricht dem einer wirklich analogen Big Bang.

Durch den Entfall eines mechanischen Uhrwerks kann die Uhr für 5.100 € angeboten werden, damit ist sie der mit Abstand günstigste Zeitmesser der gesamten Big Bang Kollektion.

 

Definition Connected Watch


Der Unterschied zur Smartwatch liegt bei der Connected Watch darin, dass immer noch echte Zeiger die Zeit anzeigen. Die Kombination aus smarten Funktionen im klassischen Design ist besonders für Liebhaber traditioneller Uhrmacherkunst, die dennoch mit der Zeit gehen möchten, eine erwägenswerte Angelegenheit. Trotz analoger Zeitmessung sind Connected Watches technisch auf dem aktuellen Stand, verbinden sich mit dem eigenen Smartphone und übermitteln sämtliche Daten. Doch die Anzeige der Funktionen sowie deren Bedienung findet in der App auf dem Handy statt.

 

  • Frederique Constant Hybrid Manufacture

Die Edelmarke Frederique Constant bietet eine Connected Watch an – und beweist, dass der Begriff Connected Watch durchaus unterschiedlich ausgelegt werden kann. Denn die Uhr besitzt lediglich ein klassisch analoges Zifferblatt, ist optisch also eigentlich keine Connected Watch. Die Leistung spielt sich im Inneren des Gehäuses ab: Der Schweizer Hersteller hat das renommierte Manufakturkaliber FC-750 mit einem elektronischen Modul kombiniert. Der Zeitmesser ist nun imstande, Aktivitäten oder Schlaf zu erfassen und an Ihr Smartphone zu übermitteln. Leider besteht die Verbindung zwischen Uhr und Smartphone nur in eine Richtung, über eingehende Anrufe oder sonstige Benachrichtigungen informiert die Uhr nicht. Dafür übermittelt sie einmal täglich sämtliche Daten des Automatikwerkes an eine App, so weiß der Besitzer, ob alles in Ordnung ist oder die Uhr zur Revision sollte.

Preislich liegen die vier verschiedenen Versionen der Uhr zwischen drei- und viertausend Euro.


Nahaufnahme des Zifferblattes und Krone einer TAG Heuer Connected Modular 45 Uhr


  • Breitling Exospace B55 Yachting

Keine Neuheit ohne Breitling – bereits im Jahr 2016 mischte das Unternehmen auf dem Smartwatch-Markt ordentlich mit. Die Funktionen der ersten Auflage der Exospace 55 waren an die Bedürfnisse von Piloten angepasst. Zum Einen wurde dies von Breitling, bekannt für Fliegeruhren, erwartet. Zum Anderen war es für das Unternehmen eine perfekte Möglichkeit, die Verbindung zur Fliegerei wieder aufleben zu lassen. Denn nachdem Uhren wie die Navitimerfür Piloten heutzutage überflüssig wurden, bot eine Connected Watch nun wieder viele nützliche Funktionen.

Das neue Modell Exospace B55 Yachting allerdings widmet sich nun dem Segelsport. Stoppuhr, Flyback-Funktion, Rundentimer und Regatta-Chronographen sind nur einige der Möglichkeiten. Sobald die Verbindung mit dem Handy hergestellt ist, werden alle Zeiten übertragen und übersichtlich in einer App aufgeführt. Die Hintergrundidee dafür ist die vereinfachte Weiterverarbeitung der erfassten Daten. Zudem kann man vom Smartphone aus die Uhr ansteuern und beispielsweise Uhrzeit, Zeitzonen oder Weckzeiten einstellen.

Der Spagat zur traditionellen Armbanduhr ist Breitling gelungen: Die Uhr ist ein Drei-Zeiger-Modell mit zwei digitalen Anzeigen, in ihrem Inneren arbeitet das hauseigene Quarzkaliber B55. Die Uhr ist für knapp unter 7.000 € erhältlich.


  • Alpina AlpinerX

Auch die Alpina AlpinerX ist ein Zwitter: Neben einer analogen Zeitanzeige findet sich auf dem Zifferblatt auch ein Display zur Anzeige verschiedener Funktionen. Darunter fallen beispielsweise Schlaf, Wecker, Timer, Kompass oder Temperatur. Mittels sensibler Sensorik misst die Uhr Temperatur, Höhe, Druck oder Nordrichtung und gibt die Daten an die App auf dem Smartphone weiter. Zusätzlich informiert die Outdoor Smartwatch über Anrufe und andere Benachrichtigungen. Das Herz des 44 mm großen Zeitmessers aus Fiberglas bildet das Quarzkaliber MMT AL-228, mit unter 900 € Neupreis ist sie auch die günstigste hier vorgestellte Connected Watch.

In einer Welt, die sich zunehmend digitalisiert, fallen Neuheiten wie Smartwatches auf fruchtbaren Boden. Dem können sich auch Hersteller von Luxusuhren nicht entziehen. Tun sie es doch, verzichten sie wohlwissend auf einen Trend, der länger anhält, als zunächst angenommen. Die traditionellen Werte der Uhrmacherei mögen wichtig sein und sollten bewahrt und weitergegeben werden. Doch was wäre eine Welt ohne Veränderungen? Wie zu sehen ist, sind einige namhafte Hersteller bereits eifrig dabei, einen innovativen Kompromiss zu finden. Ein Smartphone nutzen allein in Deutschland ohnehin schon mehr als 57 Millionen Menschen. Die Grundvoraussetzungen könnten also besser nicht sein, um einen neuen Markt zu erschließen!

Doch letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, sich zu entscheiden: Traditionell analog oder zukunftsweisend digital?