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Beide liegen im Trend, beide erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit und doch steht die eine im Schatten der anderen. Die Rede ist von der Tudor Black Bay GMT und der Rolex Pepsi mit ihren charakteristischen blau-roten Lünetten. Wir holen beide Uhren ins Rampenlicht und werfen einen Blick auf Zahlen, Daten und Fakten. Was zeichnet die Modelle aus und wo liegen die Unterschiede?



Macht eine farbige Lünette gleich die ganze Uhr?


Wenn man ehrlich ist, kann man den Look der blau-roten Lünetten schlicht und einfach nur mögen, oder? Nicht nur, dass damit sofort der Bezug zur GMT-Funktion hergestellt wird, die Farbkombination, die einigen Rolex Modellen den Spitznamen „Pepsi“ bescherte, bringt zudem frischen Wind ans Handgelenk, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Inzwischen gibt es zahlreiche Ausführungen besagter Lünetten und beinahe jeder zweite Hersteller hat eine Uhr mit blau-roter Lünetten-Färbung im Sortiment. Werfen wir daher zunächst einen Blick auf die Geschichte der ikonischen zweifarbigen Lünette und nehmen im Anschluss die Nachkommen der ursprünglichen „GMT-Pepsi“ unter die Lupe.


Der Hintergrund der blau-roten Lünette


Was vielen bereits bekannt ist: die Rolex GMT-Master wurde 1954 als GMT-Uhr für Piloten und Vielflieger entwickelt. Was manche wiederum nicht wissen: Mit der heute ikonischen Farbkombination aus Blau und Rot griff der Schweizer Uhrenhersteller die Farben einer Airline auf. Die Fluggesellschaft PanAm stattete ihr Luftpersonal serienmäßig mit Uhren der GMT-Serie aus und wurde dafür von Rolex mit einer Lünette in den Firmenfarben „belohnt“. Das innovative Farbkonzept fand schnell Anklang und machte die Uhr binnen kürzester Zeit zum Symbol für Kosmopoliten und Vielflieger – obwohl dieses Gebiet durch Fliegeruhren wie die Breitling Navitimer in ihren zahlreichen Ausführungen schon vollständig erschlossen zu sein schien.

Als 1983 die GMT-Master II eingeführt und bis 1999 Seite an Seite mit der GMT-Master produziert wurde, kamen auch schwarz-rote „Coke“-Lünetten auf den Markt. Mit der Einstellung der GMT-Master wurde die blau-rote Pepsi-Lünette in die GMT-Master II Kollektion übernommen. Die ursprünglich auf der Aluminium-Lünette aufgebrachten Farben hatten die Eigenschaft, im Laufe der Jahre zu verblassen. Diese verblassten Lünetten sind bei Sammlern heutzutage äußerst beliebt und machen Modelle mit diesem Look auch in Krisenzeiten zu einem guten Investment.

Mit Einführung von Maxi Dial und Super Case im Jahr 2005 verschwand auch die Lünette aus Aluminium und wurde durch eine aus schwarzer Keramik ersetzt. Die GMT-Master II (Ref. 116710LN) bestimmte also seit dem Auslaufen der schwarz-roten „Coke“ und der blau-roten „Pepsi“ ab 2007 das Bild der Kollektion, bis diese 2013 schließlich um die „Batman“ mit der Referenznummer 116710BLNR und einer blau-schwarzen Lünette erweitert wurde. Die GMT-Master II (Ref. 116719BLRO) aus massivem Weißgold brachte 2014 zum ersten Mal die beliebte Pepsi-Lünette am Oyster-Armband zurück.


Der „Pepsi-Effekt“

Als 2018 schließlich die hochmoderne und fortschrittliche Edelstahl-Variante der GMT-Master II „Pepsi“ mit Jubilé-Band (Ref. 126710BLRO) auf den Markt kam, war das für Sammler und Fans der Marke vielleicht keine große Überraschung, sorgte in der Welt der Luxusuhren aber dennoch für gehöriges Aufsehen. Die Telefonleitungen liefen heiß und jeder schien eine der neuen Pepsi-Uhren im alten Look haben zu wollen. Denn schließlich wurde mit der 126710BLRO eine der legendärsten Rolex Uhren überhaupt neu aufgelegt. Darüber hinaus wurde das beliebte und äußerst komfortable Jubilé-Armand ausschließlich bei der Edelstahl-Variante angeboten. Es sprach also alles dafür, diese Rolex unbedingt haben zu wollen. Doch welche Auswirkungen hatte das auf den restlichen Uhrenkosmos?


Rolex GMT-Master II 126710BLRO am Oyster-Armband vor hellgrauem Hintergrund
ROLEX GMT-MASTER II 126710BLRO


Neben verschiedensten kleineren Herstellern, die ihre Hommage an die Rolex „Pepsi“ lancierten und damit auf Kunden im Niedrigpreissegment abzielten, brachten auch Hersteller im hochpreisigeren Segment Luxusuhren mit blau-roter Lünette heraus. Allen voran TAG Heuer mit der Aquaracer GMT (Ref. WAY201F.BA0927). Und auch Tudor lancierte mit der Black Bay GMT ein deutlich günstigeres Pendant in design-technischer Anlehnung an die erste GMT-Uhr aus dem Hause Rolex, das seinerseits allerdings im Schatten der ebenfalls 2018 vorgestellten Tudor Black Bay 58 stand: Die Black Bay GMT Ref.79830RB.



Tudor Black Bay GMT vs. Rolex „Pepsi“


Neben vielen Befürwortern der preisgünstigeren Modelle, stehen einige den Nachahmern der ikonischen „Pepsi“ Rolex auch kritisch gegenüber. Häufig wird die Frage gestellt, ob die hohen Preise für eine Rolex mit blau-roter Lünette gerechtfertigt sind oder ob es auch das grünstigere Pendant der Tochterfirma Tudor tut. Daher möchten wir einmal einen genaueren Blick auf die beiden Modelle werfen und stellen Tudor Black Bay GMT und Rolex „Pepsi“ gegenüber.

Modell Rolex GMT-Master II (Ref. 126710BLRO) Tudor Black Bay GMT (Ref. 79830RB)
Material 904L-Oystersteel 316L-Edelstahl
Armband Oyster (oder Jubilé) Oyster (auch Leder und Textil)
Produktion seit 2018 2018
Lünette Cerachrom (Keramik) Aluminium
GMT-Zeiger Rot Rot
Durchmesser 40 mm 41 mm
Höhe 12,1 mm 14,8 mm
Gewicht 142 Gramm 186 Gramm
Wasserdichte 100 Meter (10 bar) 200 Meter (20 bar)
Gehäuseboden verschraubt verschraubt
Kronenschutz ja nein
Kaliber 3285 (Manufakturwerk mit Selbstaufzug) MT5652 (Manufakturwerk mit Selbstaufzug)
Funktion GMT, Datum GMT, Datum
Gangreserve ca. 70 Stunden ca. 70 Stunden
COSC-zertifiziert ja ja
UVP (März 2022) 10.000 € 3.870 €
Warteliste ja ja
Herstellergarantie 5 Jahre 5 Jahre (seit 01.01.2020)
Gebrauchtpreis ab 28.500 € ab 3.400 €



Ist die „Pepsi“ Tudor ihr Geld wert?

Nach diesem Vergleich werden sich viele fragen, ob man die Tudor „Pepsi“ im Vergleich zur Rolex Pepsi überhaupt in Betracht ziehen sollte. Die Antwort ist ein glasklares „ja“. Beim Vergleich beider Uhren fällt auf, dass die Tudor mit ihren technischen Spezifikationen, wie der 70 Stunden Gangreserve, einer höheren Wasserdichte von 200 Metern und einem als Chronometer zertifizierten Manufakturkaliber, ohne Weiteres mit der Rolex GMT-Master mithalten kann und sich durchaus auch als Wertanlage lohnen kann. Denn auch die Wertsteigerung der Black Bay GMT ist positiv hervorzuheben. Zudem hat die Tudor in manchen Punkten wie der Wasserdichtigkeit bis zu 200 Metern sogar die Nase vorn. Hinzu kommt der Fakt, dass beide Uhren im selben Jahr fast zeitgleich vorgestellt wurden und man dementsprechend nicht wirklich von einer Kopie sprechen kann. Auch die Familienzugehörigkeit gestattet Tudor die Verwendung der beliebten Lünetten-Farbkombination.


Nahaufnahme einer Tudor Black Bay GMT 79830RB am Lederarmband, die vor einem blau-rotem Hintergrund neben einer nur im Teil zu erkennenden Rolex GMT-Master II 126710BLRO liegt
TUDOR BLACK BAY GMT 79830RB


Das alles soll die Rolex „Pepsi“ in keinster Weise kleinreden, sondern vielmehr aufzeigen, wie gut sich die Tudor im Vergleich zu ihrer großen Schwester schlägt. Damit stellt sie eine hervorragende Einsteigeruhr in die Welt der Luxusuhren dar und bietet sich darüber hinaus als Alternative für all jene an, denen ein Kratzer im Gehäuse ihrer Rolex das Herz brechen würde. Insofern schafft es die Black Bay GMT von Tudor mit der scheinbar übermächtigen Rolex „Pepsi“ mitzuhalten und sollte gerade bei Luxusuhren im mittleren Preissegment unbedingt in Betracht gezogen werden. Zudem erwartet Sie beim Kauf einer Black Bay GMT eine deutlich kürzere Warteliste als bei Rolex.



Tudor oder Rolex – welches Modell ist besser?


Klar, eine Rolex als Investment ist und bleibt eine gute Idee. In Bezug auf Wertsteigerung und Lebensqualität setzen Sie hier definitiv auf das richtige Pferd. Doch auch die Tudor hat ihre Vorzüge und kann sowohl technisch als auch in Bezug auf Verfügbarkeit und Anschaffungskosten punkten. Bei der Rolex 126710BLRO erhält man das unnachahmbare Original, das durch höchste Qualität, eine spannende Geschichte und ein schlichtweg cooles Auftreten überzeugt und die Welt der GMT-Uhren mit links in den Schatten stellt.


Rolex GMT-Master II 126710BLRO am Oyster-Armband neben einer Tudor Black Bay GMT 79830RB am Lederarmband vor einem blau-rotem Hintergrund liegend
ROLEX GMT-MASTER II 126710BLRO | TUDOR BLACK BAY GMT 79830RB


Der Black Bay GMT 7980RB gelingt es durch die enge Familienzugehörigkeit hingegen, das „Unnachahmbare“ nachzuahmen und in manchen Punkten sogar ein wenig zu optimieren. Ein Chronometer-zertifiziertes Manufakturkaliber, das gleiche Set an Komplikationen, eine höhere Wasserdichtigkeit und ein Bruchteil des Kaufpreises der ikonischen 126710BLRO, nur für den Verzicht der Krone auf dem Zifferblatt? Das sollte beim Kauf einer Pepsi GMT-Uhr durchaus in Betracht gezogen werden. Im Grunde genommen gibt es keine rationalen Argumente, die gegen den Kauf der Tudor sprechen. Stattdessen ist sie tatsächlich eine Überlegung wert, denn die Black Bay GMT hat bei Weitem nichts mehr mit dem Markenimage der „Poor Man’s Rolex“ gemein und kann eben einfach alles, was die Rolex auch kann – und, obwohl es einige nicht hören wollen, sogar noch mehr!

Der neben dem Preisschild wohl größte Unterschied zwischen diesen beiden Top GMT-Uhren ist der Umstand, dass die Rolex dem Anspruch folgt, sich weiterzuentwickeln und der klassischen GMT-Uhr durch ihr gesamtes Auftreten etwas elegantes verleiht. Währenddessen tritt die Tudor als Heritage-Modell in die Fußstapfen der ersten GMT-Master und besitzt dementsprechend eher einen robusteren Toolwatch-Charakter. Insofern ist es wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und dessen, wofür Sie eine GMT-Uhr letztendlich benötigen.

Es ist natürlich klar, dass eine Tudor eine Tudor und eben keine Rolex ist. Allerdings muss man zugeben: Wenn es eine GMT-Uhr mit Pepsi-Lünette schafft, an das Gefühl einer 126710BLRO heranzukommen, dann ist es zweifellos die Black Bay GMT!