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„Zeig’ mir deine Uhr und ich sag' dir, wer du bist“ – eine alte Weisheit, neu interpretiert. Denn nicht nur anhand der Freunde, sondern auch an der Uhr am Handgelenk des Gegenübers lässt sich einiges ablesen. Ein Umstand, der für Politiker Fluch und Segen zugleich sein kann.



Welche Rolle spielen Armbanduhren in der Politik?


Zwischen Stil und Größenwahn

Jemand hat es uns traurigerweise noch einmal vormachen müssen: 2018 erfuhr die SPD-Politikerin Sawsan Chebli am eigenen Leib, wie persönliche Vorlieben zum Fallbeil für die eigene Karriere werden können. Denn den Argusaugen der Bevölkerung bleibt nichts verborgen – so auch nicht die Rolex Lady-Datejust an ihrem Handgelenk. Ein Skandal.

Wie kann eine Politikerin einer Volks- und Arbeiterpartei wie der SPD es wagen, ihr Geld für teure Luxusuhren auszugeben? Eine Flutwelle der Antipathie brach über Chebli herein, was letzten Endes nicht nur in einem gewaltigen Imageschaden resultierte, sondern auch dazu führte, dass Chebli ihren Facebook-Account deaktivieren musste, um den schier endlosen Anfeindungen zu entgehen. Interessanterweise richtete sich die Aufmerksamkeit und Wut der Bevölkerung vor allem auf die rund 7.500 € teure Rolex aus Edelstahl und kaum auf die gut und gerne 23.000 € teure Cartier Ballon Bleu aus Gold, mit welcher Chebli weitaus häufiger auf Fotos zu sehen ist.


Cartier Ballon Bleu W6920095 3765 Uhr aus Edelstahl und Roségold mit schwarzem HintergrundCARTIER BALLON BLEU W6920095 3765


So können Uhren einer bestimmten Marke unbewusst über Gedeih und Verderb einer ganzen Karriere entscheiden. Ob Bescheidenheit, ein großes Maß an Stil oder Größenwahn – mit ihren Uhren geben Uhrenträger auch immer etwas von sich und ihrer Persönlichkeit preis. Grund genug, um die Uhren an den Handgelenken der Weltpolitiker etwas genauer ins Visier zu nehmen.


Uhren deutscher Politiker

Das weit verbreitete Klischee der den Deutschen eigenen Pünktlichkeit hält sich hartnäckig. Notwendig für diese Genauigkeit: präzise Uhren. Welche Zeitmesser trägt also die deutsche Führungsebene?

Neben Sawsan Chebli hat auch FDP-Chef Christian Lindner etwas für Schweizer Präzisionszeitmesser übrig. Unter der Hemdmanschette des ehemaligen Unternehmers blitzt ebenfalls hin und wieder eine Rolex hervor. Bei seiner Uhr handelt es sich um eine Rolex Milgauss aus der Professional Serie des Herstellers. Komplett aus Edelstahl mit schwarzem Zifferblatt und dafür konzipiert, extrem starken Magnetfeldern standzuhalten, ist diese Uhr im Deutschen Bundestag wohl etwas unterfordert, könnte man meinen. Im Gegensatz zur Rolex von Chebli löste Lindner mit seiner Milgauss allerdings keinen Unmut in der Bevölkerung aus.


Silberne Rolex Milgauss 116400GV mit schwarzem ZifferblattROLEX MILGAUSS 116400GV


Bundeskanzlerin Angela Merkel, die „Mutti der Nation“, macht es vor wie keine andere. Ihre Uhr ist eine Boccia Titanium Damenuhr für gerade einmal 89 € – Understatement par excellence. Diese Uhr ist schlicht, irgendwie auch modisch, aber vor allem eines: zweckdienlich.

Der deutsche Bundespräsident ist da ein wenig emotionaler, was die Wahl der Uhr angeht. Frank-Walter Steinmeiers Handgelenk ziert eine sehr schlichte und elegante Nomos Glashütte Tangente. Seine Frau schenkte ihm die damals 900 € teure Uhr vor elf Jahren zum 50. Geburtstag. Seitdem trägt das Staatsoberhaupt kaum noch eine andere Uhr.


Präsidentenuhren und eigene Kollektionen

Wenn man zum Präsidenten der USA gewählt wird, erhält man neben der unendlich schweren Last der Verantwortung eine ganze Reihe angenehmer Privilegien: zum Beispiel ein im Herzen von Washington gelegenes, nettes Einfamilienhaus mit großem Garten, ein eigenes Büro mit bodentiefen Fenstern und eine Armbanduhr.

Seit dem 33. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Harry S. Truman, schenkt die Schweizer Uhrenmanufaktur Vulcain den Präsidenten der USA zur Amtseinführung eine Armbanduhr. Ob diese auch getragen werden, steht auf einem anderen Blatt, jedoch sah man George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump bisher nur sehr selten mit ihrer Vulcain Uhr.

Ex-Präsident Barack Obama trug vor allem zwei Uhren besonders häufig: Bei der ersten handelt es sich um eine TAG Heuer 1500 und bei der zweiten um ein Geschenk seines Teams zum Geburtstag, das Modell JG6500 der amerikanischen Marke Jorg Gray mit einem Kaufpreis von 395 US-Dollar. Erst mit seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt traut sich Obama mit seinen Uhren etwas mehr. So sieht man ihn inzwischen hin und wieder mit einer Rolex Cellini oder einer Fitness-Uhr am Handgelenk. Auch ihm wird sein Understatement von der Bevölkerung hoch angerechnet.

Donald Trump polarisiert hingegen wie kaum ein US-Präsident zuvor. Sein Auftreten: selbstsicher und provokant. Der momentan mächtigste Mann der Welt ist im Herzen Unternehmer und wird dies wohl auch immer bleiben. Das spiegelt auch die Wahl seiner Armbanduhren wider. Neben einer sehr flachen, goldenen Uhr älteren Baujahrs, möglicherweise eine Patek Philippe Ellipse, trägt der Präsident der USA auch eine Rolex Day-Date aus Gelbgold. Auf die Spitze treibt es Donald Trump jedoch mit seiner eigenen Kollektion an Armbanduhren: massive, protzige und einfallslose Zeitmesser, welche die Designs der Schweizer Horlogerie-Ikonen schamlos adaptieren. Tatsächlich wirken die Uhren der Marke Trump wie Imitate exklusiver Luxusuhren. Selbst das Design der Box mit Wappenprägung und Signatur wirkt nicht sehr edel.

Zumindest privat zeigt der ehemalige Großunternehmer mit seiner Rolex Oyster Perpetual Day-Date einen Sinn für guten Geschmack. Diese Uhr genießt bei den Präsidenten dieser Welt höchstes Ansehen. Seit Dwight D. Eisenhower, dem 34. Präsidenten der USA, gilt sie als die Präsidentenuhr, als ein haptisches Zeichen von Macht und Prestige. Durch diesen Umstand und die große Beliebtheit bei den Mächtigen dieser Welt benannte Rolex das markante Armband der Day-Date schließlich um. Eines der beliebtesten Rolex Armbänder war geboren: das Rolex Präsident-Armband.

Trumps Nachfolger, der am am 7. November 2020 zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählte Joe Biden, war bislang immer für seine Omega Speedmaster Moonwatch (Ref. 311.30.42.30.01.006) und unter anderem eine blaue und eine schwarze Seamaster Diver 300M (ähnlich den Referenzen 212.30.41.20.03.003 und 212.30.41.20.01.003) bekannt. Während des vergangenen Wahlkampfes trug er jedoch häufig eine vergleichsweise günstige Seiko Uhr. Bei besagtem Modell scheint es sich um eine Seiko (Ref. 7T32-6M90) zu handeln. Eine Uhr, die schon für unter 100 US-Dollar erhältlich ist, aufgrund ihrer goldfarbenen Gehäuseteile jedoch deutlich kostspieliger aussieht. Ist dies nur Zufall oder ein weise ausgewähltes Accessoire, um seiner Nähe zum Volk auch durch die Wahl seiner Armbanduhr Ausdruck zu verleihen? Zuvor ist Joe Biden in seiner Zeit als Vizepräsident unter Barack Obama bereits durch seine Vorliebe für sportliche Armbanduhren aufgefallen, weshalb seine Uhrenwahl während der Amtseinführung etwas überraschte: Biden trug zu diesem Anlass eine sportliche Rolex Datejust 41 (Ref. 126300) aus Edelstahl mit glatter Lünette und blauem Zifferblatt am Jubilé-Armband.

Die neue Vizepräsidentin Kamala Harris greift hingegen auf ein elegantes Modell der Pariser Maison Cartier zurück. Bei ihrer Uhr handelt es sich wie bei der eingangs erwähnten SPD-Politikerin Chebli um eine Ballon Bleu, in diesem Fall ebenfalls aus Edelstahl und Gelbgold. Bei dieser Uhr könnte es sich durchaus um das Modell der Referenz W6920047 3284 handeln, nur ist dies anhand von Fotos nicht eindeutig zu identifizieren. Interessant ist hier nicht nur die Tatsache, dass es sich ganz offensichtlich um eine Luxusuhr handelt, sondern auch der Umstand, dass die Ballon Bleu ursprünglich eine Kollektion für Herren war. Kamala Harris hätte als erste Frau im Amt des Vizepräsidenten wohl keine bessere Wahl treffen können.


Ausdruck der Macht: Putins Uhrensammlung

Er zählt zu den mächtigsten und reichsten Menschen der Welt, für einige auch zu den gefährlichsten: Wladimir Wladimirowitsch Putin, das Staatsoberhaupt Russlands, bildet das Gegenstück zu Donald Trump und den Vereinigten Staaten von Amerika – jedoch keinesfalls, was die Vorliebe für einen mehr als gediegenen Lebensstil angeht.

Was an Putins Vorliebe für Zeitmesser auffällt, ist unzweifelhaft eine beeindruckende Exklusivität. Allem Anschein nach geht es dem Russen in erster Linie darum, nicht das zu besitzen, was alle anderen auch besitzen. So wird seine private Uhrensammlung auf einen Gesamtwert von über 500.000 € geschätzt – nicht schlecht für ein offizielles Jahresgehalt in Höhe von umgerechnet ca. 130.000 €. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Zu Putins Uhrensammlung gehören unter anderem eine Blancpain Aqua Lung Grande Date, eine Patek Philippe Ref. 5039 und ein A. Lange und Söhne Tourbograph. Allein letztere kann, je nach Modell, einen Kaufpreis von knapp 160.000 € aufrufen.


Wie Gott in Frankreich: Uhren der französischen Präsidenten

Die Franzosen sind ähnlich wie die Italiener für ihren Sinn, das Schöne im Leben zu genießen, weltweit bekannt. Es ist also kaum verwunderlich, dass sich diese Einstellung auch an den Handgelenken der französischen Staatsoberhäupter widerspiegelt.

Emmanuel Macron, amtierender Präsident Frankreichs, setzt darum auf eine Longines Dolce Vita. Dolce Vita übersetzt „süßes Leben“, was wohl keiner weiterer Erklärung bedarf. Diese Uhr des traditionsbewussten Schweizer Herstellers kostet 1.500 € und besticht durch eine zeitlose Eleganz.

Einer seiner Vorgänger, Nicolas Sarkozy, wusste ebenfalls, wie man das Leben und seine Annehmlichkeiten in vollen Zügen genießt. Sein Handgelenk zierte neben der Rolex Cosmograph Daytona auch regelmäßig eine Patek Philippe Ref. 3940G, ebenfalls ein Zeugnis einzigartiger Handwerkskunst. Doch sowohl die Rolex, welche einen Neupreis von 11.300 € aufruft, als auch die Patek Philippe für über 30.000 € stießen nicht immer auf Begeisterung. Im Gegenteil: Der in Paris geborene Franzose musste aufgrund seiner Vorliebe für Luxusuhren sehr heftige Kritik von seinen Wählern einstecken.


Rolex, Swatch und limitierte Serien: Die Uhren der Päpste

Wenn man an den Papst denkt, sieht man in erster Linie das Oberhaupt der Katholischen Kirche mit dem bescheidenen Titel „Vertreter Christi auf Erden“. Häufig fällt dabei unter den Tisch, dass der Papst neben seiner Rolle als Kirchenoberhaupt auch Oberhaupt des Vatikanstaates ist. Dass die verschiedensten Unternehmen der Welt dem Papst als Zeichen der religiösen Verbundenheit Geschenke überreichen, ist kein Geheimnis. An dieser Stelle sei an die roten Schuhe von Prada erinnert, welche wortwörtlich unter Papst Benedikt XVI. Schlagzeilen machten.

Von daher ist es auch nur wenig überraschend, dass Papst Johannes Paul II. eine Rolex Day-Date aus massivem Gold sowie eine Rolex Datejust aus Gold und Edelstahl trug. Einigkeit darüber, wie der Heilige Vater zu diesen Uhren kam, besteht nicht, jedoch ist anzunehmen, dass es sich bei diesen Uhren um Geschenke hochrangiger Besucher handelte.

Ganz anders wiederum handhabt es der aktuelle Papst Franziskus. Dieser liest die aktuelle Tageszeit von einer günstigen, aber funktionalen Swatch Once Again Uhr ab. Weißes Zifferblatt, schwarzes Gehäuse und schwarzes Armband – diese Attribute zeichnen die aktuelle Uhr des Papstes für einen Kaufpreis von etwa 50 € aus.

Doch auch sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. hat eine interessante Verbindung zu Uhren. Ihm zu Ehren ist eine auf 1.000 Stück limitierte Uhrenserie erschienen. Das besondere daran: Das Leder des Armbandes ist aus dem gleichen Material wie seine berühmten roten Prada Schuhe. Er erhielt feierlich das erste Exemplar dieser „Papstuhr“, welche einen Preis von gerade einmal 89 € hat. Dieser kann allerdings aufgrund des ideellen Wertes und der strengen Limitierung durchaus noch variieren.


Israelische Präsidenten und ihre Uhren

Der israelische Ex-Präsident Benjamin Netanyahu setzte auf eine elegante und zum Anzug hervorragend passende Panerai Luminor Marina mit schwarzem Zifferblatt und schwarzem Lederarmband. Eine ausgezeichnete Wahl, wenn man außer Acht lässt, dass diese Uhr rund 5.000 € kostet und das Durchschnittseinkommen in Israel bei etwa 2.700 € liegt.


Panerai Luminor Marina PAM00299 Edelstahl-Uhr mit schwarzem ZifferblattPANERAI LUMINOR MARINA PAM00299


Gegenstück hierzu ist der amtierende Präsident Israels, Reuven Rivlin, welcher kaum mit einer Uhr am Handgelenk zu sehen ist. Lediglich bei seinem Besuch in Berlin und einem hierbei aufgenommenen Foto ist eine Uhr an seinem Handgelenk zu sehen. Doch auch hier nur das Armband, was kaum Rückschlüsse auf eine Marke und Modell, geschweige denn einen Preis zulässt.


Der „Rocket Man“ und seine Damenuhr

Kim Jong Un ist seit seiner Amtseinführung 2011 „Oberster Führer“ der Demokratischen Volksrepublik Korea. Der selbsternannte „Sexiest Man Alive“ und von US-Präsident Donald Trump als „Rocket Man” bezeichnete Nachfolger seines Vaters verzichtet privat keineswegs auf Luxus und westliche Vorzüge, während dies seinem Volk verwehrt bleibt.

Seine Art der Staatsführung ist Hauptgrund für ein anhaltendes Handelsembargo, was es unmöglich für ihn macht, auf offiziellem Wege an Uhren Schweizer Hersteller zu kommen. Dennoch wurde der „Supreme Leader“ mit einer IWC Portofino Automatic fotografiert. Mit einem Wert von 12.000 € entspricht diese Uhr dem zwölffachen Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Bürgers Nordkoreas.


IWC Portofino IW356502 Edelstahl-Uhr mit schwarzem ZifferblattIWC PORTOFINO AUTOMATIC IW356502


Darüber hinaus wird häufig gescherzt, dass es sich bei einer weiteren Uhr des nordkoreanischen Staatsoberhauptes um eine Damenuhr handele, jedoch stimmt dies nicht wirklich. Die besagte Uhr ist amerikanischen Fabrikats und stellt eine Movado Museum für knapp 600 € dar. Zwar scheint diese vergleichsweise günstig, doch auch hier liegt der Gegenwert etwa bei einem halben Jahreseinkommen in Nordkorea.


Die Kronen von Kuba

Fidel Castro, Revolutionär, Diktator und bis zu seinem Tod im Jahr 2016 Staatsoberhaupt Kubas, legte Wert auf ein besonders auffälliges Accessoire: Er trug gleich zwei Rolex Uhren am selben Handgelenk. Bei Castros Uhren handelte es sich um eine Rolex Submariner und eine Rolex Day-Date. Warum der kubanische Diktator zwei Uhren trug, ist nicht ganz klar. Die einen behaupten, dass die Submariner die Moskauer und die Day-Date die kubanische Zeit angezeigt habe. Andere sind der Meinung, dass es schlicht zu riskant gewesen sei, nur eine Uhr zu tragen, da man sich im Falle eines geplanten militärischen Schlags auf die genaue Uhrzeit verlassen müsse und eine kaputte Uhr verheerende Folgen haben könne. Die Fotos von Fidel Castro mit den beiden Uhren am Arm gingen um die Welt und sagen bis heute viel über die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Staatsführung Castros aus.

Doch nicht nur Fidel Castro genoss die Vorzüge der Schweizer Luxusuhren. Zigarren, ein stoischer Blick in die Ferne, ein Barett auf dem langen, lockigen Haar, militärische Kleidung und: eine Rolex. Dies ist eines der wohl bekanntesten T-Shirt-Motive der Welt – nur ohne die Rolex. Ernesto „Che“ Guevara vertraute während der von ihm angeführten Kubanischen Revolution komplett auf das präzise Uhrwerk seiner Submariner. Ein Bild, das ähnlich wie die Fotografien Castros viele Fragen aufwirft: Wie passen Kommunismus und westliche Statussymbole zusammen? Heftige Kritik war dementsprechend die Antwort.


Kanada beweist Stil und Klasse

Luxusgüter sind immer ein „Kann-Angebot“: Kann gut ankommen, muss aber nicht. Ein wirklich interessantes Beispiel hierfür ist Justin Trudeau. Der kanadische Premierminister wird von der Regenbogenpresse und etwaigen Revolverblättern regelmäßig als bestgekleideter Politiker der Welt bezeichnet und erfreut sich einer großen Beliebtheit. Und was könnte dieser Beliebtheit schaden? Richtig, eine teure Luxusuhr. Eine IWC Portugieser zum Beispiel. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Trudeau, welcher genau eine solche IWC sein Eigen nennt und diese auch regelmäßig trägt, sieht sich nur äußerst selten mit Kritik an seiner Uhr oder ihrem Preis von 5.000 € bis 7.000 € konfrontiert. Scheinbar wird die Uhr vom Großteil der Kanadier entweder kaum wahrgenommen oder man sieht keine Notwendigkeit darin, einen Politiker anhand des Zeitmessers an seinem Handgelenk zu kritisieren. Interessant ist dies vor allem, da die Bevölkerung in vielen anderen Ländern auf teure Zeitmesser ihrer Regierungschefs zumeist sehr negativ reagiert.



Die Wirkung von Uhren in der Politik


Personen, die so in der Öffentlichkeit stehen wie Politiker, genießen kaum noch Privatsphäre. Sie müssen also bei allem, was sie tun, sagen, tragen oder kaufen, darauf achten, dass sie niemanden mit ihrem Verhalten unbewusst brüskieren und sich damit nicht selbst Steine in den Weg legen.

Allgemein scheint bei Politikern und ihren Uhren die Devise zu gelten: Je günstiger das jeweilige Modell, desto greifbarer scheint die jeweilige Person zu sein. Das gemeine Volk lässt sich nicht gerne unter die Nase reiben, dass sich jemand von ihren Steuergeldern teure Luxusgüter kauft, welche sich der Großteil der Bevölkerung selbst nicht leisten kann.

Umso sympathischer ist es dafür, wenn man wie der japanische Premierminister Shinzo Abe auf  die Uhren aus dem eigenen Land zurückgreift. Abe trägt eine Auswahl an verhältnismäßig günstigen Uhren von der japanischen Marke Seiko. In der japanischen Bevölkerung fühlt sich bei dieser bodenständigen Auswahl an Uhren vermutlich niemand auf die Füße getreten. So einfach kann es gehen.