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Manuell oder Automatik?


Wenn man anfängt, sich mit Uhren zu beschäftigen, wird man von der schieren Menge an Modellen, Formen und Marken geradezu überrumpelt. Schnell gesellen sich dann noch die verschiedenen Fachbegriffe und Bezeichnungen hinzu. Chronographen, Chronometer, Tourbillon und Komplikation. Ganz grundlegend ist dabei die Entscheidung, welche Art Uhrwerk man haben möchte. Und hier stellt sich, fast wie bei Autos, die folgende Frage: Manuell oder Automatik? Doch was hat es mit Automatikuhren auf sich und wie genau funktionieren diese? 


Die Automatikuhr – eine alte Idee?


Die Geschichte des automatischen Aufzugs für Uhren ist, neben der allgemeinen Entwicklungsgeschichte der Uhren, auch eine Geschichte darüber, wie sich die Armbanduhr gegenüber der Taschenuhr durchsetzte. Das Prinzip, durch welches die Automatikuhr angetrieben wird, geht auf Uhrwerke zurück, die von Abraham-Louis Perrelet, Abraham-Louis Breguet und Hubert Sarton gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt wurden. Schon damals kamen ein Rotor und Wechsler zum Einsatz, die für einen bidirektionalen Aufzug sorgten. Lange Zeit jedoch waren Taschenuhren, die man manuell aufzog, günstiger und daher populärer.


Eine Rolex Day-Date 118238 aus Gelbgold mit goldenem Zifferblatt und Indizes aus nächster Nähe


Die Stunde der Automatikuhren


Während des Ersten Weltkriegs verdrängten die Armbanduhren die Taschenuhren aufgrund ihrer technischen Weiterentwicklung, darunter lumineszierende Zifferblätter, und insbesondere durch die leichtere Handhabung. Jedoch hatten diese ersten Armbanduhren noch allerlei Kinderkrankheiten. So war der Aufzugsmechanismus auch immer die Schwachstelle der Uhr, an der leicht Wasser und Staub in das Uhrwerk eindringen konnten. John Harwood löste dieses Problem, indem er in das Uhrwerk ein Kugellager integrierte, welches sich in einem Rahmen hin und her bewegt. So kann die Zugfeder im Inneren der Uhr gespannt werden. Auf das erste Modell mit dem Namen “Rolls” folgte dann im Jahr 1926 die erste in Serie gefertigte automatische Armbanduhr.Fortisund Blancpain waren die ersten Firmen, die diese neuartigen Modelle vertrieben. Anfang der 1930er Jahre zog dann auch Rolex nach und ließ sich das Prinzip eines selbst aufziehenden Rotors patentieren. Die (Beinah-)Durchquerung des Ärmelkanals mit einer Rolex Oyster Perpetual tat ihr übriges, um den Namen von Rolex und die Überlegenheit und Robustheit von Automatikuhren zu festigen. 


Wie funktioniert eine Uhr mit Automatikwerk?


Automatisches Uhrwerk einer Officine Panerai Uhr


Heutzutage funktionieren automatische Armbanduhren nach einem einfachen Grundprinzip. Auf dem Uhrwerk einer jeden Automatikuhr liegt der Rotor, welcher eine halbrunde Schwungmasse ist, welche sich frei bewegen kann. Durch die Bewegungen des Arms wird die Uhr ständig in eine neue Position gebracht. Der Rotor fällt dabei durch die Schwerkraft immer immer zurück auf die tiefste Position. Diese Bewegung erzeugt ein Drehmoment, welches über den Aufzugsmechanismus in das Uhrwerk übertragen wird. Die Bewegung des Arms, die kinetischer Energie entspricht, wird also durch den Rotor in mechanische Energie umgewandelt. Der Rotor ist im Uhrwerk mit der Zugfeder verbunden, welche als Energiespeicher für das Uhrwerk dient. Die Zugfeder gibt über die Unruh die gespeicherte Energie an das Uhrwerk ab und treibt es somit an. Mit jeder Bewegung spannt der Rotor die Zugfeder und wandelt so die mechanische Energie in potentielle Energie um. Die Energie aus der Bewegung des Armes ist in der Zugfeder des Uhrwerkes gespeichert. Anders als bei einem manuell aufgezogenen Uhrwerk wird die Zugfeder bei jeder Bewegung der Uhr kontinuierlich aufgezogen. Gegen das Überspannen der Zugfeder wird eine Rutschkupplung in das Uhrwerk eingebaut. Diese sorgt für eine Trennung von der Welle, wenn ein bestimmter Drehmoment erreicht ist. Man kann eine Automatikuhr also nicht “zu viel” bewegen. Man sollte seine Uhr allerdings regelmäßig tragen und bewegen. Nach 30 bis 60 Stunden ist die Gangreserve einer Automatikuhr meist erreicht und bedarf eines erneuten Aufzugs.
 
Mancher, der seine Automatikuhr partout nicht aufziehen möchte, nutzt zur Lagerung seiner Uhr nachts einen Uhrenbeweger, in dem die Uhr ständig bewegt und damit kontinuierlich aufgezogen wird. Der Vorteil von automatischen Uhren ist, dass sie insbesondere an der Kronendichtung weniger Verschleißerscheinungen als manuelle Uhren aufweisen. Durch die neuen Materialien bei den Zugfedern konnte zudem die Gangreserve bis auf 70 Stunden und mehr gesteigert werden. Man kann seine Uhr also über das Wochenende ablegen, ohne sie dann zu Wochenbeginn neu aufziehen zu müssen. Insbesondere bei komplizierten Modellen mit Datumsfunktion ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Auch die Ganggenauigkeit ist durch die immer gleichbleibende Spannung keinen Schwankungen unterworfen.