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Wer in eine teure Armbanduhr investieren möchte, verspricht sich eine perfekt verarbeitete, kompromisslos funktionierende Luxusuhr. Damit hochwertige Zeitmesser nun nicht mit sämtlichen billigen Quarzuhren in einen Topf geworfen werden, haben sich im Laufe der Jahre ein paar Zertifizierungsorganisationen gebildet. Denn hochwertige mechanische Uhren zeigen nur geringe Abweichungen in Abhängigkeit von Lage und Temperatur. Aufgabe der Zertifizierungsorganisationen ist es, Luxusuhren sprichwörtlich auf Herz und Nieren zu prüfen, intensive Tests auf Grundlage bestimmter Kriterien durchzuführen und die Uhren nach erfolgreicher Absolvierung entsprechend zu zertifizieren.

Eine bekannte und gleichzeitig besondere Bezeichnung für Armbanduhren steckt hinter dem Wort “Chronometer”. Dieses setzt sich aus den griechischen Wörtern “chronos” für Zeit und “metrum” für Maß zusammen, wörtlich übersetzt also ein Zeitmesser. Heute wiegt die Bezeichnung “Chronometer” allerdings bedeutungsschwer, denn ein Chronometer ist eine mechanische Uhr, die außerordentlich genau geht und ein entsprechendes Zertifikat vorweisen kann. Folglich ist längst nicht jede Uhr ein Chronometer. Doch welche Qualitätssiegel gibt es in der Welt der Luxusuhren eigentlich? Welche Verfahren werden angewandt und was sagen die Siegel über die zertifizierten Zeitmesser aus?

 

Proofmaster Omega Speedmaster-Moonwatch Chrono


Die wichtigsten Zertifizierungen für Luxusuhren

COSC – Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres

Die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, im Folgenden mit "COSC" abgekürzt, wurde bereits 1973 gegründet. Die Organisation wird von fünf Kantonen und dem Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH getragen und hat Sitze in Genf, Biel und Le Locle. Trotz des Namens ist die COSC keine öffentlich-rechtliche Einrichtung, ebensowenig wie eine staatlich geprüfte Kontrollstelle. Dennoch wird die Organisation als gemeinnützig anerkannt und dient zur freiwilligen Selbstkontrolle der Uhrenhersteller.

Um von der COSC zertifiziert zu werden, wird eine Uhr in verschiedensten Positionen und Temperaturen auf ihre Ganggenauigkeit getestet. Die Prüfung einer einzelnen Uhr dauert 15 Tage, wobei sie in fünf verschiedenen Lagen bei 8°C, 23°C und 38°C  beobachtet wird. Sind die Gangabweichungen besonders gering, erhält die Uhr die Zertifizierung als Chronometer.

Die zu erfüllenden Anforderungen sind akribisch in der DIN 8319 und der ISO-Norm 3159 festgehalten und für jeden einsehbar. Rolex lässt seine Uhrwerke durch die COSC zertifizieren und führt noch zusätzliche Test, die jedes Uhrwerk bestehen muss bevor die Uhr mit den für Rolex typischen grünen Siegel ausgeliefert wird.

 

Watchmaster Zertifizierung - Proofmaster S


Poinçon de Genève

Als ältester Nachweis der Uhrmacherei gilt die "Genfer Punze", wie das Siegel zu deutsch heißt. Bereits am 06. November 1886 wurde in Genf ein Gesetz verabschiedet, welches die Kriterien zur Vergabe des Siegels beinhaltet. Ziel des Ganzen ist, das Know-How der feinen Uhrmacherkunst als Exklusivität zu wahren sowie Genfer Herkunft, Qualität und Langlebigkeit zu garantieren. Voraussetzungen für die Antragsteller sind, dass das mechanische Werk ausschließlich in Genf montiert, reguliert und eingeschalt wurde. Außerdem muss der Hersteller im Handelsregister des Kantons Genf vermerkt sein. Sind all diese Kriterien erfüllt, erfolgt die Bewerbung um die Auszeichnung mit der Genfer Punze, für deren Vergabe seit 2009 das Genfer Uhren- und Mikrotechnologielabor “Timelab” zuständig ist. Die Standards liegen dabei weit höher als die Erwartungen der meisten Kunden. Diese Siegel wird unter anderem von Cartier, Chopard und Vacheron Constantin verwendet. Auch Patek Philippe benutzte bis 2009 das Siegel, ehe sie ihre eigenes Zertifikat einführen, das wir Ihnen als nächstes vorstellen.



Uhrenbeweger Omega Speedmaster Moonwatch Chronograph


Patek Philippe Siegel

Im selben Jahr, in dem das unabhängige Labor Timelab mit der Vergabe der Genfer Punze betraut wurde, sagte sich eine der angesehensten Manufakturen Genfs von ebendieser Auszeichnung los. Seit 2009 unterwirft das Unternehmen Patek Philippe seine Uhren eigenen, ebenfalls äußerst strengen Regeln und führte somit das Patek Philippe Siegel ein. Es beinhaltet Tests auf Ganggenauigkeit, wobei die maximale Abweichung mit -3 / +2 Sekunden am Tag definiert ist, Gehäuseverarbeitung, Wasserdichtigkeit sowie den Service auf Lebenszeit. Dabei gelten dieselben Regeln für alle mechanischen Uhren der Manufaktur, ungeachtet ihres Komplikationsgrades. Doch es geht nicht nur um die Uhrwerke, sondern die Uhr als Ganzes – auch Zifferblatt, Gehäuse, Drücker oder Armbandstege werden bei der Zertifizierung mit einbezogen. Sehr strenge Anforderungen stellt das Siegel an die manuelle Finissierung von Werkteilen, zudem garantiert es die Perfektion der verwendeten Edelsteine sowie die meisterliche Arbeit der Steinfasser.

Welches Qualitätsversprechen verbirgt sich nun hinter Service auf Lebenszeit? Die Manufaktur ist mit Recht stolz auf die erschaffenen Zeitmesser. Sogar so sehr von sich selbst überzeugt, dass sie den Service, sprich Wartung und Restauration, für alle Patek Philippe Uhren garantieren, die seit der Gründung im Jahre 1839 hergestellt wurden. Zugegeben, die Qualitätsstandards der Manufaktur sind so hoch angesetzt, dass sie dieses Versprechen bedenkenlos geben können.

 

Eidgenössisches Institut für Metrologie METAS

Der bekannte Hersteller Omega lässt seit 2015 seine Werke und Uhren vom METAS als “Master Chronometer” zertifizieren. Die Prüfung ist aber keinesfalls markenspezifisch, auch andere Hersteller können sich ihr unterziehen – allerdings setzt die METAS-Prüfung neue Qualitätsstandards voraus. Der Prüfung zum Erhalt des METAS-Zertifikats dürfen sich nur Uhren unterziehen, die zum einen mit einer Co-Axial-Hemmung bestückt sind, die zum anderen bereits ein COSC-Chronometerzeugnis vorweisen können und die darüber hinaus bis mindestens 15.000 Gauß amagnetisch sind. Die Überprüfung der Uhren selbst umfasst circa 280 Schritte in acht Stufen auf zehn Tage verteilt und läuft voll automatisiert. Dadurch ist es dem METAS möglich, tausende Uhren zeitgleich zu überprüfen.

Die acht Stufen sind die folgenden:

  • Funktionsprüfung des COSC-zertifizierten Uhrwerks im Magnetfeld von 15.000 Gauß
  • Funktionsprüfung der gesamten Uhr unter derselben Magnetstärke
  • Messung der täglichen Abweichung von der Chronometerpräzision nach Magnetfeldbelastung
  • Messung der durchschnittlichen chronometrischen Präzision während vier Tagen Gangtest in sechs verschiedenen Lagen
  • Feststellung der Abweichung der Chronometerpräzision in sechs Lagen innerhalb von vier Tagen
  • Überprüfung der Gangreserve
  • Feststellung der Abweichung von der Chronometerpräzision bei 100% und bei 33% Gangreserve
  • Überprüfung der angegebenen Wasserdichtigkeit inklusive Grenzwertüberschreitung

 


Microscope Omega Speedmaster Moonwatch Chrono

 

Fondation Qualité Fleurier

Das fünfte hier vorgestellte Qualitätssiegel beinhaltet die höchsten Anforderungen an eine Armbanduhr. Beispielsweise sind die bestandene Chronometerprüfung sowie die ausschließliche Schweizer Herkunft Grundvoraussetzungen, um überhaupt zur Prüfung zugelassen zu werden. Der Sitz der Fondation Qualité Fleurier befindet sich im gleichnamigen Fleurier, ein kleines Örtchen nahe Neuchâtel. Die Organisation wurde im Jahr 2001 von Chopard, Parmigiani, Fleurier und Bovet Fleurier gegründet. Es wird die gesamte, fertige und funktionsfähige Uhr beurteilt – Verarbeitungsqualität von Armband und Gehäuse spielen also eine ebenso wichtige Rolle wie das verbaute Uhrwerk. Nach ästhetischen und technischen Regeln wird nun der gesamte Zeitmesser kritisch begutachtet. War der Prüfungsprozess erfolgreich, wird das Zertifikat als Punze in Form der stilisierten Initialen “QF” direkt auf das Werk aufgebracht.

Unbestritten gibt es wahnsinnig viele Uhrenhersteller. Unter diesen einige Hersteller von Luxusuhren, welche sich durch Qualitätssiegel aus der Masse aller Uhren abzuheben versuchen. Denn durch eben diese Zertifizierungen werden höchste Präzision, Qualität und/oder Schweizer Herkunft garantiert. Das Siegel spiegelt sich letztlich auch im Wert der jeweiligen Luxusuhr wider, doch das wissen Kunden zu schätzen.