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Eigentlich heißt es ja immer, dass es auf die inneren Werte ankommt. Doch wenn es um den Wert einer gebrauchten oder einer vintage Rolex geht, machen oftmals kleine Details auf der Oberfläche den Unterschied zwischen einer klassischen Luxusuhr und einem raren Sammlerobjekt aus. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Zifferblätter der Rolex Submariner und ihre Besonderheiten und bekommen Sie einen Einblick in die spannende Geschichte dieser weltberühmten Serie.



Entwicklung der Rolex Submariner Zifferblätter


Die namenlose Submariner – weniger ist mehr

Rolex vertrieb seine ersten Submariner Modelle bereits 1953, ein Jahr vor ihrer offiziellen Präsentation. Die Submariner Ref. 6200 richtete sich speziell an Taucher und verfügte über eine damals außerordentliche Wasserdichte von 200 Metern. Marketing-Genie Hans Wilsdorf wusste die Robustheit seiner Uhren durch die Unterstützung aufsehenerregender Rekordversuche populär zu machen. Heutzutage gelten ganz besonders jene Modelle als absolute Rarität, die ein sogenanntes „3-6-9“-Zifferblatt haben. Bei dieser Referenz finden sich sowohl Strichindizes als auch arabische Ziffern wieder. Rolex Fans werden bei diesem Design an die frühen Explorer Referenzen denken und liegen damit auch genau richtig: In ihren Anfangstagen war die Submariner das Kondensat aus verschiedenen Rolex Designs.

Zur selben Zeit wurden noch zwei weitere Submariner Referenzen, die Referenz 6204 und die Referenz 6205, auf den Markt gebracht, die eine etwas geringere Wasserdichte aufwiesen. Bei diesen Referenzen fehlten jedoch bereits die arabischen Ziffern. Ein weiteres interessantes Detail bei den ersten Zifferblättern der Submariner ist, dass der Name der Uhr fehlt. Einige Experten führen das auf den Umstand zurück, dass Rolex zu diesem Zeitpunkt Schwierigkeiten hatte, den Namen der Serie zu registrieren. Auch die Angabe zur Wasserdichtigkeit fehlte komplett. Als einfache Faustregel für das Sammeln von vintage Rolex Uhren kann man also sagen: weniger ist mehr. Je weniger also auf den ersten Submariner Zifferblättern steht, desto wertvoller ist die Uhr.


Erste Veränderungen der Submariner Zifferblätter

Auf der Baselworld 1954 feierte Rolex die Premiere der Submariner Serie. Die Modelle sind von nun an einheitlich bis zu 200 Metern wasserdicht. Außerdem erhält der „Submariner“-Schriftzug seinen festen Platz auf dem Zifferblatt. Der Stundenzeiger wird mit dem charakteristischen Leuchtpunkt versehen, womit Verwechslungen zwischen Stunden- und Minutenzeiger der Vergangenheit angehören. Um die Ablesbarkeit des Zifferblattes zu erhöhen, wird zwei Jahre später der Leuchtpunkt des Sekundenzeigers weiter zum Mittelpunkt der Uhr verschoben.


Eine Uhr sieht rot: Die Red Sub und ihre vielen Gesichter

Das Jahr 1966 hielt einen Paradigmenwechsel im Design der Rolex Submariner bereit. Die Rolex Referenz 1680 war das erste Modell mit Datumsanzeige und dem dazugehörigen Vergrößerungsglas. Insbesondere die als Red Sub bezeichneten Modelle der 1680 sind beliebte Sammlerobjekte. Als „Red Sub“ werden diejenigen Modelle der Submariner bezeichnet, die über einen roten Submariner Schriftzug verfügen. Allerdings stellte Rolex diese Variante nur ganz am Anfang des Produktionszeitraums her.


Seltene Rolex Submariner 1680 Single Red Uhr mit schwarzem Zifferblatt und rotem Submariner-Schriftzug
ROLEX SUBMARINER SINGLE RED 1680


Der rote Schriftzug sollte jedoch nicht die einzige Zifferblattvariation bei den 1680er Modellen bleiben. Allein im Produktionszeitraum von 1967 bis 19714 erschienen sechs verschiedene Submariner Zifferblätter, die von Sammlern mit Mark I bis Mark VI gekennzeichnet werden. Grund dafür ist, dass Rolex zu diesem Zeitpunkt bei bestimmten Uhrenbestandteilen auf mehrere Zulieferer zurückgriff. Bekannte Firmen wie Beyerle, Singer und Gay Frères belieferten den Uhrenhersteller aus Genf. Aufgrund unterschiedlicher Fertigungsprozesse bei den Zulieferern kam es jedoch zu Abweichungen bei den Submariner Zifferblättern. Die Modelle unterschieden sich in der Typologie, der Position der Indizes und Schriftzüge. Besonders selten ist dabei das Mark I Zifferblatt, das man an den geschlossenen Sechsen bei der Fuß-Angabe erkennt.

Wohl einzigartig, weil ihre Farbgebung so nie geplant war und deswegen auch nicht reproduzierbar ist, sind Submariner Modelle mit Mark II und Mark III Zifferblättern. Durch einen Produktionsfehler verfärbten sich die Zifferblätter durch Sonneneinstrahlung und Wärme mit der Zeit braun. Diese sogenannten „Tropical Dials“ bei Submariner Uhren sind besonders schwer zu finden.

Die Reihenfolge der Angaben zur Wasserdichtigkeit ist ein weiteres Detail, wodurch sich die Modelle der Referenz 1680 unterscheiden. Von Mark I bis III wurde die Wasserdichtigkeit mit „200 m = 660 ft“ angegeben. Man bezeichnet diese Zifferblätter daher auch als „Meters First“-Zifferblätter. Die Zifferblätter von Mark IV bis VI hingegen geben zuerst die Wasserdichtigkeit in Fuß an und werden deswegen als „Feet First“-Zifferblätter bezeichnet.


Die blaue Submariner

Der anhaltende Erfolg der Submariner motivierte Rolex dazu, eine Referenz aus Edelmetall herzustellen. Für seine Experimente nutzte das Unternehmen ein Modell aus Weißgold. Trotz einiger Prototypen wurde die Idee letzten Endes allerdings doch nicht umgesetzt. Stattdessen verpasste Rolex seinem Zugpferd einen neuen Anstrich und legte damit den Grundstein für ein Designkonzept, auf das sich die Uhrenmanufaktur immer wieder berufen sollte. Gehäuse und Armband bestehen aus Weißgold, wohingegen Zifferblatt und Lünette in kräftigem Blau gehalten sind. Die 2008 lancierte 116619LB trägt aufgrund ihrer blauen Farbgebung auch den Spitznamen „Smurf“ (Schlumpf).


Weißgoldene Rolex Submariner 116619LB Smurf Uhr mit blauem Zifferblatt und blauer Lünette
ROLEX SUBMARINER 116619LB


Ohne Strahlen ins Jubiläum: Submariner Zifferblätter zur Jahrtausendwende

Ende der 90er Jahre wechselte Rolex bei der Leuchtmasse von Tritium zu Superluminova. Im Gegensatz zu früher verwendeten Materialien handelt es sich bei Superluminova um kein radioaktives Material, sondern eine Beschichtung, die sich durch externes Licht auflädt und diese Energie dann wieder abgibt.

2003 feierte die Submariner ihr 50-jähriges Jubiläum und legte beim Zifferblatt etwas zu. Das Maxi Dial und ein breiterer Minutenzeiger waren die Folge. Die Referenz 16610LV wurde dank ihrer grünen Lünette als „Kermit“ bekannt und von 2003 bis 2007 produziert.


Ein weiteres Kapitel für die Zifferblätter

Im Jahr 2007 wurde bei der Rolex Submariner (Ref. 14060M) aus dem Zweizeiler in der unteren Hälfte des Zifferblattes ein Vierzeiler. Hinzu kam nämlich das Prädikat „Superlative Chronometer Officially Certified“, eines der Qualitätssiegel für Luxusuhren. Die neuen Zifferblätter hatten zudem eine leicht veränderte Typologie. Das „f“ in „Feet“ war kurz gehalten, während es bei den zweizeiligen Referenzen noch lang und geschwungen war. Doch auch hier gab es eine kurze Übergangszeit, in der Modelle gefertigt wurden, die sowohl vier Zeilen als auch das geschwungene „f“ hatten. Im englischsprachigen Raum werden die Submariner Referenzen mit dem geschwungenen „f“ auch als LGF für „Long Good F“ bezeichnet.


Zwei schwarze Rolex Submariner 14060M Zifferblätter aus den Jahren 2009 und 2003
Zifferblätter der SUBMARINER 14060M: Vierzeiler links (2009), Zweizeiler rechts (2003)


Neue Referenz, neue Blätter: Die Submariner 116610LN

Eine weitere Referenz der Submariner Serie kam 2010 mit der 116610LN auf den Markt. Seit ihrer Lancierung gab es allerdings bereits fünf verschiedene Zifferblattvariationen.

Das Prototyp-Zifferblatt, auch als Mark 0 bezeichnet, ähnelt stark jenem des Vorgängers 16610. Es hat ein geschwungenes „f“ bei „ft“, der Angabe der Wasserdichte in Fuß. Außerdem sind die Abstände zwischen Ziffern und Zeichen sehr gering. Von 2010 bis 2015 wurden Zifferblätter der Variante Mark 1 gefertigt. Hier startet der „Date“-Schriftzug nach dem „X“ des Wortes Rolex. Die „1“ bei der 1.000-Fuß-Angabe über die Wasserdichte hat einen kleinen Aufstrich. Das „f“ ist nicht mehr geschwungen und zwischen der „300“ und dem „m“ befindet sich ein kleiner Abstand. Beim Submariner Mark 2 Zifferblatt wurden die Abstände vor und hinter dem „m“ beim „300 m“ angeglichen. Mehrere Änderungen baute Rolex beim Wechsel auf das Mark 3 Zifferblatt ein. Die „1“ von den „1000 ft“ hatte keinen Aufstrich mehr und orientierte sich dabei an den GMT-Master Stick Dials. Das „f“ von „ft“ war wieder geschwungen. Das Gleichheitszeichen bekam eine kursive Form und der Abstand zwischen der „300“ und dem „m“ verschwand. Diese Zifferblätter wurden von 2015 bis 2017 in der Submariner verbaut. Ab 2017 gibt es das Zifferblatt Mark 4 mit einem fett gedruckten „Submariner“-Schriftzug und einem deutlichen Abstand vor und hinter dem Gleichheitszeichen zwischen der Wasserdichtigkeit in Feet und Meter.



Warum gibt es so viele Submariner Zifferblätter?


Natürlich ist es für jemanden, der sich für eine Rolex Submariner interessiert, von Vorteil, wenn genau katalogisiert wurde, welches Zifferblatt zu welcher Modellreihe gehört. Wer vintage Uhren von Rolex sammelt, der steht allerdings vor der Schwierigkeit, dass sich oft gar nicht genau sagen lässt, welches Submariner Zifferblatt nun eigentlich das „originale“ Zifferblatt der Serie ist, beziehungsweise war. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Rolex anfangs, wie es früher üblich war, die Bauteile für seine Uhren von vielen verschiedenen Zulieferern bezog. Es hatte sich im frühen 20. Jahrhundert in der Uhrenindustrie noch nicht etabliert, dass die Unternehmen bei ihren Uhrenmodellen auf einen einheitlichen Charakter setzten.

Heutzutage gehört Rolex zu einer der populärsten Uhrenmarken der Welt. Dementsprechend hoch ist auch das Echo auf jede neue Referenz. Man muss sich allerdings auch vor Augen halten, dass Rolex im Rahmen seiner Produktpräsentationen oft Prototypen vorstellt. Die Serienproduktion stellt wiederum ganz andere Ansprüche an die Zusammensetzung und das Design einer Uhr. Man bedenke, dass Rolex pro Jahr 1.000.000 Uhrenmodelle herstellt. Deshalb kann es vorkommen, dass für das Marketing die Prototypen verwendet werden und diese sich so von den tatsächlich erhältlichen Uhrenmodellen unterscheiden. Dass sich die Gestalt der Submariner Modelle über die Jahre nur marginal änderte, macht deutlich, dass Rolex schon früh ein unverkennbares Design geschaffen hat, bei dem es keinen zwingenden Grund gab, um grundlegend etwas an den Referenzen zu ändern. Ein Umstand, für den Rolex weltweit eine hohe Wertschätzung genießt.