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Wer sich überlegt, eine gebrauchte Uhr zu kaufen, der informiert sich in der Regel über die Gangwerte, die Wasserdichtigkeit oder beispielsweise auch das verwendete Material des Modells – in den seltensten Fällen aber über die Krone der Uhr. Im folgenden Artikel wollen wir Ihnen dieses oft übersehene, aber dennoch wichtige Detail einer Uhr vorstellen.


  1. Was ist eine Uhrenkrone?
  2. Funktionen der Krone
  3. Breguets Verbindung zur Krone
  4. Kronenformen und Uhrenmodelle
  5. Schwachstelle Uhrenkrone


Was ist die Krone einer Uhr?


Die Krone ist ein direktes Verbindungselement zum Uhrwerk im Inneren einer Armbanduhr und befindet sich bei den meisten Modellen auf 3 Uhr. Man zählt die Uhrenkrone klassischerweise zum Gehäuse. Dabei ist sie so gesehen das Endstück der Aufzugswelle und das entscheidende Verbindungsstück zwischen den äußeren und inneren Elementen der Uhr.


Uhrenkrone einer Breitling Uhr mit schwarzem Hintergrund



Funktionen der Uhrenkrone


Bei klassischen Armbanduhren hat die Krone zwei Aufgaben. In ihrer ersten Funktion dient sie als Bedienelement für die Uhrzeiger zur Einstellung der Uhrzeit. Dazu wird das gesamte Zeigerwerk, welches aus Minutenrohr, Wechselrad und Stundenrad besteht, in Gang gesetzt. Durch das Herausziehen und Drehen der Krone können die Zeiger der Uhr in die gewünschte Position gebracht und so die genaue Uhrzeit eingestellt werden.

Die zweite Funktion betrifft Uhrenmodelle mit Handaufzug. Über die Krone wird die Uhr aufgezogen, also die Aufzugswelle in Gang gesetzt, die das Aufzugstriebrad, das Kronrad und das Sperrrad in Bewegung bringt. Diese spannen die Zugfeder im Federhaus, die die Gangreserve der Uhr darstellt. Um zwischen diesen beiden Funktionen hin- und herwechseln zu können, gibt es das Schiebetrieb, auch Pfeil genannt. Dieses Element liegt beweglich auf der Aufzugswelle und verfügt über zwei unterschiedlich geformte Verzahnungen, mit denen es entweder das Zeigerstellrad oder aber das Aufzugstrieb greifen kann. Aufgrund dieser Funktion wird die Krone als Bedienelement bezeichnet. Diese Funktion macht es notwendig, dass man die Krone gut greifen und herausziehen kann, und resultiert so in ihrer zumeist gröberen Beschaffenheit.



Die Familie Breguet und ihr Beitrag zur Uhrengeschichte


Die Krone hat oft ein geriffeltes Äußeres, um sie in den verschiedensten Situationen gut greifen und benutzen zu können. Dieses Design geht bereits auf die erste Aufzugskrone bei einer Uhr zurück. 1830 wurde das erste Modell mit Aufzugskrone von Antoine Louis-Breguet verkauft. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Uhren noch mit einem kleinen Schlüssel aufgezogen. Das Ende des Bügels, mit dem man die Uhrzeit einstellen konnte und das Uhrwerk aufzog, nannte man damals „gerändelten Knopf“. Glücklicherweise entschied man sich später für die weitaus elegantere Bezeichnung „Krone“. Das Aussehen heutiger Uhrenkronen erinnert aber immer noch an diesen wichtigen Entwicklungsschritt in der Geschichte der Armbanduhr.

Übrigens war die Erfindung der Uhrenkrone nicht die erste Innovation, die von der Familie Breguet ausging. Die Uhrenindustrie verdankt Abraham Louis Breguet, dem Vater von Antoine, zahlreiche essentielle Erfindungen der Uhrenbranche, darunter beispielsweise auch das Tourbillon.


Uhrenkrone einer TAG Heuer Uhr mit schwarzem Hintergrund



Die gängigsten Kronenformen


Mit der Zeit haben sich verschiedene Kronenformen entwickelt, die oft schon Auskunft darüber geben, zu welcher Uhrengattung oder Marke das Modell gehört. Die populärsten Kronenformen sind die folgenden:


  • Gerade Krone: Die wohl populärste und dabei recht schlichte Kronenform, die gerade Krone, ist vor allem bei Rolex Modellen zu finden.

  • Zwiebelkrone: Die Zwiebelkrone erhielt ihren Namen aufgrund ihres kugelrunden Aussehens und der Riffelung, die an eine Zwiebel erinnert. Häufig wird diese Krone bei Fliegeruhren wie der Lindbergh von Longines verwendet.

  • Kegelkrone: Diese Kronenform ist ein Relikt aus den frühen Tagen der Fliegerei. Piloten schätzten die Haptik der markanten Kegelkrone, die selbst mit Handschuhen noch gut bedient werden konnte. Die IWC Big Pilots ist ein Modell mit Kegelkrone.

  • Krone mit Cabochon: Cabochon bedeutet „Nagelkopf“ und bezeichnet eine Schmuckstein-Schliffform, die unten flach und oben gewölbt ist. Eine Krone mit Cabochon ist demnach mit einem kleinen Edel- oder Glasstein verziert und beispielsweise bei der Cartier Tank Francaise zu finden.

  • Krone mit integriertem Drücker: Diese Kronen kommen oft bei Chronographen zum Einsatz. Über den Drücker kann die Chronographenfunktion (Start, Stopp, Nullstellung) in Gang gesetzt werden. Ein Beispiel für eine Krone mit integriertem Drücker ist die Grande Ellipse Chrono Monopoussoir Tourbillon von Mouawad, die in ihrem Namen bereits den Hinweis auf die Funktion gibt („Monopoussoir“ = Monopusher, eine Uhr mit Stoppfunktion und lediglich einem Bedienelement).

  • Versenkte Krone: Die wohl unauffälligste Kronenform ist die versenkte Krone, die ins Gehäuse integriert und daher kaum sichtbar ist. Die Chopard Monte Carlo besitzt zum Beispiel eine solche Krone.


Auch die Positionierung der Krone spielt nicht nur eine ästhetische, sondern darüber hinaus auch eine praktische Rolle. Bei Taucheruhren sind diese meistens auf 2 oder 4 Uhr anstatt auf der klassischen 3 Uhr Position angebracht, um besser geschützt zu sein und nicht unangenehm in den Handrücken zu drücken. Es gibt ebenso Modelle, bei denen die Krone auf 9 Uhr positioniert wird. Dies erfreut besonders die Linkshänder unter den UhrenliebhaberInnen.



Die Krone als Schwachstelle einer Uhr


Die Krone ist neben ihrem praktischen Nutzen allerdings auch die Schwachstelle einer Uhr. Schmutz und Wasser können an dieser Stelle leicht in das Innere der Uhr eindringen. Deswegen haben sich die Uhrenhersteller verschiedener Maßnahmen bedient, um ihre Modelle zu schützen.


Graham Taucheruhr mit Sicherheitsbügel über der Krone unter WasserGRAHAM CHRONOFIGHTER OVERSIZE GMT - STEEL & GOLD 2OVGG.B16A


So verwendete Rolex 1926 zum ersten Mal eine verschraubte Krone bei ihren Modellen und präsentierte somit die erste wasserdichte Uhr. Bei diesem Prinzip wird durch das gleichzeitige Andrücken und Verschrauben der Krone ein Dichtungsring, der sich an der Innenseite der Krone befindet, gegen das Gehäuse gepresst und gewährleistet somit die Wasserdichte. Omega brachte in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine besondere Form der verschraubbaren Krone auf den Markt. Bei der Omega Seamaster PloProf (Ref. 166.0077) wird die Krone durch einen zusätzlichen Schutzbügel gesichert und ans Gehäuse herangeschraubt. Die Krone ist bei diesem Modell außerdem auf die 9 Uhr Position verlegt, damit auch ein unbeabsichtigtes Verstellen nicht möglich ist. Diese etwas umständliche Konstruktion bei der PloProf garantierte so immerhin eine Wasserdichte von 600 Metern. Andere Hersteller dichten ihre Zeitmesser beispielsweise durch einen oder mehrere Dichtungsringe in der Krone ab. Je nachdem wie viel Aufwand betrieben wird, entscheidet sich, ob und wie viel Wasserdruck Ihre Uhr letztendlich standhalten kann. Die Angaben zur Wasserdichte und deren Bedeutung sollten Sie auf jeden Fall kennen, um lange Freude an Ihrer Uhr zu haben.



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