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Selbst bei einer an Mythen nicht armen Marke wie Rolex stechen nur wenige Modelle so aus der Masse hearus, dass ihnen ein eigenes Buch gewidmet wird. Für Daytona Fans ist dies allerdings fast schon eine Selbstverständlichkeit – schließlich gibt es in der langen Geschichte der Daytona einiges zu entdecken.

Der Cosmograph Daytona kam 1963 auf den Markt und richtete sich anfangs vor allem an professionelle Rennfahrer, stieg aber schnell zu einer allseits beliebten Ikone auf. Die Daytona begann ihren Siegeszug am Handgelenk von Paul Newman, bevor sich das Modell im Laufe der nächsten Jahre insbesondere durch seine technischen Spezifikationen definierte. Von den Anfängen in den 1960er Jahren bis 1987 wurde die Daytona exklusiv mit Handaufzug hergestellt. Von 1988 bis 2000 stellte Rolex schließlich auf Automatik um, was zur legendären Zenith-Daytona mit dem Kaliber 4030 führte. Was viele nicht wissen: Dieser Wandel wirkte sich auch auf die Zifferblätter der Daytona aus und führte zu zahlreichen Variationen.


Vier Rolex Daytona Edelstahl-Uhren mit weißen Zifferblättern



Frühe Daytona Zifferblätter


Wenn wir von der Daytona „Paul Newman“ sprechen, reden wir vor allem über die Referenz 6239 mit schwarzem oder weißem Zifferblatt und kontrastierenden Totalisatoren und Innenring. Diese Modelle unterscheiden sich vor allem darin, dass die Drücker verschraubt oder nicht verschraubt sind. Das Zifferblattdesign ist besonders bei den frühen Daytona Modellen mit verschraubten Drückern sehr komplex und variantenreich, wie man beispielsweise anhand der Ref. 6240 sehen kann, die von 1965 bis ca. 1969 produziert wurde. Dies war die erste Daytona mit einem Oyster-Gehäuse, welches die Wasserdichtheit der Uhr garantierte. Die am häufigsten auftretenden Variationen besitzen allerdings weder das Wort „Daytona“ noch „Oyster“ auf dem Zifferblatt. Diese Variation findet man bei der Ref. 6240 mit den Seriennummern 1.2 bis 1.6. Die minimalistische Variante dieser Modelle ist das sogenannte Solo-Zifferblatt, das nur den Schriftzug „Rolex“ trägt und zwischen den Seriennummern 1.2 bis 1.4 gefunden werden kann. Eine weitere extrem seltene Variante der Ref. 6240 besitzt hingegen das sogenannte „ROC“-Zifferblatt mit dem Schriftzug „Rolex Oyster Cosmograph“. Cosmograph ist ein Neologismus den Rolex entwickelte, um seine Chronographen von denen der Konkurrenz abzugrenzen.


Sigma, Big Red und Paul Newman-Zifferblatt

Auch bei den anderen frühen Modellen mit einschraubbaren Drückern wie zum Beispiel der Ref. 6263 und Ref. 6265, die Rolex von 1971 bis 1988 verkaufte, bleibt die Geschichte spannend. Die Modelle unterscheiden sich im Material nur in der Lünette. Die Ref. 6265 besitzt eine Lünette aus Edelstahl oder Gold, während die Ref. 6263 eine schwarze Acryl-Lünette trägt. Auch hier sind zahlreiche Zifferblatt-Varianten erhalten, von denen wir die drei bekanntesten vorstellen wollen:


  1. Beginnen wir mit dem „Sigma“-Zifferblatt, das vereinzelt auch als „Goute à prior“ bezeichnet wird. Hier wird der „T Swiss T“-Schriftzug oberhalb der 6 Uhr Position von zwei kleinen Sigmas (σ) begrenzt. Diese Variation findet man besonders bei den früheren Modellen der 70er Jahre.

  2. Die bekannte „Big Red“ Version fand sich ab 1975 auf den schwarzen und silbernen Zifferblättern der Ref. 6263. Hier thront der Daytona Schriftzug in verführerischem Rot über dem Totalisator auf 6 Uhr. Auch hier gibt es Variationen. Der Schriftzug kann in der Größe variieren, weshalb man in diesem Kontext von der „Big Red Daytona“ und der „Small Red Daytona“ spricht. Auch der Abstand des Schriftzuges zum Totalisator ist ein Grund für weitere Differenzierungen. Bei den sogenannten „Big Red Floating“-Zifferblättern ist der Schriftzug weiter vom Totalisator entfernt als bei anderen Versionen.

  3. Zuletzt soll noch das „Paul Newman“-Zifferblatt erwähnt werden, das allgemein auch als „Exotic Dial“ bezeichnet wird. Farblich stehen die Totalisatoren hier immer im Kontrast zum Zifferblatt. Daher werden die Zifferblätter auch als „Panda“ (weißes Zifferblatt, schwarze Totalisatoren) oder „Reverse Panda“ (schwarzes Zifferblatt, weiße Totalisatoren) bezeichnet. Die Indizes auf den Totalisatoren sind im Art déco-Stil gehalten. Außerdem beinhaltet der Minutentotalisator auf 9 Uhr statt der 20-40-60 Beschriftung die Einteilung in 15, 30, 45 und 60 Sekunden.

Neben den Daytonas mit verschraubten Drückern wurden bei der Ref. 6239, Ref. 6241, Ref. 6262 und der Ref. 6264 sogenannte „Pump Push-Down“-Druckknöpfe verwendet. Hier wurden die Zifferblatt-Varianten etwas einheitlicher und vor allem als Two-Tone und Paul Newman angefertigt. Eine Besonderheit ist wiederum, dass die Modelle zwar mit einem Oyster-Gehäuse ausgerüstet sind, die Wasserdichte aber nicht spezifiziert ist, weswegen der „Oyster“-Schriftzug auf dem Zifferblatt entfällt.


Rolex Daytona 116520 Uhr mit weißem Zifferblatt und Edelstahl-Lünette
ROLEX DAYTONA WHITE DIAL 116520 



Besondere Daytona Zifferblätter: Mark I bis VIII


Mit dem Wechsel zu Automatikwerken stellten sich auch die Zifferblätter bei der Daytona um. Viele dieser Variationen sind nur minimal und für einen Großteil der Träger nicht von Bedeutung. Für Uhrensammler und Fans sind diese Unterschiede allerdings entscheidend und Modelle dieser Art deshalb sehr begehrt.


Zifferblatt Produktionszeitraum Merkmale
MK I 1987 – 1988 „Floating Cosmograph“, auch „Floating Dial“ genannt, da das Wort „Cosmograph“ mit einem Abstand zum restlichen Schriftzug steht
MK II 1989 – 1990 „4 Liner“: so benannt, da die fünfte Zeile („officially certified“) im Schriftzug fehlt
MK III 1990 – 1991 Von Mark I bis Mark IV: Ziffer 6 auf dem Stunden-Totalisator ist umgedreht, wie z.B. bei der Ref. 16520 aus dem Jahr 1991 (ändert sich erst mit Mark V Zifferblättern)
MK IV 1991 – 1993 Ähnlich wie Mark III, jedoch ohne Serifen
MK V 1993 – 1998 Ziffer 6 auf dem Stunden-Totalisator ist um 180 Grad gedreht und steht nun richtig herum
MK VI 1998 – 1999 Tritium-Leuchtmasse auf Indizes, „Cosmograph“-Schriftzug ist auf Höhe der Oberkante der Totalisatoren rechts und links
MK VII 1999 – 2000 Wechsel von Tritium zum nicht-radioaktiven Super-LumiNova als Leuchtstoff
MK VIII ab 2000 Kleinerer Abstand zwischen „Oyster“ und „Perpetual“, roter Daytona Schriftzug endet exakt auf Höhe des 1-Stunden-Indizes auf dem Stundenzähler



Rolex Daytona 116520 Edelstahl-Uhr mit schwarzem Zifferblatt
ROLEX DAYTONA BLACK DIAL 116520 



Echte Raritäten: Daytona Zifferblätter mit Produktionsfehler


In anderen Branchen gelten Produktionsfehler normalerweise als Makel, die eine erhebliche Wert- und Preisminderung nach sich ziehen. In der Uhrenbranche ist jedoch oft das Gegenteil der Fall. Modelle mit Produktionsfehlern sind unter Uhrensammlern begehrt und haben bei Auktionen schon oft Rekordpreise erzielt. Zu solchen gefragten Raritäten zahlen auch einige besondere Daytona Zifferblätter.


Patrizzi Zifferblätter

Besonders die Mark IV-Versionen mit schwarzem Zifferblatt sind heute sehr gefragt und bringen im Vergleich zu ihren Geschwistermodellen mit weißem Zifferblatt bei einem Verkauf fast das Doppelte ein. Dies liegt daran, dass die Modelle mit der Ref. 16520 zwischen 1994 und 1995 mit einem speziellen organischen Lack namens Zapon bestrichen wurden. Das Problem war, dass der Lack nicht die ganzen Totalisatoren bedeckte. Mit der Zeit oxidierten die silbernen Ränder der Totalisatoren und nahmen einen braunen Ton an. Modelle mit diesem speziellen Zifferblatt wurden nach ihrem Entdecker, Osvaldo Patrizzi, benannt und sind unter Sammlern sehr begehrt. Das Besondere ist, dass der Effekt auch heute noch auftritt.


„Cream Dial“-Zifferblätter

Die unvollständig mit Lack bedeckten Totalisatoren waren nicht der einzige Produktionsfehler bei den Daytona Zifferblättern, der einen regelrechten Hype um ein bestimmtes Modell auslösen sollte. Auch die Daytona mit der Ref. 116520, die 2000 mit Rolex’ eigenem Kaliber 4130 lanciert wurde, gelangte so zu großer Berühmtheit. Diesmal traf es allerdings die weißen Modelle. In den ersten beiden Jahren, nachdem das Modell lanciert wurde, verblasste das Weiß zu einem cremefarbenen Ton und prägte so den Namen der „Cream Dials“.


„Post-Zenith“ Zifferblätter

Von den Cream Dials abgesehen, war der Kontrast zwischen den Totalisatoren und dem Zifferblatt bei der Ref. 116520 deutlich geringer. Der normale Panda-Look war nicht mehr so gefragt wie zuvor und der Reverse Panda mit schwarzen Totalisatoren auf weißem Zifferblatt bei Modellen wie der Ref. 116523 und der Ref. 116518 verfügbar. Die neuen Zifferblätter verlagern den Kontrast dabei auf die Zeitindizes der Totalisatoren mit ihren schwarzen oder weißen Umrandungen. Dies gibt den Modellen einen harmonischen Look und katapultiert die Daytona in die Moderne.