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Baselworld 2019

 

Die Vorfreude bei Liebhabern der Uhrmacherei ist groß – vom 21. bis 26. März diesen Jahres findet in der Schweiz die alljährliche “Baselworld”, die wichtigste und größte Uhrenmesse der Branche, statt. Auch wenn es in diesem Jahr einige Änderungen verglichen mit den Vorjahren geben wird, dürfen wir uns dennoch auf die Neuigkeiten aus den Häusern Rolex, Breitling, TAG Heuer, Patek Philippe und vielen weiteren freuen.

Einige namhafte Hersteller sind dieses Jahr jedoch nicht mehr dabei. Warum das so ist, welche Marken das betrifft und was die Baselworld dieses Jahr noch zu bieten hat, lesen Sie im nachstehenden Artikel.

 

Baselworld2019 showcase copyright Baselworld 2019

 

Die Entwicklung der wichtigsten Uhrenmesse

 

Zum ersten Mal öffnete die heutige Baselworld im Jahre 1917 ihre Pforten in Basel, damals noch als Schmuck- und Uhrenmesse. Anfangs befanden sich unter den über 800 Ausstellern lediglich 29 Uhrenhersteller, denn die Messe richtete ihren Fokus auf Schweizer Manufakturen. Erst im Jahr 1973 nannte sie sich „Europäische Schmuck- und Uhrenmesse“. Die Zahl der Aussteller war stark angestiegen – doch auch die Fachbesucher drängten sich auf dem Messegelände, 60.000 waren es im Jahr 1975. Elf Jahre später wurde die Messe auch für außereuropäische Hersteller geöffnet und etablierte sich schnell als Aushängeschild der Luxusuhrenbranche.

 

In 2003 nannte sich die Messe dann offiziell in Baselworld um und etablierte sich schnell als wichtigste Station auf dem Uhrenmarkt. Die Besucherzahlen und Aussteller wuchsen dabei stetig, bis man 2015 mit 150.000 Besucher und 2016 mit 1.500 Hersteller einen jeweiligen Höhepunkt setzte. Auf diese Rekorde folgten allerdings zwei harte Rückschläge. Von 2017 brachen die Besucherzahlen auf 106.000 Fachbesucher ein, wobei die offiziellen Besucherzahlen nicht veröffentlicht wurden. Von 2017 auf 2018 brachen dann die Hälfte der Aussteller weg, sodass nur noch 650 verblieben.

 

Die Organisatoren verstanden dieses sehr deutliche Signal und man beschloss daraufhin die Baselworld 2018 zu modernisieren und schlanker zu machen, weswegen die Messe sich nur noch über sechs Tage erstreckt. Tatsächlich halbierte sich die Zahl der Aussteller im vergangenen Jahr nochmals, nur noch 650 Firmen präsentierten ihre Neuheiten. Auch in diesem Jahr wird die Baselworld sich auf sechs Tage beschränken. Zu den Ausstellern lässt sich eines schon mit Sicherheit sagen: Die Swatch Group hat sich komplett von der Baselworld losgesagt.

 

Baselworld 2019 Central Plaza copyright Baselworld 2019

Abgang der Swatch Group

 

Wie einige andere große Marken der Uhrenbranche hat sich auch die Swatch Group dazu bekannt, in diesem Jahr nicht mehr bei der Baselworld teilzunehmen. Den Kontakt mit den Messekunden will der Konzern aber natürlich nicht komplett aufgeben und startet stattdessen eine eigene Parallelveranstaltung in Zürich, welche vom 19 bis 26 März stattfindet. Das große Problem dabei für die Baselworld: Die Swatch Group ist die Konzernmutter von zahlreichen prestigeträchtigen Schweizer Luxusmarken. Blancpain, Breguet, Glashütte Original, Hamilton, Longines und Omega werden allesamt nicht teilnehmen. Und das war nur ein kleiner Auszug der Swatch Group. Laut einer Stellungnahme von Konzernchef Nick Hayek sieht das Unternehmen keinerlei Sinnhaftigkeit mehr darin, sich auf traditionellen Uhrenmessen zu präsentieren. Es sei Zeit für Veränderungen, zudem findet das eigentliche Geschäft nicht auf den Messen statt. Die Marken der Swatch Group sind auch ohne die Baselworld weltweit bekannt, in Zeiten der Digitalisierung müsse man sich nun neu orientieren. Letztlich sind auch die hohen Messekosten eine jährliche Investition, die sich nicht mehr auszahlt. Der Trend geht darum auch hier zu den direkten Kundenkontakt und eigenen Boutiquen die eine persönliche und schnelle Beratung erlauben.

Auch Raymond Weil folgt dem Beispiel Swatch Group. Bereits während der letzten Baselworld dachte das Unternehmen über einen Ausstieg nach, durch die Entscheidung der Swatch Group folgte nun der Beschluss aus den gleichen Gründen.

Baselworld2019 showPlaza copyright Baselworld 2019

Was erwartet die Besucher

 

Das Fernbleiben der Marken der Swatch Group bringt nicht nur negative Aspekte mit sich: Besucher wie Aussteller dürften mit deutlich attraktiveren Angeboten umworben werden. Mit den lokalen Hoteliers beispielsweise wurden Preisgrenzen für die Zimmermiete ausgehandelt, denn in der Vergangenheit war eine Übernachtung in Basel zeitgleich zur Messe äußerst hochpreisig. Auch eine Mindestaufenthaltsdauer wurde vollständig untersagt.

Auf der Messe selbst wird sich auch einiges verändern, die Veranstalter haben bereits im Sommer 2018 ein neues Konzept erarbeitet. So wird der Schmuckbereich, welcher nach wie vor ein wichtiger Teil der Messe ist, deutlich ausgebaut und vor allen Dingen in Halle 1.2 verlegt. Damit ist der Schmuckbereich wesentlich zentraler positioniert und man wird dort auch von einem anderen Besuchermagneten profitieren: Die “Show Plaza”, eine 240°-Eventbühne liegt gegenüber. In Halle 1.1 wird es umfangreiche Catering-Angebote geben, das Areal trägt den Namen “The Loop”. Auch die unabhängigen Uhrmacher ziehen um, sie werden ihre Exponate nun in Halle 1.0 Süd präsentieren. Dieser Teil der Messe wurde bisher noch nicht als Ausstellungsraum genutzt, doch durch neue Ideen entstehen auch neue Raumkonzepte. Es sind Events exklusiv für die Händler geplant, zudem werden die Tore für Journalisten schon einen Tag zuvor geöffnet. Hintergrund dessen ist, den Event-, Kommunikations- und Marketingcharakter der Messe zu stärken. Da die Baselworld sich auf die Fahnen geschrieben hat, jedes Jahr aufs Neue einzigartig und überraschend zu sein, wurden sämtliche neuen Formate auch eng mit den Ausstellern abgestimmt.