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Der 14. April 2020 wird der Baselworld wohl als schwarzer Tag in Erinnerung bleiben. Von dem durch die Coronakrise bereits entstandenen Flurschaden abgesehen, könnten die Ereignisse dieses Tages vielleicht sogar das Ende der Baselworld bedeuten. Einige der bedeutendsten Luxusuhrenhersteller gaben bekannt, die Teilnahme an der Baselworld einzustellen – darunter Rolex und Patek Philippe.



Baselworld ohne Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard


Während den Veranstaltern der Baselworld, der MCH Gruppe, nun gehörig der Kopf rauchen dürfte, scheint der Ausstieg der großen und wichtigsten Aussteller Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard für viele eher weniger überraschend.

Die Baselworld musste zuletzt viel Kritik einstecken: Zu altbacken und zu wenig auf Endkunden ausgerichtet, habe sich die Messe in den letzten Jahren in den Augen vieler negativ entwickelt. Dass die Swatch Group, der Branchengrößen wie Breguet und Omega angehören, bereits 2018 verkündete, ab dem nächsten Jahr nicht mehr an der Baselworld teilzunehmen, könnte der Anfang vom Ende gewesen sein. Insgesamt kehrten in diesem Jahr 18 Marken der Baselworld den Rücken, denen im Jahr 2019 noch 150 weitere Hersteller folgten. Dass nun auch Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard die Messe verlassen, hat wohl mehrere Gründe.


LVMH schließt sich Rolex, Patek Philippe und Co. an

17. April 2020. Drei Tage nach der Kundgabe von Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel und Chopard, die Baselworld verlassen zu wollen, gibt auch die Luxusmarken-Gruppe LVMH bekannt, nicht weiter auf der Baselworld auszustellen. Grund dafür sei ein drohender Imageschaden. Stattdessen wolle man in Zukunft die neuesten Modelle von Marken wie TAG Heuer, Bvlgari oder Hublot gemeinsam mit Rolex und Co. auf einem neuen Event präsentieren.


Warum verlassen viele Uhrenhersteller die Baselworld?

Absagen wegen Covid-19


Die aktuell anhaltende Covid-19-Pandemie bedeutet für unzählige Veranstaltungen in diesem Jahr das Aus. Ob dies nur temporär oder für einen weitaus längeren Zeitraum der Fall sein wird, weiß bisher niemand vorherzusagen. Sicher ist jedoch, dass durch das Ausbleiben von Besuchern zwangsläufig auch die nötigen Einnahmen fehlen. Auch finanziell gut aufgestellte Messen wie die Baselworld haben aktuell zu kämpfen. Die Gerüchte, dass die Baselworld für viele Hersteller nicht mehr das bieten würde, was sie einst als größte und wichtigste Uhren- und Schmuckmesse der Welt tat, hielten sich schon eine ganze Weile. Auch der bereits erwähnte Ausstieg der Swatch Group schadete den Besucherzahlen der Baselworld. Insofern scheint die Absage der Baselworld 2020 für viele Uhrenhersteller ein willkommener Vorwand zu sein, um sich von der Messe zurückzuziehen.


Fehlende Absprachen zwischen Veranstalter und Ausstellern


Ein weiterer Grund für das Verlassen der Baselworld von Rolex, Patek Philippe und Co. seien laut eines Artikels des Forbes Magazines vom 14. April 2020 Schwierigkeiten bei den Terminabsprachen zwischen dem Veranstalter MCH und den Ausstellern. So soll der neue Termin der Baselworld im Januar 2021 ohne Rücksprache mit den ausstellenden Unternehmen und den Veranstaltern der Watches & Wonders (ehemals SIHH) festgelegt worden sein.

Gerade die Zusammenarbeit der Baselworld und Watches & Wonders in Bezug auf die Terminabsprache wurde jüngst groß gelobt, da die Messen erstmals in verschiedenen Zeiträumen stattfinden sollten. Das Festlegen des neuen Termins ohne Rücksprache mit den Ausstellern verärgerte insbesondere Rolex CEO Jean-Frederic Dufour. So heißt es in einem Statement seitens Dufour:


„Wir haben seit 1939 bei der Baselworld teilgenommen. Leider haben wir uns aufgrund der Art und Weise, wie sich die Veranstaltung entwickelt hat, dazu entschieden, uns von dieser zurückzuziehen. Nachfolgende Diskussionen haben es nur logisch erscheinen lassen, eine neue Messe zusammen mit unseren Partnern zu veranstalten, die unsere Vision und unsere unerschütterliche Unterstützung für die Schweizer Uhrmacher teilen. Dies wird uns ermöglichen, unsere neuen Uhren in einer Linie mit unseren Bedürfnissen und Erwartungen zu präsentieren, unsere Kräfte zu vereinen und die Interessen der Uhrenindustrie besser zu vertreten.“

Verantwortliche der MCH Gruppe entgegneten jedoch kurz darauf in einem Statement, dass die Ausweichtermine definitiv in Absprache mit führenden Ausstellern, darunter auch Rolex, getroffen worden seien. Was hier tatsächlich der Wahrheit entspricht, können wir nicht sagen. Jedoch ist sicher, dass Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chopard und Chanel sowie bereits zuvor ausgestiegene Hersteller wie Breitling, Omega, Breguet, Longines, Blancpain, Tissot, Glashütte Original, Raymond Weil, Maurice Lacroix und Co. nicht mehr Teil der Baselworld sein werden.


Keine (komplette) Kostenrückerstattung – Tatsache oder Gerücht?


Ein weiterer Punkt, der die Aussteller zum Verlassen der Baselworld getrieben haben soll, ist eine nicht vollständige Kostenrückerstattung für die ausgefallene Baselworld 2020. So kursieren momentan Gerüchte insbesondere um zwei von der MCH Gruppe angebotene Modelle, die bislang allerdings unbestätigt sind:

  • Modell 1: 85% der Ausstellerkosten werden als Anzahlung für die nächste Baselworld genutzt, 15% behält die MCH Gruppe ein.
  • Modell 2: 70% der Ausstellerkosten werden den Unternehmen zurückerstattet, dafür behält die MCH Gruppe jedoch 30% der Summe ein.

Ob und inwiefern diese Zahlen stimmen, ist bisher nicht geklärt, jedoch würde dies zumindest auch die verhärteten Fronten zwischen dem Baselworld-Veranstalter und den Ausstellern erklären.



Wie geht es mit der Baselworld und den anderen Uhrenherstellern weiter?


Freunde der Baselworld und Watches & Wonders werden nicht enttäuscht, da beide Messen weiterhin stattfinden sollen. In einem Statement der MCH Gruppe gab man jedoch zu bedenken, dass die aktuellen Entwicklungen im Programm der Messe das Aus für das künftige Fortbestehen der Baselworld bedeuten könnten. Ihren Status als wichtigste Schmuck- und Uhrenmesse der Welt muss die Baselworld in Zukunft möglicherweise abgeben. Denn die Baselworld-Aussteiger Rolex, Chanel und Co. gaben bekannt, zusammen mit der Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) eine eigene Messe zu veranstalten. Wie die neue Uhrenmesse in Genf heißen wird, steht bislang noch nicht fest. Wir halten es aber für gesichert, dass sich diese Marken als Schirmherren der neuen Veranstaltung alles andere als zurückhalten werden und wir uns auf etwas Großes freuen dürfen. Dass die LVMH-Marken nun ebenfalls die Baselworld verlassen, stellt einen weiteren herben Schlag für die Messeveranstalter dar. Da nun kaum noch eine große Luxusuhrenmarke auf der Baselworld ausstellt, könnte diese Nachricht nun endgültig das Ende der ehemals größten und wichtigsten Schmuck- und Uhrenmesse der Welt bedeuten. 

Auch in Bezug auf die Neuheiten der Uhrenhersteller, welche eigentlich auf der diesjährigen Baselworld und der Watches & Wonders vorgestellt werden sollten, gibt es neue Informationen. Während zu Beginn der Corona-Pandemie allseits davon ausgegangen wurde, dass die Hersteller ihre neuen Modelle einfach online präsentieren, steht nun fest, dass es in diesem Frühjahr vorerst kaum neue Modelle zu sehen geben wird. Rolex und Tudor gehen sogar noch einen Schritt weiter und kündigten an, in diesem Jahr gar keine neuen Modelle mehr zu präsentieren. Bleiben wir also weiterhin gespannt, wie die Uhrenindustrie mit der Coronakrise fertig wird und hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie.



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