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Bereits seit mehreren Wochen führen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Leben. Während Virologen fordern, den Lockdown vorerst beizubehalten, ächzt die Wirtschaft unter dem Joch der Krise. Auch die Uhrenindustrie kämpft mit den Folgen der Coronakrise und sieht sich immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die es zu meistern gilt. Updates aus der Uhrenbranche erreichen uns derzeit im Minutentakt, daher möchten wir auch Sie über die aktuellsten Entwicklungen der Uhrenwelt informieren und unter anderem interessante Neuigkeiten zur Baselworld mit Ihnen teilen.



Gehört die Baselworld nun der Vergangenheit an?


Baselworld-Veranstalter und Aussteller einigen sich

Ein Statement der Baselworld-Veranstalter (MCH Gruppe) vom Donnerstag, den 07. Mai 2020, ließ uns hellhörig werden. Nachdem viele Uhrenhersteller ihren endgültigen Austritt von der Baselworld verkündet hatten, schien es, als wären die Fronten zwischen den Betreibern der Baselworld und einigen Ausstellern verhärtet. Doch im News-Portal auf der Webseite der Baselworld hieß es nun, dass man sich inzwischen mit der schweizerischen Ausstellerkommission auf einen Vergleich für die abgesagte Baselworld 2020 geeinigt habe.

In einer Mitteilung verkündet Rolex’s Head of Investments and Logistics und Präsident der Ausstellerkommission der Baselworld Hubert J. du Plessix nicht nur, dass er „[...] die konstruktive Haltung der Vertreter der MCH Gruppe“ begrüße, sondern richtet zudem ein Dankeschön an Rolex, Tudor, Patek Philippe, Chanel, Chopard, Hublot, Zenith und TAG Heuer, da diese „im Geiste der Solidarität mit der gesamten Branche einer geringeren Rückerstattung zugestimmt haben, damit die anderen Aussteller von besseren Bedingungen profitieren können“.

Jedoch bleibt er bei weitem nicht der einzige mit versöhnlichen Worten. So richtet sich der Vorstandsvorsitzende der MCH Gruppe, Bernd Stadlwieser, ebenfalls mit optimistischem Blick in die Zukunft an die Presse. So zieht er „mit der einvernehmlichen Einigung für die Baselworld 2020“ ein positives Resümee und möchte sich nun „voll und ganz auf die Zukunft konzentrieren“.


Wie sieht die Zukunft der Baselworld aus?

Ob der Blick in die Zukunft wirklich so positiv ist, wie Stadlwieser behauptet, bleibt jedoch abzuwarten. Denn am Ende derselben Pressemitteilung wurde beiläufig die für den 28. Januar bis 02. Februar geplante Baselworld 2021 abgesagt. Stattdessen arbeite man laut Baselworld Geschäftsführer Michel Loris-Melikoff nun „gemeinsam mit den Ausstellern und Besuchern [...] intensiv an der Klärung und Diskussion der Anforderungen und Optionen für neue Plattformen“. Bis zum Sommer sollen bereits Entscheidungen über Folgeformate getroffen werden, um im Anschluss daran zeitnah Informationen über das neue Konzept und die Planung bereitstellen zu können. Erwartet uns bei der zukünftigen Baselworld etwa bald ein ähnliches Konzept wie das Online-Event der Watches & Wonders? Angeblich soll die Messe einen neuen Namen bekommen und an einem neuen Ort stattfinden. Genaueres ist jedoch noch nicht bekannt.

Die Baselworld, wie wir sie bisher kannten und schätzten, wird es in Zukunft so jedenfalls wohl nicht mehr geben. Dennoch bleiben wir weiterhin gespannt und erwarten das neue Konzept der Messe mit großer Freude.



Breitlings One-Man-Show


Doch gibt es nicht nur negative Schlagzeilen, denn abgesehen von den neuesten Präsentationen auf der diesjährig erstmals online stattfindenden Watches & Wonders (ehemals SIHH) hat der Uhrenhersteller Breitling nun im Alleingang über einen eigenen Webcast neue Modelle und Konzepte vorgestellt. In dem knapp 19-minütigen Video führt Breitling CEO Georges Kern höchstpersönlich durch die neuesten Kreationen von Breitling, darunter die Superocean Heritage '57 als Hommage an den Surf-Lifestyle der 50er und 60er Jahre, eine Neuauflage der legendären Breitling Chronomat und die erste feminine Version der Breitling Navitimer, die Navitimer '35. Kern erzählt mit Begeisterung von den Prozessen hinter den Kulissen und präsentiert die Raffinessen jedes einzelnen Modells.

Neben einer ganzen Reihe neuer Modelle und neu interpretierter Klassiker überrascht das Unternehmen mit einer weiteren Neuerung: digitale Uhrenpässe zum Ende des Jahres 2020. Diese sollen es dem Besitzer der Uhr erleichtern, den Status seiner Uhr abzufragen, und im Falle eines Verkaufs einfach und schnell die Echtheit der Uhr verifizieren. Außerdem sollen die Besitzverhältnisse über die durch die Bitcoin erprobte und absolut sichere Blockchain-Technologie geschützte Online-Plattform unkompliziert geändert werden können. Fälschern und anderen Langfingern werden es in Zukunft daher deutlich schwerer haben. Bald gehören die haptischen Garantiekarten und Echtheitszertifikate im Hause Breitling also der Vergangenheit an.

Doch auch in Bezug auf die Präsentation der Uhren plant Breitling eine Änderung. So sollen die großen, aufwendigen und beliebten Präsentationsboxen schon bald kleineren Etuis weichen. Ob Breitling seine Uhren also zukünftig direkt in den Reiseetuis verkauft und lediglich auf die Schatulle drumherum verzichtet oder stattdessen auf gänzlich neue Verpackungen setzt, bleibt noch abzuwarten. In Anbetracht der Umweltfreundlichkeit ist dies definitiv eine äußerst erfreuliche Entwicklung.



Rolex und Co. im Dornröschenschlaf


Freunde edler Zeitmesser werden dieses Jahr wohl oder übel auf dem Gebrauchtmarkt nach neuen Stücken für ihre Uhrensammlungen suchen müssen. Aufgrund der anhaltenden Produktionsstopps werden die Wartelisten für einzelne Modelle nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in geplantem Ausmaß abgearbeitet werden können.

Branchengigant Rolex hat beispielsweise am 17. März 2020 seine Produktion gestoppt und befindet sich seither in einem Dornröschenschlaf, von dem bislang niemand weiß, wie lange er noch andauern wird. Stellen Sie sich also eventuell auf ein weiteres Jahr Wartezeit für Ihre nächste Submariner oder GMT-Master II ein.

Patek Philippe hingegen schloss all seine Manufakturen am 21. März 2020 und eröffnete erst kürzlich wieder, am 27. April, alle Bereiche der Firma – wenn auch unter strenger Beachtung der Hygienevorschriften. So seien die Angestellten zum Beispiel auf reduzierter Stundenbasis und in reduzierter Anzahl vor Ort.



Wie geht es mit der Uhrenindustrie weiter?


Da es sich bei der Schweizer Uhrenindustrie um eine der stärksten Industrien des Landes handelt, ist davon auszugehen, dass die Regierung nicht zulassen wird, dass einzelne Uhrenhersteller, von den Folgen der Coronakrise gezeichnet, schließen müssen. So ist zumindest unsere Hoffnung, denn dann können selbst Freunde kleiner Marken aufatmen und müssen nicht um das Fortbestehen ihres Lieblingsherstellers bangen.

Wie sich die aktuelle Situation weiterentwickelt, bleibt schlicht und ergreifend abzuwarten, jedoch halten wir Sie stets mit den wichtigsten News aus der Welt der Haute Horlogerie auf dem Laufenden. Bleiben Sie gesund!