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Was steckt hinter dem Bauhaus-Design?


Das Bauhaus feiert Jubiläum. Doch nicht nur im 100. Jahr seiner Gründung ist die Kunstschule und ihr Verständnis von Design und Kunst allgegenwärtig. Produktdesigner auf der ganzen Welt versehen ihre Werke gerne mit dem Bauhaus-Label. Obwohl nicht ganz klar abgegrenzt ist, was Bauhaus ist und was nicht, scheint doch jeder eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, was es bedeutet, wenn eine Sache damit tituliert oder beschrieben wird. Eines ist aber klar: Es geht um Geradlinigkeit, nüchterne und zurückgenommene Formen. Ein Design, das sich zwar nicht hinter der Funktion versteckt, jedoch versucht, die ureigene Schönheit eines funktionalen Gegenstandes hervorzuheben – getreu dem Motto „Form follows function“. Die Funktionalität steht beim Bauhaus also klar im Vordergrund.


Nomos Glashütte Uhren Tetra 408 und Tangente 131 im schlichten Bauhaus-Stil
NOMOS GLASHÜTTE TETRA 408 | NOMOS GLASHÜTTE TANGENTE 131



Die Geschichte und Philosophie vom Bauhaus


Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet. Die Institution bildete sich aus der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule und der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule, die beide in Weimar ansässig waren. Hier lässt sich bereits der neuartige Ansatz erkennen, den Walter Gropius mit dem staatlichen Bauhaus verfolgte. Es sollte Kunst und Handwerk zusammenbringen.

Der Dünkel zwischen Mitgliedern der jeweiligen Berufsgruppen sollte aufgehoben werden. Durch die handwerklichen Grundlagen sollte eine tiefere Auseinandersetzung mit verschiedenen Stoffen und Gegenständen, die bei der gestalterischen Tätigkeit wichtig waren, erfolgen. Gropius war es dabei ein Anliegen, dass diese Entwicklungen auch die nötige Zeit eingeräumt bekamen. Doch das Landesparlament von Thüringen drängte auf Ergebnisse. Nachdem 1922 eine Präsentation gefordert wurde, präsentierte sich das Bauhaus 1923 bereits in einer ersten Ausstellung – die ein überragender Erfolg werden sollte. Neben Vorträgen über Kunst und Technik, unter anderem von Wassily Kandinsky, führte Oskar Schlemmer auch sein Triadisches Ballett auf. Das Musterhaus „Am Horn“, dessen Ausstattung ein Gemeinschaftswerk der verschiedenen Bauhaus-Werkstätten war, galt als eines der bedeutendsten Projekte der gesamten Ausstellung. Die Zustimmung für die avantgardistische Schule ging auf politischer Ebene jedoch verloren. So zog das Bauhaus 1925 nach Dessau um. Am neuen Standort begann die intensive Zusammenarbeit mit der Industrie und innovative Bauhaus-Möbel wie der „Freischwinger“ entstanden. Mit dem Sieg der NSDAP bei der Gemeindewahl im Jahr 1931 in Dessau begann allerdings der Niedergang des staatlichen Bauhauses und resultierte ein Jahr später in der Schließung der Institution. Diese versuchte sich zwar noch in Berlin weiter zu halten, wurde jedoch durch weitere Repressalien der Nationalsozialisten 1933 zur Selbstauflösung gezwungen.



Bauhaus und die Verbindung zu Uhren


Die Bauhaus-Idee lebte in der Arbeit der emigrierten Meister und Schüler des Bauhauses weiter. Unter dem Namen „New Bauhaus“ führte Lászlo Moholy-Nagy, bekannt für seine fotografischen Experimente am Bauhaus, das Konzept des Bauhauses im amerikanischen Exil weiter. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte nun auch das Interesse für die Formen und Farbgebung der Schule wieder auf. 1953 wurde der Bauhaus-Stil mit neuen Einflüssen an der Hochschule für Gestaltung in Ulm unter der Leitung von Max Bill fortgeführt. Neben Möbeln und Alltagsgegenständen tauchen auch immer wieder Uhrenmodelle auf, die als Bauhaus-Uhren bezeichnet werden. Doch gab es tatsächlich eine Uhr, die am Bauhaus entworfen wurde?


Nomos Glashütte Tangente 131 Uhr im Bauhaus-Design mit schwarzem Lederarmband
NOMOS GLASHÜTTE TANGENTE 131



Bauhaus-Uhren: Intendiert oder inspiriert?


Tatsächlich gibt es keine Dokumente oder Unterlagen darüber, dass sich am Bauhaus mit der (Neu-)Formung von Uhren beschäftigt wurde. Eine interessante Verbindung stellt allerdings die Uhrenmarke Junghans her. Unter ihren Kollektionen befindet sich die Uhrenserie „Max-Bill Edition“. Max Bill, früher selbst Schüler am Bauhaus und später Mitbegründer sowie Leiter der Hochschule für Gestaltung in Ulm, führte die Ideale seiner Alma Mater weiter und entwarf mit seinen Schülern die berühmte Küchenuhr in Tropfenform. Dieses Design wurde von Junghans übernommen und avancierte zu einem Klassiker in den späten 50er Jahren.

Spezielle Bauhaus-Uhren werden auch von Nomos Glashütte und Junkers angeboten. So hat Nomos Glashütte anlässlich des Bauhaus-Jubiläums sein Modell Tangente als Sonderedition neu aufgelegt. Die Typografie der Ziffern und Farbakzente auf der Minuterie sind an das Design des Bauhauses angelehnt. Ein klarer Bauhaus-Einfluss lässt sich auch beim Modell Tetra des sächsischen Traditionsunternehmens finden. Die Uhrenmodelle zeichnen sich durch eine schnörkellose Gestaltung des Gehäuses aus und spielen mit verschiedenen Farbgebungen und geometrischen Formen. Allesamt Attribute, die diese Uhrenmodelle zu sehr passenden Dresswatches machen. Allerdings lassen sich diese Schwerpunkte auch bei Vintage Modellen von Longines, Rolex und Omega finden.


Weißes Zifferblatt einer Nomos Glashütte Tetra 408 Uhr auf weißem Hintergrund
NOMOS GLASHÜTTE TETRA 408


Letztendlich bleibt zu sagen, dass die Erinnerung an das Bauhaus und seinen epochalen Einfluss von großer Wichtigkeit ist und diese Bewegung – auch in der Uhrenbranche – immer wieder neue Impulse für Design-Ideen und Kreationen gibt. Wenn man sich also für den Kauf einer gebrauchten Uhr entscheidet, sollte man als Liebhaber klarer Formen und schlichter Gestaltung definitiv eine im Stil des Bauhaus designte Uhr in Betracht ziehen.