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Watchmaster’s wertvollste Uhren – Teil 2: Die Patek Philippe Minute Repeater Perpetual Calendar 5074R-001

Gebrauchte Modelle werden zu Millionenpreisen versteigert

 

Die Faszination, Zeit über Klang darzustellen, geht schon bis zu den Kirchenglocken zurück. Maßgeblich dafür verantwortlich, dass diese Wunder der Technik an ein Handgelenk passen, ist aber Patek Philippe. Bereits 1839 verkaufte Patek Philippe das erste Modell einer Repetitionsuhr, was zeigt, wie eng die Geschichte der Marke mit dieser speziellen Komplikation verbunden ist. Damals noch als Viertelstundenrepetition stellte Patek Philippe in 1845 seine erste Minutenrepetition und in 1895 die erste Fünfminutenrepetition mit ewigem Kalender vor.

 

Seit 1924 bietet Patek Philippe die Minutenrepetition auch für das Handgelenk an und arbeitet seitdem konstant daran, diese zu verbessern. Gebrauchte Modelle werden dabei auf Auktionen zu Millionenbeträgen versteigert. Diese Preise erklären allerdings auch, warum diese Modelle unter Sammlern und Enthusiasten so gefragt sind. Das hier aufgeführte Modell mit der Referenz 5074R-001 wurde dabei zwischen 2002 und 2015 hergestellt und besitzt neben der Minutenrepetition auch einen ewigen Kalender mit drei Totalisatoren. Angetrieben wird das Modell durch das Kaliber R 27 Q mit Selbstaufzug und einer Gangreserve von 48h.  

 

Patek Philippe: Meister der Minute Repeater

 

Bis 1989 wurden die Modelle mit Minutenrepetition dabei ausschließlich im Patek Salon in Genf verkauft. Diese Exklusivität hat natürlich ihren Grund. Die Herstellung von einem Zeitmesser mit Minutenrepetition dauert oftmals bis zu zwei Jahre.  Jedes Stück wird dabei von einem einzigen Uhrmachermeister hergestellt, der mindestens 12 Jahre Arbeitserfahrung haben muss. Dementsprechend ist der Pool geeigneter Kandidaten sehr klein. Lauren Junod, Patek Philippes langjähriger technischer Leiter, beschreibt die Situation folgendermaßen: „Es gibt vielleicht 50 Uhrmachermeister in der ganzen Schweiz, welche ein Repetitionsschlagwerk herstellen können. 15 davon arbeiten für uns.“

 

Am Anfang wird dabei aus 21 Gongschlägen ein passender ausgewählt, wobei für die 5074R-001 sogenannte Kathedralen-Gongs genommen wurden. Es werden 20 einzelne Operationen benötigt, nur um einen Gong herzustellen, wobei jedes Modell aus 300 bis 600 einzelnen Teilen besteht. Nach der Herstellung werden die einzelnen Teile feinjustiert und gegengehört um einen harmonischen Klang zu erreichen. Nachdem dies erreicht ist, wird der Zeitmesser in eine schalldichte Kammer gelegt und der Klang aufgenommen. Diese Aufnahmen werden mit den Aufnahmen ehemaliger Modelle verglichen, sodass immer derselbe Standard erhalten bleibt. Besteht die Uhr diesen Test, muss sie zuletzt noch vor dem Ohr vom Chef von Patek Philippe selbst, Thierry Stern, bestehen, der einer jahrelangen Familientradition folgend jede Minutenrepetition persönlich absegnet und selbst eine 5208P trägt.

 

Wie funktioniert Minutenrepetition?

 

Bevor wir zu der Funktion kommen, muss man Minutenrepetition erstmal definieren. Simpel gesagt, gibt diese durch Klang die exakte Zeit vor. Sagen wir, Sie stellen die Uhr auf 12:35. Aktivieren Sie den Mechanismus, schlägt dieser daraufhin zwölfmal in einem hohen Ton, um die Stunden anzugeben, zweimal in einem doppelten tiefen Ton, um die Viertelstunden anzugeben, und fünfmal in einem einfachen tiefen Ton, um die Minuten anzugeben. Dieser Vorgang dauert bei Patek Philippe immer zwischen 17 bis 18 Sekunden und Sie können ihn selbst durch den Sichtboden an der Rückseite beobachten.

 

Das Problem daran, eine Minutenrepetition in eine Armbanduhr einzubauen, ist dabei vor allem logistisch. Es ist einfach weniger Platz verfügbar. Dies ist besonders bei den sogenannten Kathedralen-Gongs entscheidend. Anders als die regulären Gongs besitzen diese eine deutlich längere Tonfeder als in einem normalen Schlagwerk. Indem die Tonfeder zweimal um das Uhrwerk gewickelt wird, entsteht ein sehr voller Klang mit einem klaren Nachhall. Da Tonfedern jedoch nur mit einem Ende am Uhrwerk befestigt sind, ist es sehr schwierig, diese zweimal um das Uhrwerk zu führen, ohne Gehäuse, Uhrwerk oder einander zu berühren. Die Lösung dafür fand Patek Philippe in einer spiralförmigen Anordnung der Tonfedern, was ihnen genug Klangraum ermöglicht.   

 

Warum kostet die Patek Philippe 5074R-001 fast 500.000€?

 

Keine Frage, der Preis schüchtert auf den ersten Blick ein. Auch wenn wir Ihnen die Uhr bereits ab 429.900€ verkaufen, ist dies dennoch ein Investment, das man sich überlegen sollte. Patek Philippe stellt seine Grand Complications dabei für die Sammler her, die sich dieses Niveau von technischer Innovation und hochwertiger Verarbeitung leisten können, ihre Lieblinge aber auch mal ausführen wollen. Das schwarze, semi-polierte Armband aus Alligatorleder gibt Ihnen dabei mit einer traditionellen Dornschließe immer sicheren Halt. Die 5074R-001 zählt zu den größeren Uhren in Patek Philippes Katalog. Das Gehäuse aus Roségold hat mit einer Größe von 40 mm durchaus Präsenz, wirkt jedoch nie zu prunkhaft. Die Patek Philippe 5074R-001 trägt sich zudem sehr gut zu Business als auch Business Casual, wobei Sie stets darauf achten sollten, sie von Wasser fernzuhalten, da sie nicht wasserdicht ist.