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Wer an Rolex denkt, hat dabei vermutlich nicht zuerst die Kaliber des Schweizer Uhrenherstellers im Kopf. Während Design, Name und die Geschichte der Modelle von Rolex Luxus und Prestige versprechen, werden Kaliber oftmals nur auf ihre Funktionalität begrenzt. Ein Kaliber soll in erster Linie reibungslos arbeiten. Aber kaum eine Marke hat es so verstanden wie Rolex, Funktionalität mit Innovationsgeist zu paaren. Mit über 100 Kaliber-Variationen im Repertoire hat Rolex einige der wichtigsten Neuerungen in der Uhrenindustrie angestoßen, die heute allesamt zum Standard gehören und als Basis für die Werke anderer Marken dienen.



Qualitätsmerkmale von Kalibern


Eines der Merkmale, an denen man die Präzision eines Kalibers erkennen kann, ist die Frequenz. Allgemein gilt: Je höher die Frequenz, desto präziser ist die Uhr. Die Spanne reicht dabei von den Anfängen in den 1950er, die nur eine Frequenz von 18.000 Schläge pro Stunde (BPH) hatten zu den neueren Modellen der Submariner und GMT-Master II, die alle eine Frequenz von 28.800 BPH verfügen. Neben der Präzision ist auch die Gangreserve ein entscheidendes Qualitätsmerkmal von Kalibern. Dies ist die Zeit, die die Uhr nach dem Aufziehen läuft, bevor sie erneut aufgezogen werden muss. Die neuesten Kaliber von Rolex können hier mit bis zu 70 Stunden glänzen.


Kaliber 3185 einer Rolex Explorer II 16570 Uhr mit dunkelgrauem HintergrundKaliber 3185 | ROLEX EXPLORER II 16570



Die Anfänge der Rolex Kaliber


1930 bis 1960


Kaliber Jahr Besonderheiten Frequenz Modelle
Kaliber 620 1931 erster automatischer Rotor,
kleine Sekunde
18.000 BPH Rolex Bubble Back
Kaliber 1030 1950 Rolex erstes eigenes Kaliber,
zertifiziertes Chronometer
18.000 BPH Rolex Submariner,
Rolex Explorer,
Rolex Oyster Perpetual
Kaliber 1040 1954 Automatikwerk mit der
Präzision eines Quarzwerkes
18.800 BPH Rolex Tru-Beat
Kaliber 1036 1954 zentrale GMT-Funktion 18.800 BPH Rolex GMT-Master
Kaliber 1565 1959 GMT-Funktion unabhängig
von der Zeit
18.000 BPH Rolex GMT-Master

Rolex Kaliber 620

Die wichtigste dieser Innovationen fand 1930 statt, als Rolex mit dem Kaliber 620 den ersten automatischen Rotor, der das Uhrwerk in beide Richtungen aufziehen konnte, vorstellte. Musste man vorher noch seine Uhr manuell von Hand aufziehen, geschieht dies bei einem Automatikwerk durch die ständige Bewegung des Handgelenkes. Rolex nannte den Rotor deswegen auch „perpetual“. Das Kaliber wurde in der Rolex Bubble Back verwendet.


Rolex Kaliber 1030

Es war damals noch üblich, dass Marken Werke von Manufakturen wie Zenith, ETA oder Valjoux kauften und diese nach eigenem Bedarf modulierten. Rolex begann allerdings schon früh damit, auch eigene Werke herzustellen. Die 10xx-Serie sollte dabei als Blaupause für spätere Kaliber dienen. Das Kaliber 1030, das 1950 debütierte, war vor allem für seine Funktionalität und Verlässlichkeit bekannt. Das Kaliber kommt in der Rolex Oyster Perpetual, der Submariner, wie zum Beispiel bei der Ref. 6536, und in der Rolex Explorer zum Einsatz.


Kaliber 1530 einer Rolex Submariner 5513 Uhr mit dunkelgrauem HintergrundKaliber 1530 | ROLEX SUBMARINER 5513


Rolex Kaliber 1040

Wenn eine Rolex Uhr jede Sekunde einmal tickt, handelt es sich entweder um eine Rolex mit Quarzwerk wie die Oysterquartz Datejust, eine Fälschung oder aber die Rolex Tru-Beat. Als wahrer Exot unter den Rolex Uhren debütierte die Tru-Beat 1954 mit dem Kaliber 1040, das mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde (BPH) fünf Mal pro Sekunde tickte. Aus diesem Grund wurde eine komplexe Hemmung entwickelt, die die fünf Schläge auf lediglich einen Schlag reduzierten. Rolex vermarktete die Uhr speziell für Ärzte und Pflegepersonal, die mit ihrer Hilfe leichter den Puls bei Patienten messen konnten.


Rolex Kaliber 1036 und 1565

Nachdem mit der 10xx-Serie verlässliche Kaliber für ihre Bestseller produziert wurden, begann Rolex, sich neuen Herausforderungen wie einem GMT-Kaliber für GMT-Uhren zu widmen, mit denen man zwei Zeitzonen auf einmal sehen konnte. Den Anfang machte 1954 die GMT- Master (Ref. 6542), die auch im James Bond Film „Goldfinger“ am Handgelenk von Pussy Galore entzückte. In dieser Referenz war unter anderem auch das Kaliber 1036 verbaut, bei dem der GMT-Zeiger noch mit dem Stundenzeiger verbunden war. Der Träger nahm die Einstellung der Zeitzone vor, indem er die Lünette verschob. 1959 wurde die Ref. 6542 von der GMT-Master (Ref. 1675) abgelöst, in der das Kaliber 1565 verbaut wurde. Bei diesem Modell war es dem Träger möglich, die GMT-Zeiger unabhängig vom Stundenzeiger einzustellen.



Kaliber-Klassiker und Innovationen von Rolex


1960 bis 1990


Kaliber Jahr Spezifikationen Frequenz Modelle
Kaliber 1600 1964 Handaufzug 19.800 BPH Rolex Cellini
Kaliber 1575 1965 sofortige Datumsumstellung 19.800 BPH Rolex GMT-Master II,
Rolex Explorer II
Kaliber 3055 1977 Quickset-Feature 28.800 BPH Rolex Day-Date
Kaliber 3135 1988 Automatik, Zentralsekunde,
Datum
28.800 BPH Rolex Datejust,
Rolex Submariner,
Rolex Yacht-Master,
Rolex Sea-Dweller
Kaliber 4030 1989 Chronographenwerk basierend
auf Zeniths El Primero
28.800 BPH Rolex Daytona

Rolex Kaliber 1600

Nachdem Rolex mit dem Kaliber 620 den Durchbruch für automatische Werke lieferte, traten Werke mit Handaufzug mehr und mehr in den Hintergrund. Die 12xx-Serie stattete spezielle Modelle der Rolex Oyster Perpetual und Rolex Oysterdate Precision noch mit Handaufzug aus, aber die einzige Serie, die den Handaufzug über die Jahre bewahrte, war Rolex’ klassische Dresswatch: die Rolex Cellini. Diese wurde 1964 mit dem Kaliber 1600 lanciert und im Jahr 1993 mit dem neueren Kaliber 1602 ausgestattet.


Rolex Kaliber 1575

Rolex Fans haben eine besondere Affinität für Werke, die sich durch ihre Belastbarkeit und Präzision definieren. 1965 entwickelte Rolex das Kaliber 1575, weil es ein verlässliches, wartungsarmes Automatikwerk benötigt wurde. Gleichzeitig führte Rolex damit auch einige weitere Neuerungen ein, die in ihren Zeitmessern bis heute Verwendung finden. So wurde beispielsweise ein Stoßschutz für das Hemmungsrad eingebaut. Auch führte das Kaliber 1575 den sofortigen Datumswechsel um Mitternacht ein. Berühmt wurde das Kaliber in der Rolex Datejust Serie. Darüber hinaus fand es unter anderem auch Verwendung in der Explorer II, der Sea-Dweller und der Rolex Submariner und hat eine Gangreserve von 48 Stunden.


Rolex Kaliber 3055

1977 debütierte Rolex mit dem Kaliber 3055 das „Quick Set“ Feature in der Day-Date (Ref. 18038). Musste man vorher noch das Datum durch Umrunden des Zifferblattes einstellen, erlaubte es die Schnellschaltung, das Datum unabhängig von der Zeit einzustellen. Dafür wurde die Krone um eine zweite Position erweitert. Heute ist dieses Feature der Standard in allen Uhren mit einer Datumsanzeige. Die 30xx-Serie etablierte auch eine höhere Schlagfrequenz, als Werke von 19.800 BPH auf 28.000 BPH aktualisiert wurden. Die Gangreserve beträgt 42 Stunden. Besonders am Kaliber 3055 ist, das es ausschließlich in der Day-Date (Ref. 18038) schlug. Kaliber, die spezifisch für eine Uhr hergestellt werden, sind bei Rolex extrem selten. Andere Beispiele sind das Chronographen-Kaliber 4130, das speziell für die Daytona entwickelt wurde oder das für die Sky-Dweller entwickelte, sehr komplexe Kaliber 9001 von Rolex.


Rolex Kaliber 3135

Fragt man nach den bekanntesten und leistungsstärksten Kalibern der Uhrenbranche, sind die Chancen sehr hoch, dass einem als Antwort das Rolex Kaliber 3135 genannt wird. 1988 eingeführt, steht es in der Tradition der verlässlichen Kaliber der 10xx- und der 15xx-Serie.


Kaliber 3135 einer Rolex Submariner 116610LV Uhr mit dunkelgrauem HintergrundKaliber 3135 | ROLEX SUBMARINER 116610LV


Mit einem Automatikwerk, Datumsfunktion mit Schnellschaltung und einer Breguet-Spirale entwickelte es sich schnell zu einem von Rolex’ berühmtesten Werken und war lange Zeit die Blaupause für neue Kaliber-Designs. Es ist auch mit Abstand das am meisten verbaute Werk der Marke und wurde unter anderem in der Datejust, Submariner Date, Yacht-Master und in der zwischen 1988 und 2008 hergestellten Sea-Dweller 4000 verwendet. Es besitzt eine Gangreserve von 50 Stunden.


Rolex Kaliber 3155 und 3185

Im selben Jahr, in dem das Kaliber 3135 lanciert wurde, wurden auch zwei Erweiterungen des Kalibers 3135 eingeführt. Das Kaliber 3155 etablierte dabei das „Double Quick-Set“ Feature in der Day-Date, das eine Schnellschaltung für Tag und Datum erlaubt. Heute wird es immer noch in den Day-Date Modellen mit 36 mm benutzt. Das Kaliber 3185 führte eine neue Ära der GMT-Master und der Explorer ein. Es ersetzt das Kaliber 3085 von 1977 und treibt die GMT-Master II und Explorer II an. Nach 17 Jahren wurde es 2005 vom Kaliber 3186 abgelöst. Das Kaliber 3155 hat eine Gangreserve von 48 Stunden, das Kaliber 3185 eine Gangreserve von 50 Stunden.


Kaliber 3155 einer Rolex Day-Date 118239 Uhr mit dunkelgrauem HintergrundKaliber 3155 | ROLEX DAY-DATE 118239



Rolex Manufaktur und weitere Neuerungen


1990 bis 2018


Kaliber Jahr Spezifikationen Frequenz Modelle
Kaliber 2235 1999 mit 20 mm das schmalste
Rolex Werk
28.800 BPH Rolex Lady Datejust
Kaliber 4130 2000 Chronographenwerk, von
Rolex selbst hergestellt
28.800 BPH Rolex Cosmograph Daytona
Kaliber 4160 2007 Regatta-Countdown-Zähler,
Chronograph
28.800 BPH Rolex Yacht-Master II
Kaliber 3255 2015 Update auf das Kaliber 3135
mit 90% neuen Teilen
28.800 BPH Rolex Day-Date 40
Kaliber 3285 2018 Kaliber 3255, GMT-Funktion 28.800 BPH Rolex GMT-Master II

Rolex Kaliber 2235

1999 stellte Rolex mit dem Kaliber 2235 die kleine, schlanke Schwester des Kalibers 3135 vor. Es wurde vor allem in Damenuhren wie der Lady Datejust und Lady Yacht-Master verbaut. Trotz einer Größe von nur 20 mm arbeitet das Modell dabei genauso verlässlich wie das Kaliber 3135. Es hat eine Gangreserve von 42 Stunden.


Rolex Kaliber 4130

Modifizierte Rolex in seinen früheren Kalibern teilweise noch Werke von Valjoux oder Zenith, sollte sich dies mit dem Beginn des Millenniums endgültig ändern. Das Unternehmen begann schon in den 50er Jahren, mit der 10xx-Serie zugelieferte Kaliber durch eigene zu ersetzen. Mit dem Kaliber 4130, das Zeniths El Primero verdrängte, wurde Rolex endgültig zu einer Manufaktur. Dies bedeutet, dass alle Werke ab dem Jahr 2000 direkt von der Marke selbst hergestellt werden. Das Kaliber 4130 wurde dabei auch mit der innovativen vertikalen Kupplung ausgestattet und besitzt eine Gangreserve von 72 Stunden.


Rolex Kaliber 3255, 3235 und 3285

Dass sich nicht auf vergangenen Großtaten ausgeruht wird, bezeugt auch das 2015 lancierte Kaliber 3255. Nach eigenen Angaben erneuerte Rolex bei diesem 90% der verwendeten Bauteile, darunter unter anderem eine neue Chronergy-Hemmung und eine größere Spirale, was zu einer stärkeren maximalen Spannkraft führt. Das Kaliber 3255 wurde dabei in den Day-Date Modellen mit einer Größe von 40 mm verbaut. Es besitzt eine Gangreserve von 70 Stunden. 2016 führte Rolex ein Update auf das Kaliber 3235 durch, das 2018 auch bei den Datejust Modellen eingeführt wurde. Mit dem Kaliber 3285 ist auch ein Update für die GMT-Modelle verfügbar.