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Die Fliegeruhr ist ein Klassiker unter den Armbanduhren – und zwar einer, der bereits auf über 100 Jahre Erfolgsgeschichte zurückschauen kann. Und da es bereits einiges in der bewegten Geschichte der Fliegeruhren zu erzählen gibt, möchten wir uns diesen Uhrentyp einmal genauer anschauen.



Die Geschichte der Fliegeruhr


Die erste Fliegeruhr wurde 1906 vom berühmten Pariser Uhrmacher Louis Cartier als Geschenk für seinen Freund, den Piloten Alberto Santos-Dumont, entwickelt. Die auch namentlich mit dem Flugpionier zu identifizierende Cartier Santos nahm an dessen Handgelenk sogar am ersten öffentlichen Motorflug der Welt teil und gelangte so zu internationalem Ruhm. Zugegebenermaßen würde man die elegante Uhr, die später zur Ikone der Luxusuhrenwelt avancierte, heute nicht mehr als typische Fliegeruhr bezeichnen. Vielmehr gleicht sie einer modischen Dresswatch. Optisch zeichnet sie sich heute durch ein kantiges Design und die auffällig gesetzten Schrauben auf Armband und Lünette aus. Nichtsdestotrotz hat sie einen Meilenstein, nicht nur in der Geschichte der Fliegeruhr, sondern auch in der Geschichte der Armbanduhr insgesamt, gesetzt: Bisher trug man vor allem Taschenuhren, was beim Versuch, in schwindelerregender Höhe ein Flugzeug zu steuern, eher weniger praktisch war.


Schwarzes Zifferblatt einer Breitling Navitimer World A24322 Fliegeruhr
BREITLING NAVITIMER WORLD A24322


Schnell adaptierten auch andere Uhrenhersteller die Idee der Fliegeruhr. Einerseits waren es die beiden Weltkriege, die zu nicht unerheblichen Teilen auch in der Luft stattfanden, die den schnellen Aufstieg der Fliegeruhr bedingten. Andererseits fand sie auch Zuspruch bei all jenen, die zwar selbst nie ein Cockpit betreten würden, jedoch die Symbolik der Uhr zu schätzen wussten. So verband man sie mit einer der modernsten Ingenieurleistungen ihrer Zeit und dem Anfang des 20. Jahrhunderts populären Mythos der Hochtechnologie. Der Traum vom Fliegen und das damit verbundene Freiheitsgefühl machten die Fliegeruhr somit auch für Nicht-Piloten attraktiv. Die Fliegeruhr löste damit auch die Vorstellung der Armbanduhr als bloßes Schmuckstück ab und gewann eine neue, technisch orientierte und damals vor allem männliche Zielgruppe hinzu. Viele Fliegeruhren haben ihren Ursprung also in Kriegszeiten, aber auch der Mitte der 50er ausgebaute Linienflugverkehr gab ihr einen konkreten Einsatzbereich. Die Breitling Navitimer aus dem Jahr 1952 zum Beispiel war durch ihre Lünette für Aviatikberechnungen nützlich.

Schon nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen Borduhren weitestgehend die Aufgaben der Fliegeruhr. Zunächst blieb die Fliegeruhr jedoch als Ersatzsystem und für spezielle Aufgabenbereiche im Einsatz. Weiterentwicklungen der Fliegeruhr gab es für die astronomische Navigation. Aber auch für die Militärluftfahrt wurde sie für klimatische und kinetische Extrembedingungen ausgestattet. Heute braucht man die Fliegeruhr in der Aeronautik nicht mehr. Dennoch ist sie noch immer fest auf dem Markt der (Luxus-)Uhren etabliert. In Funktion und Design ist sie stets an ihren Vorgängern orientiert, sodass sie auf eine lange Historie verweist. Hersteller bleiben gewissen Kriterien der klassischen Fliegeruhr also treu, experimentieren allerdings auch mit neuen Gestaltungskonzepten und Designs und aktualisieren die Idee der Fliegeruhr damit immer wieder für die Moderne.



Was macht die Fliegeruhr zur Fliegeruhr?


Ganz grundlegend waren wichtige Eigenschaften der Fliegeruhr eine leichte Handhabung und Ablesbarkeit. Der hohe Bedienkomfort ist den meisten Fliegeruhren tatsächlich noch zu eigen, einige Merkmale jedoch wurden auch zugunsten von Alltagstauglichkeit und Optik reduziert. So wird auf sehr lange Armbänder, die den Piloten früher dazu dienten, die Uhren auch über der Jacke tragen zu können, mittlerweile weitestgehend verzichtet. Auch extrem große Gehäuse, die Gebrauch und Ablesbarkeit vereinfachten, werden kaum noch verwendet.


Optische Merkmale von Fliegeruhren

Grundsätzlich haben Fliegeruhren eine eher schmucklose, robuste Optik und sind besonders stoßfest konzipiert. Die satinierte Oberfläche und das mattschwarze Zifferblatt, die einst Reflektionen verhindern sollten, sind auch heute noch vielen Modellen zu eigen. Darüber hinaus ist die besonders große und griffige Krone, die auch mit Handschuhen problemlos aufzuziehen war, typisch für die meisten Fliegeruhren. Auch der ikonische Nullindex als Dreieck ist bei den meisten Fliegeruhren zu finden. Die gute Ablesbarkeit auch im Dunkeln garantierten damals wie heute ein kontrastreiches Zifferblatt sowie Zeiger, Ziffern und Nullindex mit Leuchtmasse. Auch das Logo wird häufig dezent gehalten, um die Ablesbarkeit nicht zu verkomplizieren. Die Metallnieten, die früher zur Befestigung von Lederarmbändern dienten und für optimalen Halt sorgten, findet man auch heute als Accessoire an Fliegeruhren wie der IWC Pilots Chronograph 3740. Auch in puncto Funktionalität stehen die heute alltäglich tragbaren Uhren ihren Vorgängern in nichts nach: Fliegeruhren sind mit Tachymetern oder anderen praktischen Tools ausgezeichnet und halten immer noch den widrigsten Bedingungen stand.



Berühmte Fliegeruhren


Breitling Navitimer

Schon direkt nach ihrem Erscheinen auf dem Uhrenmarkt im Jahr 1952 galt die Breitling Navitimer als die Fliegeruhr schlechthin. Die internationale Pilotenorganisation AOPA empfahl die Toolwatch sogar als offizielle Pilotenuhr. Herausstechend ist vor allem ihr markanter Rechenschieber, mit dem sich etwa Steig- und Sinkflugraten, Treibstoffverbrauch oder Durchschnittsgeschwindigkeiten berechnen lassen. Seit einigen Jahren wird das berühmte Manufakturkaliber Breitling B01 auch in der Navitimer verbaut, sodass der Fliegeruhrenklassiker auch höchst modernen Standards entspricht.


Breitling Navtimer 01 AB012012.BB02.447A mit Rechenschieber-Lünette und braunem Lederarmband
BREITLING NAVITIMER 01 AB012012.BB02.447A


Rolex GMT-Master II

Anfang der 1950er Jahre baute Rolex im Auftrag der Fluggesellschaft Pan Am die GMT-Master, mit der sich zwei Zeitzonen gleichzeitig ablesen lassen. Neben der beidseitig drehbaren Stunden-Lünette besitzt sie einen Zeiger, der die zweite Zeitzone anzeigt – optimal für Vielreisende und Jetsetter. Ursprünglich für den Einsatz im Cockpit entworfen, erlangte die Uhr durch ihre Funktionalität und markante Optik schnell eine große Fangemeinde. Heute ist sie eine sehr beliebte Luxusuhr. Vor allem die 2007 eingeführte GMT-Master II mit Keramik-Lünette gilt als extrem hochwertige Weiterentwicklung ihres Vorgängers.


Rolex GMT-Master II 126710BLRO mit blau-roter Lünette und Jubilé-Armband
ROLEX GMT-MASTER 126710BLRO


IWC Big Pilots

IWC bietet seit 1936, als sie ihre erste Spezialuhr für Piloten auf den Markt brachte, eine ganze Reihe von ikonischen Fliegeruhren. Für die Pilot’s Watch-Linie ist die Qualitätsmarke geradezu berühmt. Eine der Ikonen ist hier die Big Pilots, die unter anderem mit ihrem sehr großen Gehäuse und der großen Aufzugskrone extrem nah an der historischen Fliegeruhr liegt.


Breitling Chronomat

Einer der Bestseller der Luxusuhrenmarke Breitling ist auf jeden Fall ihr Chronomat. Schon 1941 kam er auf den Markt und wurde nach seinem herausstechenden Tool, dem Rechenschieber, benannt. So setzt sich der Name aus „Chronograph“ und „Mathematik“ zusammen und wurde bis heute für die beliebte Fliegeruhr beibehalten. Heute ist der Chronomat mit einer großen Bandbreite an Zifferblatt- und Armbandvarianten sowie unterschiedlichen Materialien zu erwerben, was ihn bei vielen Uhrenfans extrem beliebt macht.


Breitling Chronomat 44 GMT AB042011.BB56.375A Fliegeruhr aus Edelstahl mit schwarzem Zifferblatt
BREITLING CHRONOMAT 44 GMT AB042011.BB56.375A


Omega Speedmaster

Als erste Uhr auf dem Mond schrieb die Omega Speedmaster unumstritten Fluggeschichte. Von der NASA im Jahr 1965 offiziell als rundum weltraumtauglich bezeichnet, erlangte die von Fans liebevoll als Speedy bezeichnete Uhr viel Ansehen, das sich bis heute hält. Äußerlich blieb sie sich immer treu, seit ihrer Ersteinführung 1957 wurde kaum etwas verändert. Nennenswerte Besonderheiten der Uhr sind zum Einen der mechanische Handaufzug, da ein Automatikwerk im All der Schwerelosigkeit geschuldet seine Wirkung verfehlt hätte. Zum Anderen das Hesalitglas, welches im Gegensatz zu Saphirglas den Gegebenheiten des Weltraums standhalten konnte.


Omega Speedmaster Day-Date 3220.50.00 Edelstahl-Uhr auf schwarzen Notizbüchern liegend
OMEGA SPEEDMASTER DAY-DATE 3220.50.00