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Eine Omega Uhr
 

Erste Anfänge der Uhrmacherei reichen bereits bis ins Mittelalter zurück, doch erst mit der Industrialisierung wurde eine serielle Produktion zu erschwinglichen Preisen möglich. Viele noch heute tätige Marken haben ihre Anfänge in dieser Zeit und blicken auf eine lange Firmengeschichte zurück. Eben diese Traditionshäuser haben die Entwicklung der Uhrengeschichte über die Jahre maßgeblich geprägt und den Weg geebnet für die exzellenten mechanische Uhren der heutigen Zeit. Wer Interesse an frühen Modellen der Uhrengeschichte hat, sollte hier auf zertifizierte, gebrauchte Luxusuhren setzen.  

 

Die Uhrmacherei im Mittelalter – von der Großuhr zur Kleinuhr


Die Geschichte der mechanischen Uhren beginnt mit den Großuhren. Dabei handelt es sich um Räderuhren – also Uhren, deren Uhrwerk aus einem Mechanismus von Zahnrädern besteht – die ein größeres Gehäuse haben und nicht am Körper getragen werden, bzw. häufig einen festen Standort haben. Eine Zeigerumdrehung umfasst hier 24 Stunden, während Kleinuhren normalerweise nur 12 Stunden auf dem Zifferblatt anzeigen.

Die frühesten Uhrmacher in Deutschland waren christliche Mönche, die für Klöster und angebundene Schulen Zeitmesser benötigten, um Gebets- und Arbeitszeiten regulieren zu können. Leitsprüche wie “Ora et labora” (Bete und arbeite) machten es notwendig, den Tag in entsprechende Einheiten einzuteilen, um das klösterliche Leben zu regeln.

Bereits ab dem 14. Jahrhundert hingen große Uhren an Kirchen. Sie wurden von Schlossern gefertigt, die dafür keine spezielle Berufsausbildung brauchten. Trotzdem waren die Turmuhren komplexe Gebilde, die durch Glockenschläge zur vollen Stunde auch akustisch die Zeit anzeigten und sie für das ganze Dorf zugänglich machten.

Erst die Erfindung des Federantriebs im 15. Jahrhundert, der den vorherigen Gewichtsantrieb ersetzte, ermöglichte es, kleinere Uhrgehäuse zu fertigen. Dadurch wurde langsam der Weg geebnet für erste Taschenuhren.

Im 16. Jahrhundert entstanden dann erstmals Uhrmacherzünfte. Trotzdem behielten auch die Schmiede weiterhin das Recht, Uhren herzustellen. Das Uhrmacherhandwerk ist damals wie heute sehr vielseitig: Uhrmacher sind Handwerker, Feinmechaniker und Künstler gleichermaßen und kombinieren diese Fähigkeiten mit einem guten Maß an Kreativität.

Die ersten eingetragenen Uhrmachervereinigungen sind 1540 in Dresden belegt. Im Vergleich dazu hat es die erste dokumentierte Räderuhr bereits 1306 in St. Gotthard in Mailand gegeben.

 

Jaeger LeCoultre Uhr

 

Der erste Vorläufer der Armbanduhr, wie wir sie heute kennen, wurde erst 1812 von Abraham-Louis Breguet für Königin Caroline Murat gefertigt. Es sollte allerdings noch fast ein Jahrhundert dauern, bis den Armbanduhren ihr Durchbruch in die Herrenwelt gelang. Als kleinere, handliche Uhren setzte sich erst einmal die Taschenuhr durch, die es in vielen erdenklichen Varianten gab.

 

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Weiterentwicklung von Uhren war die Seefahrt. Schiffschronometer wurden verwendet, um die exakten geographischen Koordinaten des Schiffes zu bestimmen. Allerdings waren die damals noch sehr empfindlichen Uhren auf dem Wasser anderen Anforderungen ausgesetzt als an Land. Der Engländer John Harrison fand als erster eine Lösung für dieses Problem und erfand Mitte des 18. Jahrhunderts die Grasshopper Hemmung, die Temperaturschwankungen ausgleichen konnte. Zusätzlich versah er seine Uhren mit einer besonderen Aufhängung, die ebenfalls die Wellenbewegungen ausgleichen konnte.

 

Vulcan Uhr

Die industrielle Revolution und die Uhrmacherei


Die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufkommende industrielle Revolution barg gleichermaßen Chancen und Herausforderungen für die Uhrenindustrie.

Die Mechanisierung bestimmter Tätigkeiten führte zu einer Trennung einzelner Produktionsschritte und ermöglichte effizienteres Arbeiten und höhere Produktionszahlen. Einzelteile, die für die Uhrenherstellung benötigt wurden, sanken im Preis, da sie maschinell zeitsparend und günstig hergestellt werden konnten.

Mit den Produktionsverhältnissen veränderte sich auch das Zeitverständnis grundlegend. Wo vorher häufig Sonnenauf- und -untergang Arbeitszeiten bestimmt hatten, wurde jetzt mit künstlichen Lichtquellen nachgeholfen, um längere Arbeitsstunden zu ermöglichen. Die Stempeluhren in den Fabriken läuteten die Ökonomisierung der Zeit ein. Wie das bekannte Sprichwort sagt: “Zeit ist Geld”, somit musste sie für Jedermann messbar sein. Dadurch wuchs auch die Popularität der Zeitmesser. Früher waren sie vor allem an Kirchtürmen zu sehen, nun eroberten sie zusehends den öffentlichen Raum und begannen auch Bahnhöfe und Fabrikhallen zu schmücken. Auch Privatpersonen trugen immer häufiger Uhren in der Tasche oder am Handgelenk. Der immer größer werdende Bedarf trieb auch die Entwicklung der Uhrmachermeister voran. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden viele der großen Traditionsfirmen gegründet, die heute einen festen Platz in der Uhrenindustrie haben. Ihnen voran gingen die bahnbrechenden Erfindungen von Abraham-Louis Breguet, der durch die Breguet-Spirale und die Parachute Stoßsicherung die Grundlage dafür schaffte, dass Uhren immer kleiner werden und bald am Arm getragen werden konnten. Er gilt als kreativster Kopf in der Geschichte der Uhrenentwicklung und belieferte prominente Kundschaft aus den Fürstenhäusern Europas und die Elite des Bürgertums. Auch Adrien Philippe leistete mit der Erfindung der Remontoir-Uhr seinen Beitrag. Neu an ihr war die Aufzugskrone, die bei Graf Antoine de Patek für so viel Begeisterung sorgte, dass er gemeinsam mit ihm 1839 Patek Philippe gründete. Auch Jaeger-LeCoultre (1833), A. Lange & Söhne (1845), Cartier (1847), Omega (1848), Heuer (1860), IWC (1868), Audemar Piguet (1875) und Breitling (1884) wurden im selben Jahrhundert gegründet, um nur einige Namen zu nennen.

Die Uhrmacherei zog vermehrt von Werkstätten in größere Fabrikhallen.

Adolph Lange legte beispielsweise 1845 mit der Gründung seiner Fabrik einen Grundstein für die deutsche Uhrenindustrie in Glashütte. Er setzte auf Arbeitsteilung bei der Herstellung und ließ spezialisierte Fachkräfte jeweils einzelne Teile herstellen und immer weiter an deren Verbesserung arbeiten. Die industrielle Produktion ermöglichte es, Uhren in so großen Mengen herzustellen, dass ihre Preise erschwinglicher wurden und mehr Menschen sich Zeitmesser leisten konnten.

 

Gleichzeitig stürzte die industrielle Revolution Uhrenproduzenten im Schwarzwald und in der Schweiz erst einmal in eine Krise und führte letztendlich zu einem Umbruch in der Produktionsweise. Da viele Schritte automatisiert wurden, konnten handgefertigte Uhren preislich nicht mit der neuen Ware mithalten und brauchten außerdem viel länger in der Fertigung.

 

Patek Philippe Uhr

 

Die Armbanduhr etabliert sich


Auch wenn die erste Armbanduhr bereits von Napoleons Schwester, Caroline Murat, ein Jahrhundert vorher getragen worden war, fand der Einzug der Armbanduhr in die breite Masse der Gesellschaft nur schleppend statt. Herren trugen häufig Taschenuhren, die an einer Kette in der Westentasche verstaut wurden, Damen trugen ihre Exemplare entweder an langen Ketten um den Hals oder an einer Kette um den Arm. Diese frühen Armbanduhren hatten allerdings durch die verzierten Bänder und Ketten eher Schmuckcharakter. Doch mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde es für Flieger und Soldaten notwendig, die Zeit überblicken zu können und trotzdem beide Hände frei zu haben. Die Uhrenindustrie reagierte und produzierte Armbanduhren, die speziell für den professionellen Einsatz entwickelt waren. Viele aktuelle Uhrentypen wie Fliegeruhren, Taucheruhren und Spezialchronographen sind nach wie vor ein Tribut an diese Entstehungsgeschichte.  Die Cartier Santos gilt als erste Fliegeruhr und die erste Armbanduhr für Herren. Louis Cartier entwarf sie speziell für Flugpionier und Freund Carlos Santos Dumont, ihr folgten weitere Fliegeruhren wie die Breitling Chronomat oder die Rolex Air-King. Besonders Rolex etablierte sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der Uhrenwelt, die Popularität der Marke ging Hand in Hand mit der stärkeren Verbreitung von Armbanduhren. Seit 1908 existierte der Name Rolex als eingetragene Marke, doch erst die Entwicklung des wasserdichten Oyster Gehäuses verhalf dem Unternehmen 1926 zu endgültigem Ruhm. Seine Wasserdichtigkeit wurde öffentlichkeitswirksam am Handgelenk der Schwimmerin Mercedes Gleitze bewiesen, als diese den Rekordversuch startete, als erste Frau den Ärmelkanal zu durchschwimmen.

Die Blütezeit der Uhrenindustrie endete erst einmal mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die damit einhergehenden wirtschaftlichen Engpässe beeinflussten das Kaufverhalten der Bevölkerung und sorgten auch bei Uhrenherstellern für finanzielle Schwierigkeiten.