Win a Rolex at Watchmaster.com

Adelshäuser und die Geburtsstunde der Armbanduhr


Wie allgemein bekannt ist, gäbe es keine Armbanduhren ohne den Einfluss europäischer Adelshäuser und besonders der Königinnen, die diese sowohl zur Zierde als auch während der Jagd benutzten. Dadurch wurden Armbanduhren schnell ausschließlich als Damenuhren angesehen. Damals vor allem noch herablassend als “Wristlets” bezeichnet, wurden diese Uhren von Männern oftmals nur belächelt, was dazu führte, dass es keine vollständige historische Überlieferung über diese anfänglichen Uhren gibt.

Es sind allerdings einzelne Anekdoten bekannt. Robert Dudley, Earl of Leicester, überreichte Königin Elisabeth I als Werbegeschenk eine Uhr, aber zur Heirat sollte es dennoch nicht kommen. Als Uhren sich auf den Höfen etablierten, gab Marie Antoinette 1783 eine Armbanduhr mit Diamanten in Auftrag. Königinnen suchten nun aktiv nach neuen Designs, was auch den ersten Uhrmachermeistern den direkten Zugang zu den Königshäusern ermöglichte.


Breguet und Patek Philippe wagen sich an die Königshöfe


Abraham-Louis Breguet überreichte seine erste Damenuhr am 8. Juni 1810 der Königin von Neapel. Patek Philippe ist ebenfalls eine der frühen Ikonen der Damenuhren: 1869 lieferte man eine Uhr an die Gräfin Koscowicz von Ungarn. Die Uhren der damaligen Zeit wurden mehr als Acessoires angesehen als funktionsfähige Uhren. Breguet designte beispielsweise eine dünne, ovale Uhr mit Repetitionswerk, die auf einem Armband aus Goldfäden ruhte.
 
zwei klassische Breguet-Uhren auf schwarzem HintergrundBREGUET CLASSIQUE 3980
 

Frauen beginnen, in den Uhrenmanufakturen zu arbeiten


Männer trugen währenddessen weiter Taschenuhren, was sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts ändern sollte. Als Europa mehr und mehr in Kriege verwickelt wurde, stellten sich Taschenuhren schnell als unpraktisch heraus und Männer wechselten zu Armbanduhren, die allerdings durch Kaliber aus Damenuhren angetrieben wurden. Auch an der Heimatfront kam Bewegung auf: Aufgrund des Mangels an Arbeitskräften wurden Frauen zum Beginn der Industrialisierung und besonders während dem 1. Weltkrieg auch fester Bestandteil von Uhrenmanufakturen. Die "Radium Girls” kamen so zu trauriger Berühmtheit, als sie durch das damals als Leuchtstoff verwendete Radium verstrahlt wurden.


Rolex und Mercedes Gleitz: Eine gewagte Partnerschaft


Auch die größeren Marken begannen damit, den Markt für Damenuhren für sich zu erschließen. Rolex war eines der ersten Unternehmen, das den ökonomischen Wert von Damenuhren erkannte und die 1920 lancierte Rolex Princess war lange Zeit die teuerste Uhr in dem Katalog. 1927 gelang Rolex dann der Coup, als sie Mercedes Gleitze dazu gewinnen konnten, die Rolex Oyster zu tragen, als sie versuchte, den Ärmelkanal erneut zu durchschwimmen. Sie lesen richtig! Hingegen der Legende schwamm Gleitze bereits am 07. Oktober 1927 durch den Kanal, musste aber erneut antreten, als Stimmen laut wurden, die ihren Erfolg bezweifelten. Als Gleitze mit der Rolex Oyster schwamm, gelang es ihr nicht, den Ärmelkanal ein zweites Mal zu durchqueren. Da sie jedoch der Kälte des Wassers trotzen konnte, verstummten die Kritiker und ihr Rekord wurde auch offiziell anerkannt. Auch die Belastbarkeit der Uhr war mehr als bewiesen und Rolex begann, aktiv mit Gleitze zu werben.


Patek Philippe und die mechanische Revolution moderner Damenuhren


Man muss es Rolex sehr hoch anrechnen, dass das Unternehmen in diesen frühen Jahre so stark auf Mercedes Gleitze setzte. Historisch gesehen, sollt dies leider allerdings eher die Ausnahme bleiben. In den 30er Jahren setzten sich Armbanduhren langsam auch bei Männern durch. Die Uhren wurden als “Funktionsuhren” vermarktet, was ihnen ein maskulines Profil gab. Die Uhrenindustrie nahm diesen Umschwung war und orientierte das Marketing mehr und mehr auf Männer um. Damenuhren wurden dabei oft auf ein oder zwei Serien im gesamten Katalog reduziert. Meistens waren diese Uhren Dresswatches, die oft auch mit einem Quarzwerk ausgestattet wurden.


Eine Patek Philippe Uhr mit weißem ZifferblattPATEK PHILLIPE CALTRAVA 3919J

Vorreiter Patek Philippe

Einige Marken stechen jedoch heraus und bemühen sich, bis heute den Wünschen nach Damenuhren mit mechanischen Werken und anspruchsvollen Komplikationen nachzukommen. Die Schwierigkeit liegt besonders darin, dass durch das schmale Gehäuse weniger Platz zur Verfügung steht. Besonders Patek Philippe und Creative-Director Sandrine Stern fallen hier positiv auf. Beginnend mit der Calatrava Travel Time (Ref. 4864) in 1997 hat Patek Philippe begonnen, den Markt für Damenuhren mit Komplikationen zu dominieren.


Der erste ewige Kalender für Damen

2005 lanciert man dann einen ewigen Kalender für Damen. Dieser entwickelte sich schnell zu einem Bestseller, was einen ganzen Rutsch an neuen Ideen brachte. Damenuhren besaßen nun Mondphasen, Minutenrepetition, Skelettzifferblatt und Schleppzeigerchronographen. Auch andere Luxusmarken wie Breguet, Harry Winston und Vacheron Constantin entwickeln mittlerweile eigene Werke für Damenuhren. Mit DaLaneau gibt es sogar eine Marke, die sich exklusiv auf Damenuhren konzentriert hat.