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In Zeiten von GPS und Satelliten fällt es schwer, sich vorzustellen, wie kompliziert und aufwändig es früher war, seine eigene Position zu bestimmen. Früher benutzte man dafür astronomische Navigation. Wenn Sie für diese Methode ein Gefühl bekommen wollen, können Sie eine Longines Lindbergh kaufen, die Longines als Hommage an Charles Lindbergh lancierte. Lindbergh war ein amerikanischer Flugpionier, der mit 25 Jahren den renommierten Orteig-Preis gewann, als es ihm 1927 gelang ohne Zwischenstopp von Long Island nach Paris zu fliegen.



Die Longines Lindbergh revolutioniert die Navigation


Der Flug war riskant, auch weil Lindbergh auf Radionavigation verzichtete und damals noch nicht astronomische Navigation beherrschte. Also griff er auf die sogenannte Koppelnavigation zurück, die die aktuelle Position durch die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit bestimmt. Das Problem von Koppelnavigation liegt darin, dass sich die Fehler aufrechnen und ein Pilot so immer mehr von seinem Kurs abweichen kann. Dies vermied Lindbergh, indem er sich auch an Landmassen, Inseln oder anderen Objekten orientierte, um auf dem richtigen Kurs zu bleiben. Nachdem Lindbergh Vereisung trotzte und einen mehrstündigen Blindflug durch Nebel überstand, landete er schließlich sicher in Paris. Sein Name sollte dadurch in die Geschichtsbücher eingehen. Die Flugzeit wurde in Paris offiziell von John P.V. Heinmüller genommen, der ein amerikanischer Longines-Manager war und zu dem Lindbergh später das Design seiner ersten Uhr bringen sollte.

Denn nachdem er den Flug meisterte, wollte Lindbergh nie wieder derartige Risiken eingehen und arbeitete zusammen mit Longines daran, eine Uhr zu produzieren, die eine sichere und präzise Navigation ermöglicht. Entgegen der Legende war dies nicht Longines erste Fliegeruhr. Diese entwickelte Longines zusammen mit Philipp van Horn Weems und wurde als „Weems Navigation Watch“ vermarktet. Auch ihr ist heute ein Hommage-Modell gewidmet. Lindbergh lernte unter Weems und designte die Longines Lindbergh so, dass sie Weems Theorien praktisch umsetzen konnte.


Longines Lindbergh 989.5215 Uhr auf schwarzem Hintergrund
LONGINES LINDBERGH 989.5215



So lesen Sie das Zifferblatt der Longines Lindbergh


Weems war Pionier der astronomischen Navigation, also der Navigation anhand von Sternen und anderen Himmelskörpern. Dies ist ein ungemein komplexes und theoretisches Gebiet, aber die Grundidee ist sehr einfach. Piloten konnten ihren Breitengrad noch während dem Flug berechnen. Um aber ihren Längengrad – dem Winkel zum Greenwich-Nullmeridian – zu berechnen, brauchten Sie die Hilfe des Stundenwinkels, der in einen Winkel den Zeitunterschied zwischen Greenwich und einer anderen Position auf der Erde angibt. Statt Grad wird dieser Winkel allerdings zuerst in Zeit angegeben, die sie danach wieder in Grad umrechnen müssen. Dafür ist es nötig, dass Sie das Zifferblatt der Longines Lindbergh lesen können.

Die Mathematik dahinter ist simpel. Die Erde dreht sich alle 24 Stunden um 360 Grad, also jede Stunde um 15 Grad. Dies wird durch den Stundenzeiger der Lindbergh wiedergegeben und kann an den blauen 15-Grad-Intervallen auf der inneren Lünette abgelesen werden. Für noch mehr Genauigkeit können Sie auf den Minutenzeiger schauen. Alle vier Minuten macht dieser eine Drehung um 1 Grad (also 15 Grad in einer Stunde), was Sie an der äußeren Lünette ablesen können. Mit dem Sekundenzeiger können Sie sogar noch präziser werden. Jede Umrundung des Sekundenzeigers gleicht 15 Grad und damit gleicht jede Sekunde einem Sechzigstel von 15 Grad und damit einem Viertel von einem Grad, also 0 Grad, 0,15 Grad, 0,30 Grad und 0,45 Grad. Diese können Sie an den schwarzen Zahlen an der äußeren Lünette ablesen, die zwischen den einzelnen blauen Gradangaben stehen.



Berechnung der Position mit dem Stundenwinkel

Was Sie bei der Benutzung der Longines Lindbergh beachten müssen, sind die Zeitzonen und der Unterschied zwischen GMT- und Solarzeit. Vereinfacht kann man es folgendermaßen erklären: In der Greenwich Mean Time (GMT) ist jeder Tag genau 24 Stunden lang. Es ist die Zeit, nach der wir normalerweise unser Leben organisieren. Wenn Sie allerdings Ihre geografische Position bestimmen wollen, müssen Sie Ihre Solarzeit bestimmen. Solarzeit bedeutet, dass nicht jeder Tag wirklich dieselbe Länge haben kann, da die Erde nicht immer in demselben Orbit um die Sonne kreist, sondern leichte Abweichungen zulässt. Der Unterschied zwischen GMT-Zeit und Solarzeit ist die sogenannte Zeitgleichung. Diese Zeitgleichung können Sie in einem astronomischen Almanach (oder online) nachschauen und durch das Verschieben der Lünette angleichen. Nehmen wir an, es ist 17 Uhr am 15. Mai 2019. Die Zeitgleichung ist plus vier Minuten, also drehen wir die Lünette um vier Positionen im Uhrzeigersinn. Ist die Zeitgleichung negativ, drehen Sie die Uhr gegen den Uhrzeigersinn.

Nun lesen wir das Zifferblatt ab, um den Stundenwinkel des Greenwich Nullmeridians zu erhalten: Der Stundenzeiger zeigt 75 Grad, der Minutenzeiger zeigt 1 Grad und der Sekundenzeiger zeigt 0 Grad, also eine Gesamtsumme von 76 Grad. Mit Hilfe eines Sextanten können Sie nun Ihre genaue Solarzeit bestimmen. Nehmen wir für unser Beispiel an, dass die Solarzeit 14 Uhr ist. Da die Solarzeit nicht ausgeglichen werden muss, können Sie die Lünette wieder auf Nullstellung bewegen. Nun lesen wir wieder den Stundenwinkel vom Zifferblatt ab. Dieser zeigt 30 Grad, der Minutenzeiger zeigt 15 Grad und der Sekundenzeiger zeigt 0 Grad, also eine Gesamtsumme von 45 Grad. Abschließend rechnen Sie die beiden Stundenwinkel gegeneinander, um Ihren Längengrad zu berechnen: 75 Grad minus 45 Grad ergibt 30 Grad. Wenn das Ergebnis wie hier positiv ist, befinden Sie sich westlich von Greenwich. Ist das Ergebnis negativ, befinden Sie sich östlich.


Gehäuserückseite einer Longines Lindbergh 989.5215 Uhr auf schwarzem Hintergrund
LONGINES LINDBERGH 989.5215


Heutzutage ist die Navigation einfacher und Uhren wie die Longines Lindbergh sind bereits vielfach von GPS-Systemen abgelöst worden. Dementsprechend hat Longines auch das Wort „Stundenwinkel“ aus dem Namen der Serie genommen und Sie erhalten die Serie nur noch unter dem Namen „Longines Lindbergh“. Insbesondere Vintage- und Jubiläumsmodelle der Longines Lindbergh der Serie können auf dem Gebrauchtmarkt heute noch um die 5.000 € bis 30.000 € erzielen.



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