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Mondphasen – Totalisatoren, die den Verlauf des Mondes zeigen – begeistern heute nicht mehr nur Astronomen. Sie zählen für viele Träger zu den schönsten und gefragtesten Komplikationen, auch wenn ihr praktischer Nutzen hinter denen des ewigen Kalenders liegt. In diesem Ratgeber geben wir Ihnen einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Mondphase, bevor wir Ihnen einfach und schnell die Einstellung der Mondphase erklären.


  1. Geschichte der Mondphasenanzeige
  2. Der Mondphasenmechanismus
  3. Mondphasen-Spezialisten
  4. Einstellung der Mondphase bei einer Uhr
  5. Beispiele für Uhren mit Mondphase


Antike Ursprünge der Mondphasenanzeige


Die Mondphasenanzeige geht historisch gesehen bis in die Antike zurück: Das früheste Fundstück ist der 205 n. Chr. entwickelte Mechanismus von Antikythera, der die Position des Mondes, der (damals bekannten) Planeten, das aktuelle Datum und das der nächsten olympischen Spiele wiedergeben konnte.

Dieser Mechanismus war so komplex, dass er erst mit dem Auftauchen der ersten astronomischen Uhren tausend Jahre später als überholt galt. Während der Renaissance produzierte man große, aufwendige Uhren, die in Kathedralen und Kirchen hingen und das damalige religiöse Weltbild mit der Erde im Zentrum propagierten.

Als die Kirche im Zuge der Aufklärung die Zentralität der Sonne anerkennen musste, gerieten diese Uhren schnell aus der Mode. Doch durch große Standuhren fanden Mondphasen im 16. Jahrhundert in den privaten Wohnungen der Bourgeoisie wieder Einzug. Der Weg ans Handgelenk war daher nur noch eine Frage der Zeit: 1925 stellte Patek Philippe die erste Damenuhr mit Mondphase und ewigem Kalender vor.


Zifferblatt mit Mondphase einer Patek Philippe Annual Calendar 5036/1R Uhr
PATEK PHILIPPE ANNUAL CALENDAR 5036/1R



Evolution des Mondphasenmechanismus


Der Mechanismus blieb bei diesen frühen Uhren dabei allerdings gleich: Alle 24 Stunden drehte sich ein Zahnrad mit 59 Zähnen um einen Zahn weiter. Dieses Zahnrad war mit einem Zifferblatt mit zwei Monden – einem Neumond und einem Vollmond – verbunden. Es war immer nur einer der beiden Monde sichtbar, der langsam ab- und zunahm und nach etwa 30 Tagen wechselte. Bei Neumond blieb das Zifferblatt früher auch einfach leer.

Heutzutage wäre dieser Mechanismus viel zu ungenau. Inzwischen ist bekannt, dass die exakte Mondphase 29,530587981 Tage lang ist. Man kalkulierte, dass ein Zahnrad mit 135 Zähnen für bis zu 122 Jahre lang präzise läuft – mehr als genug für eine Lebenszeit.

Marken wie A. Lange & Söhne und Patek Philippe haben dabei sogar Uhren mit Mondphasen entwickelt, die bis zu 1.000 Jahre präzise laufen. Diese Präzision ist allerdings nicht viel wert, wenn die Uhr keine regelmäßige Pflege und Wartung erhält. In der Regel ist dies bei Uhren mit Mondphasen alle drei Jahre nötig.



Spezialisiert auf Mondphasen


Christiaan v.d. Klaauw und Andreas Strehler

Die Mondphasen-Komplikation ist so speziell, dass sich in diesem Bereich insbesondere kleine Uhrenmarken einen Namen machen konnten. Christiaan van der Klaauw ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der astronomischen Uhren und schaffte es, mit seiner Real Moon Joure eine Genauigkeit von 11.000 Jahren zu erreichen. Doch selbst dies ist nahezu nichts im Vergleich zu Andreas Strehlers Sauterelle à lune perpétuelle, die bis auf 2.045 Millionen Jahre präzise arbeitet.

Andreas Strehlers erreicht diese Präzision durch vier Zahnräder, welche sowohl am inneren als auch am äußeren Rand Zähne besitzen. Denn – sehr vereinfacht gesagt – je mehr Zähne ein Werk hat, desto höhere Primzahlen und komplexere Brüche kann es berechnen und näher an die zuvor genannten Dezimalstellen der exakten Mondphase herankommen.



So stellen Sie die Mondphase Ihrer Uhr ein


So kompliziert der Mechanismus auch sein mag, so einfach ist seine Einstellung. Betätigen Sie den entsprechenden Drücker, der die Mondphase Ihrer Uhr steuert und stellen Sie diese auf Vollmond, also bis der Mond in der Mitte des Fensters steht. Mit Hilfe eines Kalenders finden Sie nun heraus, wann der letzte Vollmond war. Zählen Sie, wie viele Tage seitdem vergangen sind und betätigen Sie den Drücker entsprechend dieser Tagesanzahl. Und schon ist die Mondphase richtig eingestellt. Ein Beispiel: Heute ist der 15.08.2019. Der letzte Vollmond war am 30.08.2019, also vor 15 Tagen. Der Drücker muss daher 15 Mal betätigt werden.



Uhren mit Mondphase


Der Einsteiger: Frederique Constant Slimline Moonphase

Frederique Constant hat sich einen Namen für seine preisgünstigen Dresswatches gemacht, die sich speziell an jüngere Träger richten, denen Automatik und eine durchdachte Formsprache wichtig sind, die andererseits aber auch mit einem klar definierten Budget arbeiten müssen.


Zifferblatt mit Mondphase einer Frederique Constant Slimline Moonphase FC-705N4S6B Uhr
FREDERIQUE CONSTANT SLIMLINE MOONPHASE FC-705N4S6B


Mit der Slimline stößt Frederique Constant in das Segment der flachen Uhren vor. Keines der Modelle in dieser Kollektion ist höher als 3,6 mm und gleitet so gelassen unter jedes Hemd. Mit seinem intensiven, blauen Zifferblatt und den dezenten Strichindizes sticht die Uhr mit der Referenz FC-705N4S6B aus den traditionell in weiß gehaltenen Dresswatches heraus und setzt selbstbewusst eigene Akzente. Die Mondphase befindet sich auf 6 Uhr und wird von einem Datumszeiger umrundet.


Der Exot: Omega Speedmaster Moonphase

Natürlich darf bei einem Beitrag über Mondphasen die Uhr, die als erste auf dem Mond war, nicht fehlen. Dieser kleine Exot mit der Referenz 3575.20.00 aus der Speedmaster Professional Serie von Omega ist eines der wenigen Modelle mit Mondphase. Seine Seltenheit beruht allerdings mehr auf seinem Design. Die Form des Gehäuses ist an die klassische Moonwatch angelehnt und die Gravur auf der Rückseite verweist auf die Geschichte der Serie, weicht mit einer Lünette aus Weißgold aber auch deutlich von ihr ab. Das Zusammenspiel aus Weißgold, Edelstahl, dem elfenbeinfarbenen Zifferblatt und den breiten, blauen Zeigern besticht auch ohne die “Moonwatch” im Namen.


Zifferblatt mit Mondphase einer Omega Speedmaster Moonphase 3575.20.00 Uhr
OMEGA SPEEDMASTER MOONPHASE 3575.20.00


Der Traditionalist: Patek Philippe Annual Calendar

Die Mondphase war ursprünglich Teil jedes ewigen Kalenders und keine Marke war mehr in seine Kalenderfunktionen verliebt als Patek Philippe. 1889 patentierte das Unternehmen das Design für den ewigen Kalender seiner Taschenuhren und arbeitete seitdem ständig an der Verbesserung des Mechanismus. 1996 bekam man schließlich das Patent für den jährlichen Kalender, der jedes Jahr einmal im Februar angepasst werden muss. Gehäuse und Armband der Referenz 5036/1R sind in Gelbgold gehalten. Das Zifferblatt zeigt Patek Philippes klassisches Layout für den ewigen Kalender mit Tag und Monat auf den beiden Totalisatoren, einer kleinen Gangreserveanzeige auf 12 Uhr und der sichelförmigen Mondphase über dem Datum auf der 06:00-Position.



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