Win a Rolex at Watchmaster.com

Eine Repetition gehört zu den besonders komplexen Verfeinerungen, die man an einem Uhrwerk vornehmen kann. Trotz ihres immensen Wertes sind die feinen Mechanismen alles andere als leicht zu erkennen. Ein kleiner Hebel am linken Gehäuserand ist oft der einzige Hinweis auf die Komplikation einer Repetition im Inneren. Erst wenn man den Schieber betätigt hat, entfaltet sich der Klang der Repetition. Doch dann lauert auch schon die nächste Herausforderung, denn das „Lesen“ und Deuten des akustischen Signals, das vom Schlagwerk ausgeht, ist ebenfalls eine Kunst für sich. 


  1. Was ist eine Repetition? 
  2. Entstehung der Repetition
  3. Der Repetitionsvorgang
  4. Zeit ablesen anhand der Repetitionstöne


Worum handelt es sich bei einer Repetition?


Der Begriff Repetition geht auf das lateinische Wort „Repetitio“ (deutsch: Wiederholung) zurück. Die Repetition einer Uhr ist also das akustische Wiederholen des Zeitpunktes, an dem der Repetitionsmechanismus aktiviert wurde. Ein Repetitionsuhrwerk ist demnach also in der Lage, einen bestimmten Zeitpunkt akustisch wiederzugeben. In Uhren sind folgende Repetitionsarten am geläufigsten:

  • Stundenrepetition
  • Viertelrepetition
  • Halbviertel- oder Achtelrepetition
  • Fünf-Minuten-Repetition
  • Minutenrepetition


Die Stunden- und Viertelrepetition ist einem vielleicht von alten Küchen- oder Schrankuhren bekannt. Sie schlagen automatisch, wenn eine Viertel- oder ganze Stunde vergangen ist. Bei Taschen- und Armbanduhren wird die Repetition oft manuell in Gang gebracht. Dann erklingen je nach Komplexität verschiedene Schlagfolgen

Die Minutenrepetition ist dabei der Höhepunkt technischer Versiertheit eines Uhrmachers. Sie wiederholt ihre Schläge so oft, bis die Anzahl der Stunden, Viertelstunden und Minuten angegeben ist. Sie krönt häufig die Grandes Complications, die Meisterwerke eines Uhrenherstellers. 


Patek Philippe Grand Complications 5303R Uhr mit skelettiertem Zifferblatt und Minutenrepetition
PATEK PHILIPPE GRAND COMPLICATIONS 5303R (Photo: Patek Philippe)



Entstehung der Repetition


Die Ursprünge des Repetitionsschlagwerks liegen in der Zeit, als Taschen- und Armbanduhren noch eine Seltenheit waren. Damals sorgte im Okzident das Läuten der Kirchturmglocken für die Strukturierung des Tages. Somit kann man hier von den ersten Repetitionen sprechen.


Von Kirchenglocken zur Komplikation für Luxusuhren

Doch wie fand die Repetition den Weg vom Kirchturm ans Handgelenk? Je mehr sich die Technik der Uhrwerke verbesserte und somit Uhren in allen möglichen Varianten Einzug in den Alltag der Menschen hielten, desto größer wurde auch die Nachfrage nach Zeitmessern, die die Repetitions-Komplikation aufwiesen. Je kleiner das entsprechende Uhrwerk ist, desto aufwendiger ist natürlich auch die Konstruktion eines Repetitionsschlagwerks. Nur einige wenige Uhrenhersteller wie etwa IWC oder Patek Philippe verfügen über die nötige Expertise, um diese anfertigen zu können. Armbanduhren mit Repetition sind daher auch nicht so häufig anzutreffen. Allgemein lässt sich sagen, dass die Modelle seltener werden, je genauer der Mechanismus die Zeit ansagen kann. Dadurch steigt die Wertentwicklung dieser Zeitmesser auch kontinuierlich. Neben faszinierenden, höchst komplexen Meisterwerken der Uhrmacherkunst sind Luxusuhren mit Repetition, wie die Patek Philippe Grand Complications, für Uhrensammler vor allem auch eine gute Wertanlage.



Die Funktionsweise der Repetition


Das scheinbar simple Auslösen der Repetition durch den Schieber oder Hebel setzt eine ganze Reihe komplexer Mechanismen in Gang, die nötig sind, um das akustische Signal ertönen zu lassen. Hier erklären wir Ihnen im Einzelnen, was im Inneren einer Armbanduhr beim Repetitionsvorgang passiert.


Der Repetitionsvorgang

Damit genug Energie für die Repetition vorhanden ist, wird dem Repetitionsschlagwerk der „Alles oder nichts“-Mechanismus eingebaut. Dieser wurde im Jahr 1720 erfunden und sorgt dafür, dass der Repetitionsvorgang nur dann durchgeführt wird, wenn der Schieber oder Hebel vollständig betätigt wurde und dadurch die Zugfeder bis zum Anschlag gespannt ist. Ist diese „Hürde“ genommen, wird simultan zum Spannen auch die Uhrzeit ermittelt, die angeschlagen werden soll. Dies erledigen die sogenannte Rechen, zahnradähnliche Segmente, die die aktuelle Zeit von den Staffeln ablesen. Die Staffeln sind Nockenräder, auf denen die Zifferscheiben ihren momentanen Stand übertragen. 


Uhrwerk der Patek Philippe Grand Complications 5303R mit Minutenrepetition mit Schlagwerk auf zwei Gongs
Minutenrepetition mit Schlagwerk auf zwei Gongs (Photo: Patek Philippe)


Bei der aufwendigsten Repetition, der Minutenrepetition, befinden sich drei dieser Nockenräder im Uhrwerk. Die Höhe einer solchen Staffel entspricht etwa der Dicke eines Haares. Ist es also beispielsweise 3 Uhr, greift ein Bügel des Rechens an die dritte Stelle der Staffel. Sobald man den Hebel loslässt, entspannt sich die Feder und führt damit den Rechen an seine Anfangsposition zurück. Dabei stößt er das Hämmerchen, in unserem Fall dreimal, an, was wiederum den Impuls auf die Tonfeder überträgt. Der Klang wird durch Tonfedern erzeugt, die von den Hämmern angeschlagen werden. Zu der aufwendigen Arbeit, die Federn im Uhrwerk anzubringen, kommt auch noch das Stimmen derselben hinzu. Durch winzige Feilen wird den Federn etwas, oft nur partikelweise, von ihrem Material entnommen – so lange, bis der Ton stimmt. Doch nicht nur die „Spannung“ der Feder ist entscheidend. Ebenso hat auch das verwendete Material und die Art der Legierung einen entscheidenden Einfluss darauf, ob wir den Klang der Repetition als „richtig“ empfinden. Hat der Uhrmachermeister etwas am Klang zu beanstanden, müssen die Bestandteile der Repetition komplett ausgebaut werden, um sie nach ihrer Justierung erneut zusammen zu setzen. 

Der hohe Zeitaufwand und die erforderliche Kompetenz der wenigen Experten auf dem Gebiet der Repetition sind nur zwei Gründe, warum es sich bei Luxusuhren mit Repetition oft um wertvolle Einzelstücke handelt und diese zu den Meisterwerken der Haute Horlogerie zählen.  



Wie „liest“ man eine Repetition?


Der Aufwand, den die Uhrmacher und Uhrmacherinnen in die Konzeption und Konstruktion der Repetition investieren, äußert sich in verschiedenen Klängen. Der Unterschied zwischen Stunden, Viertelstunden und Minuten wird durch unterschiedliche Tonhöhen oder Schlagfolgen deutlich gemacht. Am meisten verbreitet ist der Dreiviertelschlag, bei dem jeweils die Viertelstunde angeschlagen wird und die volle Stunde durch einen Schlag auf eine anders gestimmte Feder markiert wird. Die Petite Sonnerie gibt die Viertelschläge mit zwei Schlägen an und die vollen Stunden ebenfalls durch einen tieferen oder höheren Ton. Von einer Grande Sonnerie spricht man, wenn der Zeitmesser sowohl Stunden, Viertelstunden und Minuten in unterschiedlichen Tonhöhen erklingen lassen kann. 

Wie TrägerInnen diese Zeitangabe in der Praxis ablesen oder viel mehr abhören können, lässt sich am besten anhand einer konkreten Uhrzeit erklären. Nehmen wir an, jemand hätte in dem Moment seine Repetition betätigt, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Dies geschah um 3:52 Uhr nach mitteleuropäischer Zeit. Die Uhr hätte nun folgende Klangfolge von sich gegeben: Drei erste Schläge markieren die Stunden. Danach folgen zur Darstellung der Viertelstunden oft Doppelschläge, derer hätte es drei gegeben. Durch einen höheren Ton, der die einzelnen Minuten ergänzt, in unserem Falle sieben, wäre die Zeitansage komplettiert worden.



Mehr aus unserer Reihe „Komplikationen leicht erklärt“