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Eines der berüchtigsten Teile einer Uhr ist das Tourbillon, welches oftmals den Komplikationen zugeordnet wird, obwohl es für eine Armbanduhr im Grunde genommen unbedeutend ist und keinen tätsächlichen Mehrwert bietet. Das Tourbillon ist also keine richtige Komplikation, glänzt stattdessen aber durch seine vollkommene Schönheit und die hohe Handwerkskunst, die in ihm steckt. Seit langem genießt es den Ruf von Exklusivität und höchster Ingenieurskunst. Woher diese Bewunderung stammt, möchten wir Ihnen nachfolgend aufzeigen.


  1. Was ist ein Tourbillon?
  2. Entwicklungsgeschichte des Tourbillons
  3. Arten von Tourbillons
  4. Wie viel kostet eine Uhr mit Tourbillon?
  5. Uhrenmodelle mit Tourbillon


Was ist ein Tourbillon und wie funktioniert es?


Woher stammt der Begriff des Tourbillons und was bedeutet dieser? Das Wort Tourbillon ist französisch für „Wirbelwind“ und beschreibt damit bereits seine Außenwirkung, da es ständig in Bewegung ist. Die Idee hinter dem Tourbillon ist es, die Ungenauigkeiten einer Uhr auszugleichen, die durch die Schwerkraft entstehen, und so ihre Ganggenauigkeit zu erhöhen. Dafür setzt man die Unruh, den Antrieb der Uhr, selbst in Rotation.

Seitdem Breguet das Tourbillon erfand, durchlief es bereits zahlreiche technische und ästhetische Änderungen, wodurch man heute aus zahlreichen Tourbillon-Typen wählen kann.



Breguet und die Erfindung des Tourbillons


Als Abraham Louis Breguet 1801 das Patent für das Tourbillon anmeldete, hatte er unter anderem bereits die erste automatische Uhr, die erste Tonfeder, die erste Stoßsicherung, den ewigen Kalender und die nach ihm benannte Breguet-Spirale erfunden. Bereits als Koryphäe etabliert, konzentrierte sich Breguet schließlich auf ein physikalisches Problem. Ihm fiel auf, dass die Genauigkeit einer Uhr entsprechend ihrer Position durch die Schwerkraft beeinflusst wird. Die Ursache war schnell gefunden: Man benötigt einen konstanten Impuls der Unruh, um die Präzision zu garantieren. Jede Positionsverschiebung beeinflusst jedoch die Unruh. Breguets Lösung war es, die Hemmung, das Hemmungsrad und die Unruh, also den gesamten „Antrieb“ der Uhr, selbst in Rotation zu versetzen.

Breguet konnte eine Uhr damals allgemein für acht Positionen regulieren: Zifferblatt oben oder unten, Krone oben oder unten, Krone links oder rechts sowie Halbposition mit Krone oben oder unten. Dennoch verschoben sich diese beim Tragen in der Tasche oftmals um bis zu 45 Grad. Das Tourbillon reduzierte dies auf die vertikalen und horizontalen Positionen sowie das Zifferblatt oben oder unten. Weniger Positionen bedeuteten automatisch auch weniger Abweichungsmöglichkeiten und somit eine höhere Ganggenauigkeit.


Harry Winston Ocean Tourbillon BidDate mit schwarzem Hintergrund
HARRY WINSTON OCEAN TOURBILLON BIGDATE 400/MMTBD45R


Das Tourbillon: Bis heute sagenhaft schön

Heute ist der praktische Einfluss des Tourbillons eher theoretischer Natur. Breguet entwarf das Tourbillon speziell für Taschenuhren, die den ganzen Tag über meistens recht starr in einer Position verharrten. Armbanduhren hingegen sind durch die Bewegung des Handgelenks nicht an diese Starrheit gebunden, was die Funktion des Tourbillons im Grunde unnötig macht. Wenn Armbanduhren in einer Position verharren, dann meist mit dem Zifferblatt nach oben gewandt, wo sie am wenigsten von der Gravitationskraft beeinflusst werden. Um die Rotation des Tourbillons zu ermöglichen, benötigt man ebenfalls eine stärkere Hauptfeder, da diese nun nicht mehr nur die Unruh und Hemmung, sondern auch das Tourbillon selbst antreiben muss. Dies kann über mehrere Jahre zu einer verstärkten Abnutzung und höheren Wartungskosten führen.

Doch kaum jemand kauft sich ein Tourbillon heute wegen seines technischen Vorteils. Meistens werden Tourbillons wegen ihrer Ästhetik und der Qualität gekauft. Uhrenliebhaber schätzen die Komplexität der Mechanik sowie die hohe Kunstfertigkeit und Expertise, die es braucht, um ein Tourbillon zu fertigen.



Welche Arten von Tourbillons gibt es?


Wenn Sie sich für ein Tourbillon entscheiden, stehen Sie vor einer breiten Auswahl an Möglichkeiten. Manche versuchten, die Genauigkeit und Konstruktion des Tourbillons nach Breguet zu verbessern, andere suchten nur nach einer technischen Herausforderung und dachten das Tourbillon in immer komplexeren Variationen weiter. Dies sind die bekanntesten Tourbillon-Typen.


Das „fliegende“ Tourbillon

Ist das Tourbillon heute schon längst technisch überholt, wurden in den ersten 200 Jahren, nachdem Breguet sein Patent anmeldete, nur 700 Tourbillons gebaut. Diese erstaunlich niedrige Anzahl erklärt sich vor allem dadurch, dass es einer gewissen technischen Fertigkeit bedarf, um ein Tourbillon anzufertigen. Einer dieser Meister war der Feinuhrmacher und -lehrer Alfred Helwig aus Glashütte, der 1920 das fliegende Tourbillon entwickelte.

Helwig fiel auf, dass Breguet sein Tourbillon auf zwei Seiten lagerte und beschloss, nur an einer Seite Lagersteine anzubringen. Dadurch entfiel die Lagerbrücke. Das Tourbillon ist von oben offen und wirkt so, als würde es fliegen. Es war mit etwa einem halben Gramm ebenfalls deutlich leichter als Breguets Entwurf und lieferte bessere Ergebnisse für Armbanduhren. Bis heute ist diese Art des Tourbillons eng mit Glashütte verbunden. Alfred Helwig zu Ehren lancierte Glashütte Original diverse limitierte Serien mit fliegenden Tourbillons.


Das Gyrotourbillon

Jaeger-LeCoultre erkannte ebenfalls eine Schwäche bei den gängigen Tourbillons und versuchte, diese zu korrigieren. Man erkannte, dass ein Tourbillon zwar statische Lagerveränderungen ausgleichen konnte, aber nicht dynamische Störungen, wie sie zum Beispiel beim Laufen entstehen. Die Lösung suchte Jaeger-LeCoultre in der Räumlichkeit. “Gyro” steht dabei für die kreiselförmige Form des Tourbillons, das sich nicht mehr flach dreht, sondern nun dreidimensional arbeitet. Die Konstruktion war dabei so komplex, dass Jaeger-LeCoultre begann, zum ersten Mal mit CAD zu arbeiten. So wurden die Entwürfe am Computer konstruiert und auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. In der Praxis fallen die Unterschiede in der Ganggenauigkeit allerdings so gering aus, dass das Gyrotourbillon weiterhin eine technische Errungenschaft bleibt.


Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Tourbillon mit schwarzem Hintergrund
JAEGER-LECOULTRE MASTER ULTRA THIN TOURBILLON 1322410


Das Doppel- und Triple-Achs-Tourbillon

Einer der aktuellen Meister des Tourbillons ist der deutsche Uhrmacher Thomas Prescher. Nach Stationen bei Audemars Piguet und Blancpain gründete Prescher 2003 seine eigene Firma, die im selben Jahr das Doppel-Achs-Tourbillon lancierte. In diesem Tourbillon dreht sich die zweite Achse parallel zum Zifferblatt und verbessert so auch die Position Zifferblatt oben oder unten. Zuerst noch in einer Taschenuhr verbaut, gelang es Prescher 2004, das doppelachsige Tourbillon in eine Armbanduhr zu integrieren.

Von seinem Erfolg angestachelt, begann Prescher mit der Entwicklung des Triple-Achs-Tourbillons. Das Triple-Achs-Tourbillon ist vor allem eine Errungenschaft der Ingenieurkunst – der praktische Nutzen ist nicht messbar. Aus technischer Sicht zweifelte man lange Zeit, ob diese Konstruktion überhaupt möglich ist, da sie zu schwer und zu platzeinnehmend sei. Doch Prescher zeigte schließlich, was mit starkem Innovationsdrang möglich ist. Bei einem Triple-Achs-Tourbillon drehen sich die erste und zweite Achse jeweils mit einer Umdrehung pro Minute, während die dritte Achse jede Stunde um die eigene Achse rotiert.



Wie viel sollte man in ein Tourbillon investieren?


Ein Tourbillon haben zu wollen und sich eines leisten zu können, waren früher zwei sehr unterschiedliche Dinge. Heute kann man, wenn man gewisse Kompromisse eingeht, Tourbillons durchaus bereits unter 2.000 € finden. Sowohl chinesische Firmen wie Seagull als auch bekannte Schweizer Marken wie TAG Heuer haben bereits erschwingliche Tourbillons auf den Markt gebracht.


Uhren mit Tourbillon von Watchmaster


  • Das Tourbillon von Mauboussin (Ref. 9332800-556) gibt es bereits für 1.730 €. Um diesen Preis bieten zu können, haben diese Tourbillons keine oder eine nur sehr dezente Verzierung und sind in größeren Gehäusen verbaut, was die Fertigung des Tourbillons deutlich erleichtert – allerdings auch ein wenig dem Ingenieursgeist und der technischen Herausforderung bei der Entwicklung von Tourbillons widerspricht.

  • Technisch anspruchsvollere Modelle finden Sie stattdessen in dem Preissegment, in dem sich auch das Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Tourbillon (Ref. 1322410) ansiedelt. Für einen Preis von 40.000 € erhalten Sie nicht nur ein von Hand gefertigtes Tourbillon, sondern können auch bewundern, wie dieses in ein nur 6,5 mm hohes Gehäuse aus Rotgold verbaut wurde.

  • Mit 31.500 € positioniert sich das Ateliers Demonaco Tourbillon Oculus 1297 Titane (Ref. DMC-TB-OCG-RLR-TIB) ebenfalls im Mittelfeld der Luxusuhren mit Tourbillon. Das Modell ist auf 88 Exemplare limitiert und besitzt ein handgefertigtes 44 mm breites Gehäuse aus schwarzem DLC Titanium. Im Inneren schlägt das automatische und handverzierte dMc-980 Kaliber mit einem Rotor aus 22 Kt. Gold. Das Tourbillon selbst können Sie auf dem dezentralisierten Zifferblatt in einer Öffnung an der 06:00-Uhr-Position beobachten.

  • In die Oberklasse treten Sie mit der Harry Winston Ocean Tourbillon BigDate (Ref. 400/MMTBD45R) für 79.440 €. Der Aufbau des guillochierten Zifferblattes mit seinem dezentralisierten Datum und Zeitangabe ähnelt dem Modell von Ateliers Demonaco. Das transparente, schwebende Tourbillon entspringt allerdings Harry Winstons eigener Entwicklung. Das Gehäuse aus Roségold wirkt warm und edel.

  • Die Grande Ellipse Chrono Monopoussoir Tourbillon (Ref. 22211523) von Mouawad, eine der teuersten und exklusivsten Uhren mit Tourbillon im Watchmaster Onlineshop, beweist, dass dem Wunsch nach einem Tourbillon nach oben keine Grenzen gesetzt sind. Am Ende liegt es allein bei Ihnen, wie viel Sie bereit sind, in ein Tourbillon zu investieren.


Mouawad Grande Ellipse Chrono Monopoussoir Tourbillon 22211523 mit grauem Hintergrund
MOUAWAD GRANDE ELLIPSE CHRONO MONOPOUSSOIR TOURBILLON 22211523



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