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Lassen wir Uhren mit einer digitalen Zeitanzeige einmal außer Acht, so ist eine Uhr ohne Uhrzeiger zwar möglich, aber sinnlos. Denn es liegt eben genau an diesen Zeigern, dass wir erfahren, was wir im Grunde von einer Uhr erwarten: den Stand der Zeit. Bis sich die Modelle mit mehreren Zeigern schließlich durchsetzten, war es ein langer Weg. Wie sich die Zeiger bei Uhren entwickelten und welche Arten von Uhrzeigern es gibt, möchten wir im Folgenden genauer beleuchten.

  1. Die Geschichte des Uhrzeigers
  2. Größe und Gestaltung von Zeigern
  3. Uhren mit vier und mehr Zeigern
  4. Arten von Uhrzeigern
  5. Der Uhrzeigersinn
  6. Die größten Uhrzeiger der Welt


Wie sich der Uhrzeiger vermehrte


Aus eins mach zwei

Die frühesten Uhrzeiger waren streng genommen nur ein Schatten ihrer selbst. Die bereits vor 2000 Jahren – und noch bis ins 19. Jahrhundert – verwendeten Sonnenuhren verfügten über einen Polstab, der parallel zur Erdachse ausgerichtet war und seinen Schatten auf einen skalierten Bereich warf. Aus dem stabförmigen Schatten und der Markierung antiker Wasseruhren (griechisch: Klepsydra) leitete sich die charakteristische pfeilförmige Gestalt der Zeiger ab, die sich bereits auf den ersten Turmuhren aus dem 15. Jahrhundert wiederfindet.

Das Sichtbarmachen der Zeit als Hinweis auf der Skala, beziehungsweise dem Zifferblatt, findet sich auch in der früher geläufigen Bezeichnung des Uhrzeigers als Uhrweiser wieder. Die ersten Uhren waren noch Einzeiger-Modelle, die lediglich die aktuelle Stunde anzeigten. Oft wurden sogar die alten Sonnenuhren verwendet, um die noch ungenau laufenden mechanischen Uhren zu stellen.


Meistersinger Phanero PH309 Einzeigeruhr mit Edelstahlgehäuse und grünem Zifferblatt
MEISTERSINGER PHANERO PH309


Dieser Zustand hielt sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Es folgten erhebliche Verbesserungen durch Christiaan Huygens Erfindung der Unruh-Spirale und Daniel Quares Weiterentwicklung des Zeigerwerks, die die Ganggenauigkeit der Uhren derart erhöhten, dass eine exaktere Zeitangabe durch einen Minutenzeiger möglich wurde. Es sollte allerdings noch bis ins 18. Jahrhundert dauern, bis sich die Zwei-Zeiger-Modelle durchsetzten. Was viele nicht wissen: Bis zur Renaissance war es zudem noch üblich, dass die Stundenzeiger länger waren als die Minutenzeiger.



Größe und Gestaltung von Uhrzeigern


Je nachdem, um welchen Hersteller es sich handelt, variieren die Größen der Zeiger. Die Proportionen von Uhrzeigern orientieren sich jedoch weitestgehend am goldenen Schnitt. Danach ist der Stundenzeiger idealerweise ein Drittel kürzer als der Minutenzeiger. Die Sekundenzeiger sind länger als die Stunden- und Minutenzeiger und werden durch ein kleines Gewicht an ihrem Ende in der Uhrmitte ausbalanciert. Die Zeiger werden über die Weiserstange mit dem Uhrwerk verbunden und durch eine Platte fixiert. Damit sie sich dennoch widerstandslos über das Zifferblatt bewegen und verstellt werden können, ist diese Konstruktion mit einem gewissen Spielraum versehen.

Die hochwertigsten Uhrzeiger werden in der Schweiz von Aiguilla in Biel, Estima in Grenchen und Universo in La Chaux-de-Fonds hergestellt. Die Finissage der Zeiger gehört jedoch zur Handschrift der Uhrenhersteller, die ihren Zeitmessern durch spezielle Uhrzeiger und Verzierungen einen hohen Wiedererkennungswert verleihen.



Armbanduhren mit vier und mehr Zeigern


Auch wenn es in den letzten Jahren bei einigen Uhrenherstellern den Trend gab, wieder Uhrenmodelle mit nur einem Zeiger auf den Markt zu bringen, haben sich inzwischen die Zwei- und Drei-Zeiger-Modelle als Standard etabliert. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Modelle mit vier oder mehr Zeigern, zum Beispiel Chronographen, die oft weitere Zeiger für die Totalisatoren benötigen. Ein vierter Zeiger wird auch gerne bei GMT-Uhren verwendet, die mit Hilfe des GMT-Zeigers eine zweite Zeitzone anzeigen.


Chronoswiss Kairos CH7522K Uhr mit sechs Uhrzeigern
CHRONOSWISS KAIROS CH7522K



Die verschiedenen Uhrzeiger-Arten


Nachdem die Armbanduhr zu einem Alltagsgegenstand für jedermann geworden war, steigerte sich natürlich auch die Anzahl verschiedener Zeigerarten. Obwohl in Spitzenzeiten von einigen Unternehmen fast 1.000 Zeigertypen angeboten wurden, lässt sich mit den folgenden Formen ein guter Überblick darüber gewinnen, welche Gestaltungsformen von Uhrzeigern es gibt.


Der Stabzeiger

Stabzeiger werden auch Obélisque-Zeiger genannt. Sie sind geradlinig und bieten ausreichend Platz für eine Beschichtung mit Leuchtmasse. Zu finden sind Stabzeiger oft bei sportlichen Uhrenmodellen, die aufgrund ihrer guten Ablesbarkeit sowohl in den eigenen vier Wänden als auch unterwegs ein verlässlicher Begleiter sind. Beispielhaft kann der Designklassiker von Audemars Piguet, die Royal Oak, mit ihren klassischen Stabzeigern stehen. Sie überzeugte Fachleute und Kritiker damals durch ihre schnörkellose Erscheinung aus Edelstahl, die die verwendeten Stabzeiger noch zusätzlich unterstreichen.


Der Lanzettzeiger

Der Name des Lanzettzeigers, auch Lancette-Zeiger, leitet sich von seiner spitz zulaufenden Form ab, die an eine kleine Lanze (französisch: Lancette) erinnert. Wenn die Ecken am Anfang des Zeigers stark zu einer Tropfenform abgerundet sind, spricht man auch von einer Feuille- oder Blattform. Diese Gestaltungsweise findet oft bei klassischen Dresswatches Verwendung, wie beispielsweise bei der 1815 von A. Lange & Söhne.


Zifferblatt einer A. Lange & Söhne 1815 221.025 Uhr mit Lanzettzeigern
A. LANGE & SÖHNE 1815 221.025


Der Losange-Zeiger

Eine sehr ähnliche Form, wie sie der Lanzettzeiger besitzt, beschreibt die sogenannte Losange-Form. Bei dieser befindet sich die breiteste Stelle des Zeigers weiter in der Mitte und die gesamte Form erinnert an eine lang gezogene Raute. Die IWC Pilots Chronograph verfügt über Zeiger mit einer solchen Form.


Der Schwertzeiger

Die Schwertzeiger oder auch Dauphine-Zeiger haben einen breiten Anfang und laufen von diesem bis zu ihrem Ende kontinuierlich spitz zu. Wie die Lanzettzeiger findet sich diese Form vornehmlich bei Dresswatches von Luxusuhrenmarken wie etwa der Clifton von Baume & Mercier.


Der Breguet-Zeiger

Abraham Louis Breguet gilt als einer der bedeutendsten Uhrmacher der Geschichte. Zu den Erfindungen Breguets zählt neben den ersten automatischen Uhren beispielsweise auch die erste Armbanduhr. Die Zeiger, die seinen Namen tragen, zieren dabei nicht nur die Uhren von Breguet, sondern auch das Logo des Herstellers. Ihren hohen Wiedererkennungswert erlangen sie durch ihre markanten kreisrunden Auslassungen im oberen Bereich des Zeigers.


Zifferblatt einer weißgoldenen Breguet Classique 3130 Uhr mit blauen Breguet-Zeigern
BREGUET CLASSIQUE 3130


Sonderformen von Uhrzeigern

Rolex entwickelte für seine Submariner, Yacht-Master und Explorer Serien eine eigene Zeigerform. Weil diese Uhren für Berufsgruppen entwickelt wurden, die sich oft in der Dunkelheit befinden, wollte Rolex die Zeiger besonders großflächig mit lumineszierendem Material versehen. Problematisch war allerdings, dass die damals flüssig aufgetragene Substanz beim Trocknen Gefahr lief, Risse zu bekommen, wenn sie auf einer zu großen Fläche verteilt wurde. Dieses Problem behob Rolex, indem die Fläche in kleinere Abschnitte unterteilt wurde. So entstand der charakteristische Rolex Stundenzeiger mit einer kreisförmigen Fläche an der Spitze. Wegen seiner Y-förmigen Einteilung bekamen die Uhrzeiger bald den Namen Mercedes-Zeiger. Das Design wurde auch von anderen Herstellern aufgegriffen, da dadurch die Stunden- und Minutenzeiger noch schneller unterschieden werden können.


Schwarzes Zifferblatt einer Rolex Explorer 214270 Edelstahl-Uhr mit Mercedes-Zeiger
ROLEX EXPLORER 214270


Doch existieren Sonderformen nicht nur bei den Uhren aus dem Hause Rolex. Neben den Formen der eher seltenen Kathedralen- und Louis XV-Zeigern, existieren natürlich noch unzählige weitere Formen, die an dieser Stelle schlicht und ergreifend nicht alle erfasst werden können. Die wichtigsten und gängigsten Formen sind aber die hier genannten.



Eine weitere Aufgabe der Uhrzeiger: Der Uhrzeigersinn


Neben der aktuellen Zeit geben die Uhrzeiger auch die Richtung an, in der die Uhr läuft. Heutzutage kommt es uns als selbstverständlich vor, dass die Zeiger sich rechtsdrehend bewegen. Deshalb sprechen wir in diesem Fall auch vom Uhrzeigersinn und meinen damit eine Rechtsdrehung. Doch bis ins 16. Jahrhundert waren linksdrehende Uhren ebenso weit verbreitet wie rechtsdrehende Modelle.

Es wird vermutet, dass sich die rechtsdrehende Form deshalb durchgesetzt hat, weil sie dem Verlauf des Schattens bei Sonnenuhren in der nördlichen Hemisphäre gleichkam. Da sich die Entwicklung der Uhren hauptsächlich dort abspielte, setzte sich diese Leserichtung der Uhr letzten Endes auch durch. Übrigens spricht man nicht vom „Sinn“, weil es logisch ist, dass die Uhrzeiger sich rechtsherum drehen, sondern weil das Wort „Sinn“ ursprünglich Richtung bedeutete. In der südlichen Hemisphäre würden sich die Zeiger einer Sonnenuhr nämlich genau andersrum drehen.



Die größten Uhrzeiger der Welt


Die größten Uhrzeiger der Welt befinden sich in Mekka und wurden im Mecca Royal Clock Tower Hotel in der größten Turmuhr der Welt verbaut, deren gigantische Ausmaße nur schwer vorstellbar sind. Auf den vier Zifferblättern mit einem sagenhaften Durchmesser von jeweils 43 Metern sind ein 17 Meter langer Stundenzeiger und ein 23 Meter langer Minutenzeiger angebracht. Die Zeiger bringen jeweils etwa 7,5 Tonnen auf die Waage.